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Dolphins Trier siegen auswärts gegen Playoff-Kandidaten Wiesbaden

Rollstuhlbasketball : Auferstanden von den Totgeglaubten

Doneck Dolphins Trier gewinnen letzte reguläre Saisonspiel in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga in Wiesbaden mit 78:75.

Nach der Partie in der hessischen Landeshauptstadt musste Dirk Passiwan den Kopf schütteln: „Nicht auszudenken, wenn die ganze Saison so gelaufen wäre.“ Mit einem 78:75-Auswärtssieg bei den Rhine River Rhinos Wiesbaden beendeten die Doneck Dolphins Trier am Donnerstagabend ihre Saison in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL). Selbst den erfahrenen Spielertrainer erstaunte, wie sich die Mannschaft innerhalb von sechs Wochen quasi am eigenen Schopf aus dem Abstiegssumpf auf den sechsten Platz gezogen hat. Passiwan, mittlerweile 45 Jahre alt, hat schon in einigen Trierer Teams gestanden dabei mal um den Klassenverbleib gekämpft und mal in den Play-offs gestanden. „Aber was diese Mannschaft mental geleistet hat, habe ich noch nicht erlebt“, sagt er.

Der Sieg in Wiesbaden ändert nichts mehr am sechsten Tabellenplatz für Trier. Der finale Erfolg war eine Bestätigung für die aufstrebende Form der vergangenen zwei Monate und ein Fingerzeig, was in der neuen Saison möglich scheint: ein Play-off-Platz. Den hätte Trier als Sechstplatzierter vor Corona errungen. Doch wegen der Pandemie-Einschränkungen wurden die Plätze auf vier reduziert.

Geschenkt wurde den Dolphins in Wiesbaden nichts. Für die Rhinos – vor der Partie Tabellendritter – ging es darum, diesen Platz mit Blick auf Play-offs zu halten. Die Hausherren kamen auch gut ins Spiel. Das erste Viertel endete mit 21:15. Aber schon in den zweiten fünf Minuten des ersten Abschnitts kamen die Dolphins in ihren Rhythmus. Die zweiten zehn Minuten gingen mit 30:12 klar an Trier und damit auch die Halbzeitführung (45:33). „Wir haben ein sensationelles zweites Viertel gespielt – so wie zuletzt immer“, sagt Passiwan.

Nach dem guten zweiten Viertel tat die Halbzeitpause den Dolphins – auch schon fast gewohnt – scheinbar nicht gut. Die Rhinos kamen mit einem 11:0-Lauf wieder heran. Nach 30 Minuten (58:58) begann die Partie praktisch wieder von vorn. „Am Ende wurde es noch einmal hektisch“, berichtete Passiwan. Aber sein Team behielt die Nerven. Bundesliga-Topscorer Passiwan (Schnitt pro Spiel: 31,6 Punkte, gegen Wiesbaden 30), aber auch Patrick Dorner (18), Correy Rossi (17) und Nathalie Passiwan (9) waren die Punkte-Garanten in Triers Offensive. Wiesbaden kam neun Sekunden vor Schluss durch einen Dreier von Nationalspieler Matthias Güntner noch einmal auf drei Punkte heran. Den zweiten Trierer Auswärtssieg in Folge konnte der Paralympics-Sechste damit aber nicht verhindern.