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Der Mann mit dem goldenen Händchen

Der Mann mit dem goldenen Händchen

Es hat ein paar Wochen gedauert, bis TBB-Flügelspieler Laurynas Samenas (25) so richtig in der Bundesliga heißgelaufen ist. Wie wichtig der Litauer inzwischen geworden ist, demonstrierte er in den vergangenen Auswärtsspielen.

Trier. Er will nicht hetzen. Bloß nicht. Aber etwas knapp ist die Zeit schon. "Meine Freundin Maria ist gerade in Trier", sagt Laurynas Samenas beim Treffen nach dem Vormittagstraining. Sie hat zudem Besuch aus Litauen mitgebracht - ihre beste Freundin. Die beiden werden auch vor Ort sein, wenn es für Samenas und seine TBB-Kollegen am Sonntag in der Arena gegen den Tabellenletzten Würzburg geht (17 Uhr). Vielleicht ist das noch eine Extra-Motivation. Obwohl: Die braucht der blonde Flügelspieler eigentlich nicht. Vor allem in den vergangenen drei Spielen hat sich der Litauer richtig warmgeschossen. In Ludwigsburg gab es am Sonntag den ersten Sieg nach der kleinen Niederlagen-Serie. Mit 25 Punkten von Samenas. Mit vier Dreiern bei sieben Versuchen. Wie schon zuvor bei der knappen Niederlage in Bamberg. Sein bestes Spiel in der BBL? Der sympathische Litauer wiegelt ab. Es war zumindest das erfolgreichste. "Aber das war ein Verdienst der Mannschaft." Er werde nur besser in Szene gesetzt als noch zu Saisonbeginn. "Wir kennen uns inzwischen einfach besser."
Die Stimmung ist gelöst. "So ein Sieg macht einfach viel aus." Das merke man sofort. Beim Training, im Umfeld, überall. Samenas ist 25, seit fast 20 Jahren spielt er Basketball. Aber außer einem halben Jahr auf der High School im Staat New York ("Das Umfeld hatte mir nicht dort nicht so gefallen.") spielte er nie außerhalb des Baltikums. "Mir fällt es aber nicht schwer, mich auf Neues einzustellen. Wobei die BBL stärker ist als die litauische oder auch als die Baltic-League. Aber genau das wollte ich ja."
Auch die Atmosphäre bei den Spielen sei ganz anders als in der Heimat. "Litauen ist zwar ein Basketball-begeistertes Land. Trotzdem hatten wir in der Liga oft nur wenige Zuschauer. Das ist in Trier komplett anders." Den Traum, Profi zu werden, hatte er früh. Es gab genügend Vorbilder in Litauen, dem Europameister von 2003.
Er hat noch keine Länderspiele in der Bilanz stehen. An zwei Ereignissen hatte Samenas lange zu knabbern. "Das eine war der frühe Tod meines Vaters." Das zweite erlebte er vor fünf Jahren auf dem Feld: "Es war kurz vor Schluss im letzten Spiel der Saison. Ich gehe zum Korbleger, dann trifft mich ein Gegner mit voller Wucht mit dem Knie." Eine schwere Verletzung an der Niere. "Ich wusste nicht, wie es weitergeht. Monatelang ging bei mir nichts. Die Niere hat sich zum Glück wieder regeneriert."
Extra

1) Mein Lieblingsbasketballer ist Ðarûnas Jasikevièius (litauischer Nationalspieler und Ex-NBA-Spieler). 2) Wenn ich kein Profi-Basketballer geworden wäre, hätte ich mir vorstellen können, eine Sportsbar zu eröffnen. 3) Mit diesem Menschen würde ich gerne mal eine Nacht durchfeiern: mit Vaidas Baumila, einem litauischen Sänger, den ich auch persönlich kenne. 4) Das kann mich bei einem Spiel richtig auf die Palme bringen: falsche Schiedsrichter-Entscheidungen, ich bin ein emotionaler Typ. 5) Wenn ich mal selbst koche, dann gibt\\'s … Pasta mit Hähnchen. 6) Am liebsten entspanne ich … im Whirlpool. 7) Falls ich es mit der TBB in die Playoffs schaffen sollte, entscheide ich spontan, was ich machen werde. 8) Sollte ich jemals ein Buch schreiben, könnte es genau so heißen … My Story 9) Der lustigste Typ im Team ist … Tony Canty! 10) An Trier gefällt mir am besten, dass die Leute oft ein Lächeln im Gesicht haben.