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Die vielleicht kurioseste Geschichte dieser Basketball-Saison: Wie vier Fans die Rückkehr von Jermaine Bucknor nach Trier einleiteten

Die vielleicht kurioseste Geschichte dieser Basketball-Saison: Wie vier Fans die Rückkehr von Jermaine Bucknor nach Trier einleiteten

Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht: Der frühere TBB-Publikumsliebling Jermaine Bucknor kehrt nach eineinhalb Jahren nach Trier zurück. An der Mosel sind die Fans aus dem Häuschen. Doch die Geschichte um den Transfer ist schier unglaublich.

Jermaine Bucknor (rechts) feiert seinen 3-Punkte-Wurf mit Mathis Mönninghoff. Foto: Sebastian Schwarz

Es gibt Geschichten, da fällt einem nichts mehr zu ein. Die hört man sich an und denkt: "Ne, komm is' klar, erzähl das jemand anderem." Genau das denkt sich Enzo Sarnelli seit Freitagabend immer und immer wieder. Das Problem ist nur: Der 29-Jährige erzählt diese total verrückte Geschichte selbst, er hat sie selbst erlebt, er ist einer der Protagonisten. "Ich glaube das nicht, echt nicht, ich kann es einfach immer noch nicht fassen", sagt Sarnelli, "dass diese verrückte Idee tatsächlich Wirklichkeit wird, hätte doch niemand gedacht".

"Verrückte Idee"

Das Ergebnis dieser "verrückten Idee" hat die Trierer Basketballwelt am Freitagabend zum Beben gebracht. Gegen 22 Uhr verkünden die Römerstrom Gladiators Trier auf ihrer Facebook-Seite: "Jermaine Bucknor kehrt nach Trier zurück, unterschreibt einen Vertrag bis Saisonende."

Kurz darauf gibt's unter den Fans kein Halten mehr. Die Nachricht verbreitet sich noch am Freitagabend im Internet wie ein Lauffeuer. Jermaine "Buck" Bucknor, der zwischen 2012 und 2015 für die TBB Trier aktiv war, sich in die Herzen der Fans spielte, sich mit Trier identifizierte wie kaum ein anderer Spieler und den Club nach der Insolvenz im Sommer 2015 unter Tränen verlassen hatte, kehrt an die Mosel zurück - Buck is back!

Als Hallensprecher Chris Schmidt die Nachricht am Samstagabend vor dem Heimspiel gegen Crailsheim in der Arena verkündet, brandet langanhaltender Applaus unter den 2200 Fans auf. Am Montag soll der 33-Jährige in Trier eintreffen, abends ist er mit dem Coach zum Essen verabredet und am Freitagabend soll er beim Heimspiel gegen Chemnitz zum ersten Mal wieder im grünen Trikot auflaufen. "Das ist der Wahnsinn", findet Gladiators-Fan Enzo Sarnelli.

Seinen Lauf nimmt der Wahnsinn am Mittwochabend. Es ist der Tag, an dem die Römerstrom Gladiators Trier die Trennung von Spieler Ryan Nicholas "aus sportlichen Gründen" bekanntgegeben haben. Sarnelli erinnert sich: "Da hatten wir einfach mal die Idee, Beth Bucknor, Jermaines Frau, auf Facebook anzuschreiben und zu fragen, ob ,Buck' nicht Lust hätte, wieder nach Trier zu kommen."

Mit "wir" meint Sarnelli seinen Kumpel und Vorsitzenden des Fanclubs Fastbreak, Dennis Nathem, und einen weiteren Gladiators-Fan, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Auch nachdem Bucknor Trier mit seiner Frau Beth und den beiden Kindern - mittlerweile sind es drei - im Sommer 2015 verlassen hatte, haben die Fans Kontakt zu den Bucknors gehalten, Jermaines sportlichen Werdegang verfolgt. "Wir wussten, dass er zuletzt für einen Club in Argentinien gespielt hatte, dort aber vor wenigen Wochen aufhörte und zurück zu seiner Familie nach Kanada gegangen ist", berichtet Dennis Nathem.

Gesagt - getan: Die Nachricht an Beth Bucknor geht am Mittwochabend raus, und ... sie antwortet: Gerne würden sie und Jermaine wieder nach Trier kommen, nur bräuchten sie noch einen Ansprechpartner beim Club, heißt es aus Kanada. Über Wegbereiter Nummer vier, Gladiators-Fan Willi Rausch, stellen die Anhänger Kontakt zwischen Club-Geschäftsstelle und den Bucknors her.

Dann geht alles ganz schnell. Am Freitagabend habe Beth Bucknor grünes Licht gegeben: "Sie hat uns geschrieben, dass sie kommen", erinnert sich Nathem, "wir konnten es nicht fassen, einfach unglaublich so eine Geschichte". Am Samstag bedanken sich die Römerstrom Gladiators auf ihrer Facebook-Seite offiziell für die Bemühungen ihrer Fans: "Ohne die Hilfe von vier Trierer Basketballfans, wäre dieser Transfer vor allem in der Kürze der Zeit nicht zustande gekommen! Wir möchten uns an dieser Stelle bei den Jungs bedanken! Das war ganz großes Kino!" Am Sonntag legt Gladiators-Pressesprecher Stefan Kölbel noch mal nach: "Das ist echt eine coole Aktion der vier gewesen, es zeigt, wie sehr die Fans und der Club zusammenstehen, wir freuen uns auf Jermaine.