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Stolze Dolphins: Dritter Sieg in vier Spielen in der Bundesliga

Rollstuhlbasketball : Stolze Dolphins: Dritter Sieg in vier Spielen

Nach dem nie gefährdeten 80:54-Erfolg gegen die Köln 99ers beginnen bei den Doneck Dolphins Trier die Planungen für eine neue Bundesliga-Saison.

(teu) Eineinhalb Minuten vor Schluss der Partie der Doneck Dolphins Trier gegen Köln gab es eine Premiere in der 2021/22-Saison der Rollstuhlbasketball-Bundesliga (RBBL): Dirk Passiwan wechselte sich selbst aus. Zufrieden klatschte der Trierer Spielertrainer zuerst Co-Trainer Andreas Ebertz und dann Annabel Breuer sowie Patrick Dorner und zuletzt seine Frau Nathalie ab. Entspannt konnte sich Passiwan die letzten Sekunden der Partie gegen die Köln 99ers von der Außenlinie anschauen. Bei 30 Punkten Vorsprung passierte nichts Entscheidendes mehr. Nach diesem 80:54-Sieg gegen die Domstädter ist der Klassenerhalt praktisch geschafft.

„Es für mich als Coach schön zu sehen, dass wir alle spielen lassen konnten und fast jeder gescort hat“, freute sich Passiwan vor dem Heimpublikum in der Halle am Mäusheckerweg am Samstagnachmittag der gesamte Kader aufs Spielfeld rollen lassen zu können. Für den 45-Jahre alten dreimaligen Paralympics-Teilnehmer ist das auch das Ziel: „Da wollen wir irgendwie da hinkommen, dass ich nicht allein 50 Punkte machen muss, um ein Spiel zu gewinnen. Diesen Schritt haben wir schon letzte Woche gegen Münsterland gemacht und heute war es noch einmal eine Steigerung. Wie wir manche Sachen rausgespielt haben, war schön zu sehen. Auch dass wir offene Würfe für Nathie, für Annabel kreiert haben. Correy hat wieder stark gespielt. Patrick war sensationell heute.“

Der hoch gelobte Patrick Dorner warf noch nach der Partie mit ein paar Kindern einige Körbe und erklärt die Entwicklung der jungen Dolphins Mannschaft so: „Es war lange Zeit so, dass wir uns viel auf Dirk verlassen haben. Gerade in der Offensive.“ Jetzt hat sich das Team gefunden und auch dem 22-jährigen Dorner merkt man das gewachsene Selbstbewusstsein an. Mit 21 Punkten war er hinter Passiwan (29) zweitbester Schütze der Partie gegen Köln.

 Patrick Dorner erzielte 21 Punkte für die Doneck Dolphins Trier in der Partie gegen die Köln 99ers.
Patrick Dorner erzielte 21 Punkte für die Doneck Dolphins Trier in der Partie gegen die Köln 99ers. Foto: Holger Teusch

Nur in den ersten fünf Minuten lagen die Gäste vom Rhein in der Mäusheckerweghalle kurzzeitig vorn. Doch schon zum Ende des ersten Viertel zogen die Dolphins mit 23:16 davon. Auch wenn Köln in den zweiten zehn Minuten mit Gewalt und hektisch versuchten gegenzuhalten, die 99ers fanden kein Rezept. Sie versuchten Dirk Passiwan und Correy Rossi auszuschalten, aber das gab Raum beispielsweise für Annabel Breuer völlig unbedrängt Körbe zu machen: „Die haben mit fast vier Leuten Dirk und Correy verteidigt. Da müssen wir selber eine Lösung finden. Und das hat gut geklappt. Und die Kölner mussten ihre Defense wieder umstellen“, sagt die Nationalspielerin.

 Sehr zufrieden beim Schlussresüme war Dolphins Spielertrainer Dirk Passiwan (Zweiter von rechts) nach dem Sieg gegen die Köln 99ers in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga.
Sehr zufrieden beim Schlussresüme war Dolphins Spielertrainer Dirk Passiwan (Zweiter von rechts) nach dem Sieg gegen die Köln 99ers in der Rollstuhlbasketball-Bundesliga. Foto: Holger Teusch

Nach fast 20 Punkten Vorsprung zur Halbzeit (46:27) mussten die Dolphins nach der Pause erst wieder ins Spiel finden. „Im dritten Viertel haben wir ein bisschen unsere Struktur verloren. Da mussten wir noch einmal eine Auszeit holen, um uns noch einmal daran zu erinnern, wie wir spielen wollen“, erklärt Passiwan. Aber mit 16:9 gingen auch die dritten zehn Minuten klar an Trier. Als Dorner 8:18 Minuten vor der Schluss-Sirene erstmals einen 30-Punkte-Vorsprung markierte, war die Partie längst gelaufen. „Im Großen und Ganzen war es ein nie gefährdeter Sieg“, resümiert Passiwan.

 Annabel Breuer erzielte im Spiel der Doneck Dolphins Trier gegen die Köln 99ers sechs Punkte.
Annabel Breuer erzielte im Spiel der Doneck Dolphins Trier gegen die Köln 99ers sechs Punkte. Foto: Holger Teusch

Und es war der dritte in vier Spielen seit der vierwöchigen, Corona-Infektionen geschuldeten Pause Ende Januar/Anfang Februar. Dass man jetzt mit den Planungen für die kommenden RBBL-Saison beginnen kann, das war vor drei Wochen nicht absehbar, gibt auch Annabel Breuer zu: „Die letzten Wochen waren sehr angespannt. Ich hatte schon fast gedacht: Das wird nichts mehr. Aber wie wir uns zurück gekämpft haben, das war richtig stark. Da bin ich richtig stolz.“

Doneck Dolphins Trier - Köln 99er 80:54

Trier: Annabel Breuer (6 Punkte), Corin Depping (2), Patrick Dorner (21), Valeska Finger, Lukas Jung (2), Jeljko Likic (2), Dirk Passiwan (29), Nathalie Passiwan (10), Correy Rossi (8)

beste Schützen Köln: Thomas Reier (17), Joe Bestwick (13), Bulut Kodal (9), Ryan Wright (8)