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Der Wunsch: Mithelfen beim Albatros-Rupfen

 TBB-Spieler Oliver Clay in Aktion. TV-Foto: Willy Speicher
TBB-Spieler Oliver Clay in Aktion. TV-Foto: Willy Speicher
Trier. TBB-Spieler Oli Clay freut sich riesig auf das Heimspiel des Basketball-Bundesligisten gegen Alba Berlin (Sonntag, 17 Uhr). Einziger Wermutstropfen: Seinem Ex-Trainer wird Clay nicht mehr zeigen können, was er drauf hat.

(AF) "716, Tendenz fallend", gibt TBB-Pressesprecher Tom Rüdell telefonisch durch. Er spricht nicht vom Wasserstand der Mosel. 716 Karten will die TBB noch bis zum Spiel des Jahres am Sonntag gegen Alba Berlin verkaufen, dann wäre der TBB-Rekord von 6189 Zuschauern gebrochen. Die kamen 2007, ebenfalls im Spiel gegen Berlin. Voll wird es definitiv. "Die Atmosphäre war ja schon beim Allstar-Day toll", sagt TBB-Spieler Oli Clay. Gegen seinen Ex-Club rechnet der 23-Jährige mit noch lauterer Unterstützung: "Dann ist ja die komplette Arena auf unserer Seite." Die Vorfreude ist bei den Trie rern schon seit Tagen zu spüren. Der Allstar-Day war eine willkommene Abwechslung, der Auswärtssieg eine Woche zuvor in Tübingen der Schub fürs Selbstbewusstsein. Seine Vision vom perfekten Wochenende: "Wenn wir gewinnen, ich dabei auch ein bisschen mithelfen kann - und das gegen Alba. Das wäre traumhaft", sagt der 2,06 Meter große Power Forward. Clay ist durch und durch Berliner. Im Sommer kam er gemeinsam mit Trainer Henrik Rödl, Co-Trainer Thomas Päch und den Spielern Philip Zwiener, Oskar Faßler und Dragan Dojcin. Aber nur für Clay war es die erste Station außerhalb von Berlin. Schwergefallen sei ihm die Eingewöhnung nicht. "Ich mache viel mit den Teamkollegen. Hier ist ja auch alles viel familiärer als bei Alba." Auch abseits des Feldes spielen viele TBBler in einem Team: Etwa bei Playstation-Abenden, wo übers Internet "gezockt" wird - Spiele wie NBA 2011 oder Call of Duty.

Auf dem Parkett sei der Unterschied zwischen Berlin und Trier groß: "Bei Alba saß ich bei den Spielen auf der Bank und wusste vorher: Ich werde ohnehin nicht eingesetzt. Selbst wenn wir kurz vor Schluss mit 20 Punkten führen. Da gehörte ich eigentlich nur halb zum Team." Bei der TBB spielt Clay als Vertreter von Dragan Dojcin knapp acht Minuten im Schnitt. Nachdem er sich vor einigen Wochen den Ringfinger ausgekugelt hatte, musste Clay etwas kürzertreten. Die Verletzung behindere ihn inzwischen nicht mehr. Clay wundert sich, dass Alba in der bisherigen Saison einige Probleme hatte und bereits sechs Niederlagen kassiert hat. "Individuell ist Alba sehr stark." Die enttäuschende Bilanz sorgt auch dafür, dass sich Clays Wunschvorstellungen nicht zu hundert Prozent umgesetzt werden können. Er wird seinem Ex-Trainer Luka Pavicevic nach dessen Abflug bei den Albatrossen nicht mehr zeigen können, was er draufhat: "Das ist ein bisschen schade", sagt Clay. An der Grundstruktur werde sich auf die Schnelle unter Muli Katzurin nichts ändern: "Aber jeder Spieler wird sich dem neuen Trainer präsentieren wollen."

Oliver Clay: geboren am 28. August 1987 in Berlin +++ begann auf der Small-Forward-Position, auf der er heute noch spielen kann ("Ich muss aber bei den Dreiern noch besser werden") +++ Fiel als 15-Jähriger bei einem Sichtungslehrgang des Nationalteams durch - und erteilte dem ganz ambitionierten Basketball für zwei Jahre eine Absage: Ein Fehler, wie er heute sagt. +++ Liest gerne - gerade begeistert er sich für Vampir-Thematik jeder Art (Ausnahme: Die "Twilight-/Bis(s) zum "-Hysterie).