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Doneck Dolophins Trier: Zittern nach Traumstart, kämpfen zum Sieg

Rollstuhlbasketball : Zittern nach Traumstart, kämpfen bis zum Sieg

Nach der Niederlage beim Rekordmeister machen die Dolphins einen großen Schritt zum Klassenerhalt.

(teu) Als Erstes musste Dirk Passiwan ein Lob an sein Team loswerden: „Das war eine Wahnsinns-Teamleistung, wenn man nach so einem dritten Viertel wieder zurückkommt“, sagte der Spielertrainer der Doneck Dolphins nach dem Doppelspiel-Wochenende der Trierer Rollstuhlbasketballer. Mit dem 72:62-Sieg gegen den BBC Münsterland haben die Moselaner nach dem Heimsieg gegen Frankfurt eine Woche zuvor am gestrigen Sonntag einen weiteren großen Schritt in Richtung Klassenerhalt in der ersten Bundesliga (RBBL) gemacht. Ein Schritt, der beim Team und den Dolphins-Fans einige Nerven gekostet hat.

Die Trierer erwischten in Warendorf einen Traumstart. Münsterlands Kapitän Sören Müller machte zwar die ersten Punkte, aber danach ließen die Trierer die Bälle fast nach Belieben fliegen. Nach sechs Minuten erhöhte Passiwan den Vorsprung in den zweistelligen Bereich (14:3). Dann kamen die Münsterländer etwas besser ins Spiel, Triers Vorsprung blieb bis zur ersten Viertelpause (22:10) konstant. „Dieser Start hat uns Sicherheit gegeben und die Münsterländer waren überrascht. Wir wussten aber, dass sie zurückkommen können“, sagt Passiwan.

Das zweite Viertel ging bereits knapp an die Hausherrn (12:13). Die Dolphins führen zur Halbzeit aber weiterhin zweistellig (34:23). Wie ausgewechselt kamen die Spieler des BBC Münsterland aus der Pause. Am Vorabend hatten sie mit dem 57:53-Sieg im Derby gegen Hannover den Bundesliga-Klassenerhalt nahezu perfekt gemacht. Zu Beginn der zweiten 20 Minuten realisierten die Warendorfer, dass sich auf dem Erfolg nicht ausruhen dürfen. „Die hatten einen Spielzug, den wir lange Zeit nicht gestoppt bekamen“, sagt Passiwan über die schwierige Phase, als die Führung innerhalb von drei Minuten verloren ging. Sören Müller machte zehn Punkte in Folge (40:40).

Das dritte Viertel ging mit 24:12 an den BBC Münsterland. Zu Beginn der letzten zehn Minuten lagen die Trierer somit wieder hinten (46:47), zeigten aber Moral und kämpften. Im Schlussviertel dauerte es fast zwei Minuten, bis die ersten Punkte fielen. Erst wieder durch Müller für Warendorf, doch Passiwans Dreier eine halbe Minute später sorgte nicht nur für den Ausgleich, sondern war der Startschuss für Triers Schlussoffensive.

Unsicherheit gab es noch einmal in den letzten beiden Minuten, als Triers Correy Rossi nach seinem fünften Foul vom Feld musste. Doch auch den Verlust des schnellen US-Amerikaners konnten die Dolphins wegstecken. Mit dem 72:62-Sieg sei der Klassenerhalt noch nicht in trockenen Tüchern, aber die zurzeit auf dem Abstiegsplatz stehenden Frankfurter müssen ihre beiden letzten Spiele, darunter gegen den deutschen Rekordmeister RSV Lahn-Dill, gewinnen, um Trier noch einmal in Bedrängnis zu bringen.

Nach dem vierten Saisonsieg der Dolphins, dem ersten auswärts in dieser Spielzeit, war die 46:90-Niederlage gegen den RSV Lahn-Dill am Samstagabend in Wetzlar für Passiwan kaum mehr als eine Randnotiz. „Wir haben uns gut aus der Affäre gezogen und eine Viertelstunde richtig gut gewehrt“, sagt der 45-Jährige. Vor allem ging es aber darum Kräfte zu sparen. Was nicht einfach war. Außer 120 Minuten auf dem Spielfeld waren die Dolphins innerhalb von 24 Stunden auch mehr als 1100 Kilometer auf Deutschlands Autobahnen unterwegs.

Lahn-Dill - Dolphins Trier 90:46

Trier: Correy Rossi (10 Punkte), Dirk Passiwan (12), Likic Zeljko, Valeska Finger (4), Patrick Dorner (18), Lukas Jung (2), Corrin Depping

beste Schützen Lahn-Dill: Brian Bell, Hiroaki Kozai, Mark Beissert (alle 14)

Münsterland - Dolphins Trier 62:72

Trier: Nathalie Passiwan (12), Correy Rossi (6), Dirk Passiwan (33), Patrick Dorner (14), Annabel Breuer (7), Lukas Jung, Corin Depping, Zeljko Likic, Valeska Finger

beste Schützen Münsterland: Sören Müller (24), Mattijs Bellers (18), Julian Lammering (12)