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Der "Schrecken" der alten Kollegen

Der "Schrecken" der alten Kollegen

In der vergangenen Saison hat nur ein Basketball-Bundesligist beide Spiele gegen die Gießen 46ers verloren - die TBB Trier. Hauptgrund war der im Sommer von den Hessen nach Trier zurückgekehrte Barry Stewart (24). Am Sonntag trifft der Flügelspieler wieder auf frühere Teamkollegen.

Trier. In zwei TV-Überschriften hat es Barry Stewart in der vergangenen Saison geschafft, TBB-Fans werden sich ungern erinnern: "Barry Stewart, Schrecken der Trierer" hieß es nach dem Gießener Heimsieg im April. 20 Punkte erzielte Stewart, er traf aus jeder Ecke. Auch das Spiel in Trier gewannen die Gießener, die nur dank einer Wildcard die Liga halten konnten. Nach Verlängerung. Wieder mal lief der Amerikaner heiß, machte 19 Punkte, traf ins TBB-Herz. Titelzeile: "Stewart schockt die Ex-Kollegen."
Mit dieser Überschrift könnte der 24-jährige Flügelspieler auch nach dem Trierer Heimspiel gegen Gießen gut leben. Stewart ist nach dem einjährigen Gastspiel in Hessen wieder in Trier, fühlt sich "sehr, sehr wohl" - und ist gegen die früheren Kollegen besonders motiviert, oder? "Ach, das ist eigentlich nicht so wichtig, dass es gegen meinen früheren Verein geht. Wir versuchen schließlich, jedes Spiel zu gewinnen." Das sei nach zuletzt zwei knappen Niederlagen gegen die Topclubs Alba Berlin und Bayern München auch nötig. Stewart ist kein Mann der lauten Töne. Seine guten Leistungen im vergangenen Jahr gegen seinen neuen, alten Club? Ach, das sei doch schon lange her. Dass Gießen als Tabellenletzter am Sonntag nach Trier kommen wird, mit zuletzt sieben Niederlagen im Gepäck? "Das habe ich nicht so erwartet", sagt er. Aber es sage auch noch nicht viel aus. "Wir hatten einen guten Saisonstart, darauf können wir aufbauen. Wir müssen gegen Gießen aber von der ersten Sekunde an Gas geben und voll konzentriert sein - dann werden wir auch gewinnen."
Stewarts Rückkehr nach Trier war im Sommer das große Thema bei den Fans: Cheftrainer Henrik Rödl hatte ihn 2010 direkt aus dem US-College in Mississippi ins Team geholt, er überzeugte von Beginn an. In Gießen entwickelte er sich weiter, wurde zum wichtigsten Spieler des Teams. Und in einer zweiten Saison in Trier sei nun vieles leichter als in der "Rookie"-Spielzeit. "Damals war alles neu, ich kannte vorher ja nur Amerika. Jetzt kenne ich die Liga und die Leute - das macht einen großen Unterschied." Stewart gehört zu den besten Verteidigern der Liga, aber auch in der Offensive hat er große Qualitäten. Beim Auswärtssieg in Hagen erzielte er 28 Punkte (im Schnitt sind es 13.4). Eine Woche später gelang ihm im Heimspiel gegen Bremerhaven offensiv zwar fast nichts (er traf nur zwei Freiwürfe) - aber dass das die TBB nicht an einem deutlichen Heimsieg hinderte, spricht für die neue Breite im Kader.

Extra

Gießen: Mit reichlich Selbstvertrauen gesegnet sein dürften die Mittelhessen nicht - die 46ers haben erst einen Sieg auf dem Konto. Und der gelang am ersten Spieltag! Der Club hat sich aber in dieser Woche prominent verstärkt: Power Forward Jasmin Perkovic (31) - Meister mit Oldenburg 2009 - wurde verpflichtet. Er war zuletzt vereinslos und könnte in Trier seine BBL-Rückkehr feiern. Bei den Gießenern steht ein Trierer im Kader (Center Andreas Büchert) sowie Ex-TBBler Oskar Faßler. AF