Der Haussegen hängt schief

Der Haussegen hängt schief

Ein Großteil der jetzigen Anhänger des Trierer Basketball-Bundesligisten TBB Trier hat den Aufstieg aus den Niederungen der Oberliga bis in die Bundesliga nicht erlebt. Dass die 21-jährige Ära in der höchsten Spielklasse beim TV Germania Trier begann, ist aber zumindest aus Rückblicken bekannt: 2010 feierten die Germanen ihr 150. Jubiläum, die TBB 20 Jahre in der Bundesliga.

Trier. Aus steuerlichen Gründen musste sich die Profi-Basketballabteilung des TVG Trier nach dem Bundesliga-Aufstieg abnabeln, später gab es eine jahrelange Kooperation zwischen der daraus entstandenen TBB Trier und dem TVG, zu der später noch die MJC stieß.
Im Dezember des vergangenen Jahres wurde dieser Kooperationsvertrag vonseiten der TBB gekündigt, wie TVG-Basketballchef Dieter Buch einräumt "fristgerecht" und mit der Aussicht, die Zusammenarbeit mit anderen Inhalten zu erfüllen (der TV berichtete). Das ist aber auch schon fast alles, was der Vorsitzende daran in Ordnung findet.
"Im Januar sollte es Gespräche geben, wie weiter verfahren werden könne. "Auf dieses Gespräch warte ich heute noch", sagt Buch, der in der vorletzten Woche "endlich" zu einem Termin geladen wurde, an dem neben dem TBB-Aufsichtsratsvorsitzenden Ralph Moog noch Wolfgang Esser, einziges noch verbliebenes Mitglied des einst dreiköpfigen sportlichen Beirats, teilnehmen sollte. Buch musste "aus geschäftlichen Gründen kurzfristig absagen", seitdem herrsche wieder Funkstille. "Jetzt geht die Saison los, etliche unserer Mitglieder unterstützen die TBB bei den Heimspielen, aber wir als Verein wissen nicht, wohin die Reise geht."
Den Schilderungen Buchs widerspricht Moog in weiten Teilen. Die Kündigung bestreitet er nicht, alles was danach kam, beschreibt er zum Teil gänzlich anders. "Wir haben immer gesagt, dass wir großes Interesse daran haben, weiter mit der ,Mutter der TBB\' zu kooperieren. Aber nicht unter den bisherigen Voraussetzungen."
Man sei mit der "sportlichen Zusammenarbeit nicht zufrieden" gewesen, sagt Moog, ohne ins Detail zu gehen. Als weiteres Manko für eine Fortsetzung der Kooperation sei der Abstieg der TVG-Herren aus der Oberliga hinzugekommen.
"Wir haben das ganz klare Konzept, die Nachwuchsspieler aus der JBBL und NBBL auch in der Regional- und Oberliga einzusetzen. Als wir in die Planung für diese Saison gingen, war der TVG abgestiegen." Wegen des Verzichts eines Vereins blieb der Club dann zwar doch in der Oberliga, "aber da waren wir mit unseren Planungen bereits durch", sagt Moog.
Dass monatelang Funkstille geherrscht hat, führt er darauf zurück, dass man bei der TBB mehrfach eine Konzeption seitens des TVG eingefordert habe: "Aber da kam nichts." Der TBB-Boss widerspricht dennoch der Annahme, das Tischtuch sei endgültig zerschnitten. "Wir haben nach wie vor großes Interesse an einer Kooperation. Wir wollen doch so viele Partner wie möglich mit ins Boot holen. Aber dazu müssen diese Partner auch Eigeninitiative zeigen."