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Der nächste Wackelkandidat

Der nächste Wackelkandidat

Die Basketball-Bundesliga kommt einfach nicht zur Ruhe. In der letzten Saison die finanziellen Turbulenzen um die Köln 99ers, mit dem jedem Regelwerk widersprechenden Gnadenakt, der mit dem Rückzug vom Rückzug endete. Nun stehen die Paderborn Baskets im Fokus.

Paderborn. (wir) Im Sommer die Fragezeichen hinter der Teilnahme von Bremerhaven am Spielbetrieb, im Oktober die Gefahr des Ausscheidens der Gießen 46ers wegen Zahlungsunfähigkeit und nun die nächste Hiobsbotschaft. Die Paderborn Baskets drohen auf der vereinseigenen Internetseite mit dem möglichen Gang zum Insolvenzrichter. Präsident Wolfgang Walter spricht drei Monate nach der Übernahme dieses Amtes vom nicht erfüllten "Optimismus, das alljährliche Finanzloch zu stopfen", führt weiter an, dass die Situation "trotz des aktuellen sportlichen Erfolges zu Beginn des neuen Jahres schwierig ist". Alle Bemühungen, den "sechsstelligen Fehlbetrag" auszugleichen, seien vergeblich gewesen. Die Schlussfolgerung des Funktionärs: "Die Paderborn Baskets Team GmbH, die den Bundesligabetrieb verantwortet, steht kurz vor einer möglichen Insolvenz." Einer der Gründe für das Loch im Budget ist sicherlich der kurzfristige Rückzug des vorherigen Namenssponsors "digibu" am 23. Juli des vergangenen Jahres, der, so zumindest der Eindruck in der Öffentlichkeit, aus heiterem Himmel kam. Wie ernst die Lage an der Pader ist, zeigt eine weitere Pressemitteilung, die am Nachmittag nachgeschoben wurde. Da ist vom möglichen Abschied von Reggie Golson die Rede. Der Power Forward, einer der besten Akteure im Kader von Trainer Douglas Spradley, hat nur einen Vertrag bis zum 31. Januar und wird wohl enden, falls keine zusätzlichen Gelder generiert werden können. Sollte der finanzielle Engpass nur diese Konsequenz haben, wären Paderborn und die Liga noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. TBB-Manager Lothar Hermeling war wegen der Teilnahme an der BBL-Tagung in Mannheim nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.