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Dietz und die offene Rechnung - Basketball: Gladiators Trier empfangen Play-Off-Konkurrent Heidelberg

Dietz und die offene Rechnung - Basketball: Gladiators Trier empfangen Play-Off-Konkurrent Heidelberg

Die Gladiators Trier wollen am Sonntag gegen MLP Heidelberg (17.30 Uhr/Arena Trier) den vierten Heimsieg in Folge einfahren. Zum ersten Mal bei einem Heimspiel dabei: Simon Schmitz. CenterKilian Dietz hat unschöne Erinnerungen an das Hinspiel.

Er muss nicht lange überlegen. Drei, vier Sekunden, dann fällt es ihm ein: "Das letzte Spiel war in Bamberg, da haben wir verloren, und das letzte Heimspiel war zu Hause gegen Oldenburg - auch das ging schlecht für uns aus." Simon Schmitz' Erinnerungsvermögen kann sich sehen lassen. Bei der Frage, gegen welche Gegner er zuletzt in der Bundesliga für sein altes Team medi Bayreuth auf dem Parkett stand, sprudeln die Antworten nur so aus ihm heraus. "Am Ende sind wir in der Tabelle knapp vor Trier gelandet, konnten in der Liga bleiben", erinnert sich der 25-Jährige. Das war im April 2015.

Seitdem ist viel passiert. Hinter Schmitz liegt eine lange Leidenszeit. Neun Monate lang setzte ihn eine hartnäckige Schambeinverletzung außer Gefecht. Kein Mannschaftstraining, kein Spiel, nichts. "Das war nicht leicht", gesteht der erfahrene Aufbauspieler der Gladiators, "aber ich hatte immer das Ziel vor Augen, zurückzukommen, das Gladiators-Trikot überziehen zu können". Nachdem er in der vergangenen Woche in Vechta bereits einige Minuten auf dem Feld stand, gibt er am Sonntagabend gegen Heidelberg (17.30 Uhr/Arena Trier) sein Heimdebüt. "Nervös bin ich nicht", versichert Schmitz am Freitagnachmittag, "aber ich freue mich schon sehr, endlich in die Arena einlaufen zu können". Zu seiner persönlichen Heimpremiere kommen Freunde und Familie an die Mosel gereist.31 Punkte im Hinspiel


Doch Schmitz bremst die Erwartungshaltung: "Ich habe in Vechta nach einigen Minuten auf dem Feld ganz schön pumpen müssen - ich bin vielleicht bei knapp über 50 Prozent, es braucht noch Zeit." Trainer Marco van den Berg weiß, dass er seinen etatmäßigen Aufbauspieler zunächst nur sehr dosiert einsetzen kann. "Klar, bis Simon richtig fit ist, wird es noch dauern", sagt der Niederländer, "aber es ist gut, dass er dabei ist. Er ist eine Führungspersönlichkeit".
Auch Gladiators-Center Kilian Dietz ist voll des Lobes für seinen Teamkollegen. Er bescheinigt Schmitz einen unglaublichen "Basketball-IQ". Dietz sagt: "Er hat eine hohe Spielintelligenz, das hat sich auch gezeigt, als er während seiner Verletzung als Co-Trainer auf der Bank saß - es ist ein gutes Gefühl, dass wir mit Joe (Kwadzo Ahelegbe, Anm. d. Red.) und Simon zwei so erfahrene Aufbauspieler haben." Ob der Center aus Bernkastel-Kues am Sonntag gegen Heidelberg auf dem Feld stehen wird, ist noch fraglich. Seit dem letzten Heimspiel gegen Chemnitz plagen den 25-Jährigen Rückenschmerzen, nur am Freitag konnte er mit dem Team trainieren.

"Es ist nichts an den Bandscheiben", sagt Dietz, "das hat eine MRT-Untersuchung gezeigt - ich hoffe, dass ich am Sonntag dabei sein kann, und wenn ich nur ein paar Minuten spielen werde. Denn mit Heidelberg haben wir noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen". Damals führte Trier lange und verlor am Ende knapp mit 80:82.

Für Trainer van den Berg hat das Spiel gegen die Kurpfälzer Final-Charakter. "Sie sind ein direkter Konkurrent um die Play-off-Plätze - das Spiel müssen wir unbedingt gewinnen, wenn möglich mit mindestens drei Punkten Abstand, um den direkten Vergleich für uns zu entscheiden." Besonders stark bei den Gästen: US-Amerikaner Aaron Thomas, der Trier im Hinspiel 31 Punkte einschenkte. Zudem hat das Team von Trainer Branislav Ignjatovic mit Hrvoje Kovacevic (Mitteldeutscher BC) kürzlich einen Neuzugang mit Bundesliga-Erfahrung dazubekommen.