Die Sache mit dem Knoten, dem Tiger und dem Murmeltier

Die Sache mit dem Knoten, dem Tiger und dem Murmeltier

Lob bringt keine Punkte: Die TBB steckt nach dem starken Auftritt beim 70:75 (63:63) nach Verlängerung gegen Bamberg knietief im Tabellenkeller. In Tübingen soll am Freitag endlich "der Knoten platzen". Eine Zwischenbilanz von TV-Reporter Andreas Feichtner.

Trier. Gefangen in der täglichen Endlos-Schleife. Jeder Tag beginnt morgens um 6 Uhr mit "I got you, babe" aus dem Radiowecker und endet im Nichts und in der Vergessenheit. Und nur der Hauptdarsteller kann\'s irgendwann ändern - durch die Liebe und durch Menschlichkeit. So geht es Bill Murray im 90er-Hollywood-Klassiker "Und täglich grüßt das Murmeltier". Und genau in diesem Film fühlt sich derzeit auch TBB-Trainer Henrik Rödl: Egal, was sein Team macht und wie es rackert - das Ergebnis bleibt gleich, wenn nichts vom Tag übrig bleibt und das Spiel vorbei ist. I got you, babe - aber an der mangelnden Liebe und Lust liegt\'s nicht: Es gibt all-you-can-eat verbale Zuckerlis von den Kollegen, aber null Punkte. Es gibt Anerkennung für das Mithalten mit Meister Bamberg, der am Dienstag Abend Glück hatte, in Trier die Verlängerung zu erreichen, um dann doch noch mit 75:70 zu gewinnen. Den Respekt gab es auch vorher für die Leistung bei den hauchdünnen Niederlagen in München und gegen Alba Berlin. Daraus ergibt sich die unbefriedigende Situation, dass "wir zwar von Spiel zu Spiel besser werden" (Rödl), aber im Tableau nach sieben Niederlagen aus den vergangenen acht Spielen der Alarm schrillt: Platz 17. Bill Murray arbeitet in seiner Filmrolle tagein, tagaus an sich und schafft es irgendwann aus der Zeitschleife. Davon ist auch Rödl fest überzeugt. "Ich weiß nicht genau, wann der Knoten platzen wird. Aber das wird passieren." Dann könne man auch mal eine Serie starten. Hängende Köpfe, schwindendes Selbstvertrauen? Davon war gegen Bamberg in keiner Sekunde was zu sehen. Das Duell der Allstar-Center Maik Zirbes (15 Punkte, 13 Rebounds) gegen Tibor Pleiß (0 Punkte, 4 Rebounds) ging baumhoch an den Trierer. Und es fehlt bei der TBB auch keiner, der das Spiel an sich reißt - wie sonst häufig bei Teams, die gerne mal knapp verlieren: Nate Linhart etwa ist jederzeit dafür gut, seine Kollegen auch nach Rückschlägen wieder anzutreiben - indem er wichtige Abpraller holt oder auch mal mit einem Ballgewinn samt Dunking-Abschluss den Wecker klingeln lässt. Im Wechsel gelingt das immer wieder auch Dru Joyce, manchmal auch Philip Zwiener. Nur der Kapitän Dragan Dojcin - sonst meist eher unauffällig, aber effektiv - kam gegen die Oberfranken nicht in die Gänge. Auch Vier-Wochen-Testspieler James Washington rieb sich gegen Größen wie Julius Jenkins und ähnliche Kaliber schon mal auf. Auf eine solche Busladung voller Top-Spieler werden er und seine Kollegen aber im nächsten Spiel nicht treffen: Am Freitag geht es nach Tübingen (20 Uhr). Die Schwaben haben sich nach ganz schwachem Saisonbeginn zurückgemeldet. Das zeigen drei Siege in den letzten drei Heimspielen. Im Hollywood-Film ist der Murmeltier-Tag erst am 4. Februar beendet. Für Rödl darf es aber gern schon am Freitag bei den Tigern so weit sein. AF TBB Trier - Bamberg 70:75 n.V.TBB: Zirbes 15, Joyce 15, Linhart 16, Zwiener 12, Dojcin 2, Seiferth 4, Bynum 3, Faßler 2, Picard 0, Washington 1, Saibou 0. Bamberg (beste Schützen): Gavel 20, Roberts 16. Viertelstände: 19:17, 32:31, 46:55, 63:63Zuschauer: 5446 (Saisonrekord)

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