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Der Mann, der aus dem Schatten tritt

Der Mann, der aus dem Schatten tritt

Leitfigur, Leistungsträger, ruhender Pol: Dragan Dojcin (34) wird als Kapitän des jungen TBB-Teams ganz andere Rollen annehmen als in den vergangenen drei Jahren bei Alba Berlin. Der Serbe freut sich schon darauf.

Trier. (AF) So viel steht fest: Wenn Alba Berlin in diesem Jahr Meister geworden wäre, hätte Dragan Dojcin ein Jahr an der Spree drangehängt. "Das war so geplant", sagt der 2,04-Meter-Mann. Aber dann kam das Aus im Viertelfinale. Der Titel ging nach Bamberg - und Dojcin nach Trier. Auf den Spuren von Henrik Rödl.

"Trier erinnert mich etwas an meine Heimatstadt Zemun. Es hat viel Geschichte und ist von der Größe her ähnlich." Bisher hat der Power Forward nicht allzu viel von der Region gesehen. Dafür gab's ein Trainingslager in seiner Heimat Serbien ("Ich habe meinen Teamkollegen vieles gezeigt"). Oder auch das Testspiel in Berlin, beim Ex-Club. Ob es was Besonderes war, gegen die alten Kollegen und den früheren Trainer Pavicevic anzutreten? Dojcin winkt ab: "Ich werde nie emotional, wenn ich spiele, egal wo. Ich versuche immer, einen klaren Kopf zu behalten", sagt er.

"Wir haben auf vielen Positionen erfahrene und unerfahrene Spieler, die sich ergänzen", sagt Dojcin. Das gilt vor allem auf den großen Positionen Power Forward und Center: Dort sind Dojcin und sein Zimmergenosse bei den Reisen, George Evans (39), in der Startformation vorgesehen. Ergänzt und entlastet werden sollen sie durch die Talente Oliver Clay (23) und Maik Zirbes (20). Dojcin dürfte somit mehr Einsatzzeit erhalten als zuletzt bei Alba, wo er im Schnitt 24 Minuten spielte und dabei 5,9 Punkte erzielte. "Bei Alba war ich der Mann, der aus dem Schatten kommt. Hier ist das anders. Alba hatte pro Saison aber auch fast 60 Pflichtspiele. Trier vielleicht nur 34", sagt Docjin. Das "offizielle" Ziel der TBB sei der Klassenerhalt. Innerhalb des neuen Teams habe man sich aber ein hohes Ziel gesetzt: "Wir wollen an den Play-off-Plätzen kratzen. Das wird schwer. Aber wenn man sich keine großen Herausforderungen setzt, wird man auch keine kleinen Ziele erreichen." Eine Stärke des Teams seien die Athletik und Schnelligkeit. Vom Team ist er überzeugt: "Das sind alles gute Jungs. Menschlich passt es."

"Ich habe bei früheren Clubs öfter erlebt, dass Spieler nur zum Training oder zum Spiel kommen und sonst nichts miteinander zu tun haben." Ein gutes Klima im Team sei wichtig. "Das macht 30 bis 40 Prozent an Leistung aus." Anders als Dojcin es zuvor meistens erlebt hat, ist auch der Umgang von Trainer Rödl mit den Spielern: "Er kann zwar mal laut werden, ist aber sehr menschlich." Die serbische Trainerschule sei anders: "Da geht es zu wie beim Militär."

Dragan Dojcin

…will später als Trainer arbeiten.

…würde gerne besser Deutsch sprechen.

…ist mit seiner Frau Alexandra und den beiden Töchtern Milica (5) und Nina (1,5 Jahre) nach Trier gezogen.