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Der große Traum des Wunderkinds

Der große Traum des Wunderkinds

Die Chance zur Revanche: Für Basketball-Star Dirk Nowitzki steht in der Nacht auf Mittwoch (2.45 Uhr) mit den Dallas Mavericks das erste Spiel der NBA-Finalserie bei den Miami Heat an. Nowitzkis früherer Nationalteam-Kollege Henrik Rödl erwartet eine spannende Best-of-seven-Serie.

Trier/Miami. Fehler- und Video-Analyse, das gehört beim Basketball zum Tagesgeschäft. Für Dirk Nowitzki sowieso, den akribischen Arbeiter und Musterprofi durch und durch. Aber die letzten Minuten dieses einen verdammten Spiels musste er sich nicht mehr anschauen. Die Szenen haben sich ohnehin eingebrannt. Fünf Jahre ist es her: Die von Nowitzki angeführten Dallas Mavericks haben die Hand am NBA-Titel. 2:0 steht es im Finale nach den ersten Partien gegen Miami Heat. In der dritten liegen die "Mavs" noch kurz Schluss vorn. Dann versagen Nowitzki in einer entscheidenden Szene die Nerven. Einem Spieler, der inzwischen in der Liga mal 81 Freiwürfe in Folge trifft. Miami nutzt das, dreht die Finalserie. Und das einstige "German Wunderkind", das seit 1998 in der NBA spielt, wird zum "No-win-ski" verkalauert. Jetzt soll in den maximal sieben Finalspielen die Revanche folgen. Wieder gegen Miami. Klare Ansage: "Ich will den Titel. Das ist alles, was ich will", sagt der Würzburger.
Wettbüros sehen Miami vorn


Bei den Wettbüros ist das Team aus Florida mit seinen Stars LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh Favorit. Von San Diego bis Boston drücken aber viele Amerikaner den "Mavs" die Daumen. Auch in Trier kann sich Nowitzki auf Unterstützung verlassen. "Ich freue mich sehr für Dirk, dass er endlich wieder im Finale steht", sagt TBB-Trainer Henrik Rödl. "Die Mavs haben eine tolle Serie gespielt. Das könnte eine ganz spannende Finalserie werden." Rödl ist einstiger Mannschaftskollege von Nowitzki in der Nationalmannschaft - und zugleich Fan: "Ich habe absolute Hochachtung vor ihm, sportlich und menschlich. Er ist trotz seines Erfolgs immer so geblieben wie er war." Einen Erfolg feierten beide zusammen: Sie wurden mit der deutschen Nationalmannschaft Dritter bei der WM 2002 in Indianapolis.
Ein anderer Trierer Spieler der vergangenen Saison dürfte den Miami Heat die Daumen drücken: Aufbauspieler Dru Joyce III gehört zu den besten Freunden von Miami-Star James. Beide stammen aus Akron (Ohio) und spielten jahrelang sehr erfolgreich im gleichen Highschool-Team - verewigt in der Basketball-Doku "More than a Game". "Dru wird wohl eher seinem Kumpel LeBron die Daumen drücken", sagt Rödl.
Nowitzki (32), schon jetzt einer der größten Basketballer aller Zeiten, wird nicht mehr viele Gelegenheiten erhalten, als Spieler große Titel zu feiern. Dem Ziel "NBA-Titel" ordnet sich alles unter. Aber der Respekt vor dem Gegner aus Miami ist groß. "Sie sind ein sehr gutes Team mit drei Superstars, die wirklich, wirklich verteidigen können. Das wird eine Herausforderung", sagte Nowitzki. Für den Würzburger geht es um alles: Für den 2,13-Meter-Mann wäre der Titel die Krönung einer herausragenden Karriere. "Wenn du ins Finale kommst, zählt kein zweiter Platz."
Ein neuer Star für Bayern?


Leise Hoffnungen gibt es zudem, den bestbezahlten deutschen Sportler im nächsten Jahr wieder in der Arena Trier zaubern zu sehen - sechs Jahre nach seinem Länderspiel mit der deutschen Nationalmannschaft gegen Estland. Sollte es in der NBA in der nächsten Saison zum Streik kommen ("Lockout"), dann wird Nowitzki bei deutschen Topclubs heiß begehrt sein. Vor allem der solvente Aufsteiger Bayern München hat für diesen Fall Interesse an einer Verpflichtung angekündigt. Für Ralph Moog, Aufsichtsratsvorsitzender der TBB AG, wäre ein Nowitziki-Wechsel zum Liga-Konkurrenten "ein Ritterschlag für die Liga": "Schon der Aufstieg von Bayern München ist ein Geschenk für die BBL."