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"Die stärkste Bundesliga aller Zeiten"

"Die stärkste Bundesliga aller Zeiten"

Die Kaderzusammenstellung sorgte bei den TBB-Fans im Sommer für Euphorie, die von mehreren Ausfällen geprägte Vorbereitung hat die Erwartungen dann wieder gedämpft: Basketball-Bundesligist TBB Trier startet am Donnerstag gegen Vechta in die Saison (20 Uhr, Arena).

Trier. Henrik Rödl ist absolut unverdächtig, ein Nörgler oder Haderer zu sein. Der TBB-Cheftrainer schaut lieber nach vorne, lamentieren dürfen andere. Aber eine solche Vorbereitung wie die auf seine vierte Saison in Trier hat der 44-Jährige noch nicht erlebt. Nicht, dass er unzufrieden mit dem Kader wäre, überhaupt nicht. "Wir haben eine talentierte, konkurrenzfähige Mannschaft. Ich bin sehr, sehr zufrieden", sagt Rödl. Vor allem auf den Guard-Positionen dürfte das Team in diesem Jahr flexibler sein. Das Problem ist vielmehr, dass Rödl in keiner einzigen Trainingseinheit alle Leistungsträger in der Halle hatte: "Das war ungewöhnlich schwierig. Aber jetzt freue ich mich sehr, dass es losgeht."
Beispiel: Center Andreas Seiferth, Nationalspieler, neuer TBB-Kapitän und kaum zu ersetzende Größe im Team. Er verletzte sich bei der EM am Knie. Ein Ödem bereitet ihm immer noch Probleme, bisher hat der 24-Jährige nicht mittrainieren können. Wann Seiferth wieder fit sein wird? Rödl weiß es nicht - das sei bei der Verletzung kaum vorauszusagen. "Wenn es gut läuft, kann er schon gegen Vechta spielen."
Ausfallen werde aber definitiv Warren Ward, der sich im Trainingslager in Belgrad die Schulter ausgekugelt hatte. Der kanadische Flügelspieler wurde als Ersatz für Nate Linhart für die Startformation geholt. Es waren nicht die einzigen Ausfälle: Der kanadische Aufbauspieler Jermaine Anderson, verlängerter Arm von Rödl auf dem Parkett, verpasste durch Nationalteam-Verpflichtungen über die Hälfte der Vorbereitung. Er kam nach einem heftigen Magen-Darm-Infekt zudem mit fünf Kilo Untergewicht nach Trier. Laut Rödl kommt er aber von Woche zu Woche besser in Tritt. Auch Power Forward Vitah Chikoko pausierte zwischenzeitlich wegen Knieproblemen. Eine gute Nachricht gab es zumindest am Montagabend von Trevon Hughes: Der beste Punktesammler in den Vorbereitungsspielen hat sich im letzten Testspiel gegen Mons "nur" eine Dehnung zugezogen. Sein Einsatz am Donnerstag dürfte nicht gefährdet sein. Von 0 auf 100? Das darf man bei der TBB, die nur eins von sieben Vorbereitungsspielen gewonnen hat, bei dieser zerfahrenen Vorbereitung nicht erwarten. Der Auftakt ist machbar, aber auch tückisch: In der ersten Woche treffen die Trierer gleich auf drei Teams, die eher im unteren Tabellendrittel zu verorten sind. Nach dem Spiel gegen Vechta geht es am Sonntag in Braunschweig weiter (17 Uhr). Am Mittwoch kommt dann der MBC nach Trier. "Ich rechne mit einer sehr schweren Anfangsphase", kündigt Rödl an. Das Saisonziel umreißt er nicht in Zahlen. "Wir wollen mit großer Leidenschaft spielen, mit Enthusiasmus und viel Kampf." Wie immer bekomme die Defensive eine zentrale Bedeutung. Vom Budget her - Vorstand Sascha Beitzel beziffert es auf 2,3 Millionen Euro - gehören die Trierer zum unteren Drittel der Liga.
Für Rödl ist es "die stärkste BBL, die es je gab". Die Liga habe inzwischen weltweit einen Stellenwert, den sie vorher nie hatte. Die vorige Saison hat der TBB neben der tollen Hinrunde (siebter Platz) auch in einer weiteren Hinsicht Mut gemacht. Kein anderes BBL-Team hat bei der Zuschauerentwicklung einen solchen Sprung gemacht - der Club steigerte den Schnitt um fast 20 Prozent auf 4321 Besucher.