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Der Stern von Gönnersdorf strahlt in Baden

Der Stern von Gönnersdorf strahlt in Baden

Christian Vietoris hat zum Auftakt der neuen DTM-Saison ein Ausrufezeichen gesetzt. Hinter den BMW von Augusto Farfus und Dirk Werner fuhr der 24-jährige Mercedes-Pilot aus der Eifel in Hockenheim als Dritter zum ersten Mal auf das Siegerpodest.

Hockenheim. Es war ein Wochenende nach Maß für Christian Vietoris: In der Gischt heftigen Gewitterregens im freien Training am Samstag bester Mercedes-Fahrer. Dann im Qualifying die Runde der besten vier Fahrer erreicht und schließlich ein Rennen gefahren, das "wahnsinnig viel Spaß gemacht hat", so der Mann aus der Vulkaneifel. Von Startplatz drei ins Rennen gegangen, verband Vietoris Angriffsgeist mit Cleverness und technischem Verständnis. Hinzu kam eine Boxen-Strategie mit optimalen Stopps.
Obwohl die Fahrzeuge aus Kostengründen auf dem technischen Stand des Vorjahres "eingefroren" wurden, fehlt es der Serie nicht an Neuerungen. Auch die DTM-Piloten können jetzt wie in der Formel 1 zum leichteren Überholen das DRS (Drag Reduction System) einsetzen und auf Knopfdruck den Heckflügel um fünfzehn Grad verstellen.
"Optionsreifen" nennen sich die erstmals erlaubten weicheren Slicks. Sie sollen zu schnelleren Runden führen. Vietoris machte sich das neue Reglement zunutze und startete als einer von nur drei Piloten auf Standardreifen statt auf den weicheren Slicks. "Ich hatte einen relativ schlechten Start auf den Reifen, aber das war einkalkuliert. Aber mit den neuen technischen Möglichkeiten macht das Rennen mehr Spaß", sagte Vietoris.
Mercedes hat offensichtlich neben Vizemeister Gary Paffett (am Sonntag Vierter) einen zweiten potenziellen Siegfahrer. Der "Stern von Gönnersdorf" strahlte am späten Sonntagnachmittag für Vietoris blank geputzt: "So kann die Saison weitergehen."
Einen perfekten Tag hatte der dreifache Titelverteidiger BMW (Fahrer-, Marken, und Teamwertung). Der Brasilianer Augusto Farfus fuhr von Rang zwei aus ein brillantes Rennen zum Sieg, sein Markenkollege Dirk Werner pflügte sich vom letzten Startplatz aus durch das gesamte Feld nach vorn bis auf den zweiten Platz. Der rheinländische Audi-Pilot Timo Scheider konnte seine Pole-Position wieder nicht in eine Spitzenposition ummünzen und landete auf Rang sechs.
Einen "gebrauchten Tag" erwischte auch Formel-1-Zugang Timo Glock. Der BMW-Pilot schied nach einem Fahrfehler aus. Die DTM, das zeigten die vollen Ränge im Badischen trotz des völlig verregneten Samstags, hat von ihrer Faszination nichts eingebüßt und bemüht sich um fortwährende Globalisierung. Zwei Wochen vor dem Eifel-Gastspiel auf dem Nürburgring (17. / 18. August) wird es zum ersten Mal ein Rennen in Russland geben. Immerhin haben alle drei deutschen Premium-Marken in Zeiten der Krise dort einen riesigen Absatzmarkt zu bedienen. Spätestens in zwei Jahren soll auch in Amerika und Japan in den schnellen Tourenwagen gefahren werden.
Bereits angedacht ist ein Finale der Meister auf einem internationalen Kurs. Diese Vorstellung regte BMW-Motorsportchef Jens Marquardt schon zu Quer-Vergleichen mit dem Champions-League-Finale im Fußball an.