Dolphins Trier vor Playoffs gegen Lahn-Dill

Trier : Rollstuhlbasketball: Dolphins starten am Samstag mit Heimspiel in die Playoffs

Die Trierer Rollstuhlbasketballer spielen ihre bislang beste Saison der Clubgeschichte. Die Niederländerin Mariska Beijer hat ihren Anteil daran. Am Samstag, 17. März, startet für die Doneck Dolphins Trier die Playoff-Runde gegen den amtierenden Meister Lahn-Dill (18 Uhr, Uni-Halle).

Ein blaues EInhorn, das im August in Hamburg einem orangefarbenen Engel zujubelt? Klingt nach schlechtem Märchen. Oder nach Junggesellenabschied, über den man lieber nichts Genaueres wissen will. Oder nach einer sportlichen Großveranstaltung. Letzteres ist in diesem Fall richtig. „Mariska hat mir einen blauen Einhorn-Overall bestellt“, sagt Matthias Heimbach und lacht. „Den muss ich wohl anziehen, wenn ich im August zur WM nach Hamburg fahre und Mariska spielen sehe.“ Mariska – das ist Heimbachs Teamkollegin bei den Doneck Dolphins, Mariska Beijer. Sie ist eine der großen Stützen im Trierer Team, das in diesem Jahr bislang so erfolgreich ist wie nie. Und zugleich ist die Niederländerin eine Schlüsselspielerin in der Nationalmannschaft, bei den „orange angels“, mit denen sie in diesem Jahr Weltmeisterin werden will. „Bei der EM 2013 in Frankfurt haben wir im Finale auch schon mal Deutschland geschlagen“, erinnert sich die zweimalige Paralympics-Bronzemedaillengewinnerin. Aber die WM ist noch weit – und der Fokus liegt aktuell auf etwas ganz anderem: Die erste volle Saison für Beijer in der Bundesliga könnte noch vergoldet werden. Sowohl in der Liga als auch im Pokal haben es die Dolphins unter die besten vier Teams Deutschlands geschafft. „Und jetzt wollen wir auch ins Finale – in beiden Wettbewerben“, sagt die Centerin, die nach drei Jahren auf dem US-College in Wisconsin und mit einem Bachelor in Marketing in der Tasche in die Bundesliga gewechselt ist. Am Samstag, im ersten Playoff-Halbfinalspiel gegen Lahn-Dill (18 Uhr, Uni-Halle), wird sich das zwar in der „Best of three-Serie“ noch nicht entscheiden. Frühestens am Samstag darauf in Wetzlar. Oder, falls es dann 1:1 steht, am Tag darauf im dritten Spiel, ebenfalls in Wetzlar. Dass die Dolphins im Spiel gegen den amtierenden Meister eher Außenseiter sind, stört Beijer nicht. „In den Playoffs ist alles möglich“, sagt sie. „Ich denke, wir haben einen psychologischen Vorteil, weil wir zuerst in eigener Halle spielen und in dieser Saison auch schon bei Lahn-Dill gewonnen haben.“ Der 61:40-Erfolg der Trierer in Wetzlar war die bisher größte Überraschung der Saison. „Sie sind jetzt eingespielter als damals. Das wird eine andere Hausnummer“, sagt Heimbach, der sich an das Rückrundenspiel in Trier nicht so gerne erinnert: „Da haben wir kurz vor Schluss mit sechs Punkten geführt und dann mit einem Punkt verloren – da waren wir nicht abgebrüht genug.“ Im heutigen Spiel rechnet Heimbach, der seine Nationalteam-Karriere vor Kurzem beendet hat, mit einem vollen Haus. Nicht nur, weil er in den vergangenen Tagen immer öfter nach Tickets gefragt wurde„ „Aber die sollen ruhig zahlen“, sagt er und lacht: „Wir brauchen schließlich noch Geld, um die Kosten für den Europapokal zahlen zu können.“ Der wird erst in einem Jahr über die Bühne gehen, wo und wann ist noch nicht bekannt – aber er ist für alle Spieler im Dophins-Team von Interesse: Denn die Mannschaft wird im nächsten Jahr zusammenbleiben. „Dann werden wir noch eingespielter sein“, sagt Beijer. Das Team harmoniere in dieser Saison schon gut. Die 26-Jährige hatte in der vergangenen Spielzeit bereits drei Mal für Trier gespielt – zum Reinschnuppern. „Da habe ich schnell gemerkt, dass die gemischten Teams und die Liga gut für mich sind“, sagt sie. In der Bundesliga werde wesentlich aggressiver gespielt als in den Frauen-Teams im College oder im Nationalteam. „Wenn ich die großen, fast furchteinflößenden Typen aus der Bundesliga stoppen kann, dann kann mich auch keine Spielerin bremsen“, sagt sie. Mariska Beijer hat als Elfjährige mit Rollstuhlbasketball begonnen, ins Nationalteam schaffte sie es mit 16. Zum ersten Mal im Rollstuhl saß sie als Zweijährige – als nach einem Sturz von der Treppe mit gebrochenem Bein und Komplikationen der rechte Fuß taub blieb. Nach einem Skiunfall im Jahr 2002 kam ein Nervenschaden im linken Bein hinzu. „Es gab Phasen, in denen ich kaum gehen konnte, dann ging es mal besser – im Moment ist es okay“, sagt sie.

Mariska Beijer von den Dolphins im Spiel gegen die Iguanas München. Foto: TV/Andreas Feichtner
Mariska Beijer von den Dolphins im Spiel gegen die Iguanas München. Foto: TV/Andreas Feichtner

Für das Auftaktspiel ist sie optimistisch – auch wenn die Vorbereitung grippebedingt nicht optimal verlief. So hatte es unter anderem Spielertrainer Dirk Passiwan und Diana Dadzite heftig erwischt.