1. Sport
  2. Basketball

"Die Liga wird so stark sein wie noch nie"

"Die Liga wird so stark sein wie noch nie"

In seiner Premieren-Saison in Trier ist TBB-Trainer Henrik Rödl nur denkbar knapp an den Playoffs gescheitert. Dieses Wort kommt dem 42-Jährigen im TV-Gespräch nicht über die Lippen - seine Zielsetzung kennt keine Zahlen. Große Erwartungen an sein Team hat Rödl aber schon.

Trier. Am Montag steht das erste Training an - aber viele Spieler des Basketball-Bundesligisten TBB Trier sind bereits seit Tagen wieder an der Mosel. In dieser Woche standen Leistungstests und medizinische Checks auf der To-do-Liste. Trainer Henrik Rödl will nach einem "phänomenalen ersten Jahr" auch in der zweiten Saison in Trier nichts dem Zufall überlassen. TV-Reporter Andreas Feichtner sprach mit dem 42-Jährigen über die Vorbereitung, die Kaderzusammenstellung und die Konkurrenz.
TBB-Trainer Henrik Rödl über …… den Kader: Mit der Verpflichtung von E.J. Gallup sind wir komplett, der Kader hat damit auch die nötige Tiefe. Wir werden ein relativ eingespieltes Team haben, das ist ein Vorteil: Die Säulen des Teams sind geblieben. Vier von fünf Spielern aus der Startformation spielen auch in der nächsten Saison für uns.
… die Neuzugänge: Joshiko Saibou und Andi Seiferth kenne ich seit Jahren schon aus Berlin. Joshiko ist ein defensivstarker Point Guard (= Aufbauspieler), dem ich zutraue, dass er hier Fuß fassen kann. Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir in diesem Jahr sehr viele Guards haben. Das ist unser Spiel, mit aggressiver Verteidigung. Andi kann beide großen Positionen spielen, ist bei uns aber vor allem auf der Center-Position eingeplant. Am Brett sind wir vergleichsweise dünn besetzt, verglichen mit den Guards. Nate Linhart habe ich schon im vergangenen Jahr bei einem Camp gesehen. Er ist sehr flexibel einsetzbar, defensiv sehr stark, aber auch seine Statistiken in der Offensive können sich sehen lassen. Und E.J. Gallup ist nicht nur ein begnadeter Dreier-Schütze. Von ihm erhoffe ich mir auch ein bisschen Lebenserfahrung. Er ist 29 und hat schon einiges erlebt.
Ich denke, wir haben auch genug Führungspotenzial in der Mannschaft. Mit Dragan Dojcin und John Bynum, Philip Zwiener und Dru Joyce.
… das Saisonziel:
Wir stecken uns immer hohe Ziele, aber die orientieren sich nicht am Tabellenplatz. Wir wollen uns als Mannschaft verbessern. Es wird spannend zu sehen, wie sich die Spieler im Vergleich zum Vorjahr weiterentwickelt haben. Diesen Weg gehen wir weiter, in dem wir wieder zwei junge Deutsche geholt haben, die zeigen müssen, dass sie gut genug für die Liga sind. Im letzten Jahr hat das phänomenal geklappt. Ich kann versprechen, dass wir mit einer ähnlichen Einstellung, Art und Körpersprache die Spiele angehen werden, vielleicht noch aggressiver als letztes Jahr.
… die Liga:
Die Liga ist stärker geworden. Ich denke, die BBL wird so stark sein wie noch nie. Zum einen liegt das am Aufstieg von Bayern München, die man von Anfang an zu den Top vier der Liga zählen muss, neben Bamberg, Berlin und Oldenburg, die eine unglaubliche Truppe zusammenhaben. Aber auch die anderen rüsten auf. Dazu kommt, dass man durch den Lockout in der NBA (= Aussperrung/Streik nach einem Tarifstreit) vielleicht noch einige NBA-Spieler in der Liga sehen wird. Vielleicht zieht es ja auch Dirk Nowitzki nach Berlin oder München, wenn er Lust drauf hat. Ich könnte mir das schon vorstellen.
… die Vorbereitung:
Wir haben eine etwas zerrissene Vorbereitung. Auf der einen Seite sind wir zum jetzigen Stand deutlich weiter als im Vorjahr, als alles neu war. Wir werden aber auch in den ersten Wochen nicht komplett sein. Philip Zwiener, Oskar Faßler, Andi Seiferth und Samy Picard sind bei den Nationalmannschaften und werden - zumindest die letzten drei - erst am 27. August wieder in Trier sein. Philip wünsche ich, dass er auch im September bei der EM in Litauen dabei ist. So werden die Vier wohl auch im ersten Trainingsspiel am 23. August gegen Japan fehlen. Damit müssen wir leben - aber das machen wir auch gern, schließlich ist es eine Ehre und für den Verein eine gute Sache. Das Zusammenspiel in der Mannschaft wird sicher etwas darunter leiden, dass vier Spieler fehlen. Wir können das in diesem Jahr aber besser kompensieren als im vergangenen Jahr, als alles neu war.Henrik Rödl gehört zu den erfolgreichsten deutschen Basketballern (178 Länderspiele, Europameister). 2002 wurde der Flügelspieler an der Seite von Dirk Nowitzki WM-Dritter. Rödl beendet seine Spielerkarriere nach elf Jahren und sieben Meistertiteln in Folge bei Alba Berlin im Jahr 2004. Dort feierte er 2006 als Cheftrainer auch den Pokalsieg. In seiner ersten Saison in Trier verpasste er mit dem vermeintlichen Abstiegskandidaten nur haarscharf die Play-offs. AF