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Wiederaufbau der Dolphins beim Spiel gegen den Deutschen Meister

Rollstuhlbasketball : Dolphins spüren Abstiegsdruck: „Die Lockerheit ist weg“

Nach mehr als zwei Jahren empfangen die Doneck Dolphins Trier mal wieder den Serienmeister Thuringia Bulls. Nachdem die Trierer auf den letzten Tabellenplatz gerutscht sind, wartet eine Mammutaufgabe auf Spielertrainer Dirk Passiwan und sein Team.

Doppelte Herausforderung für die Rollstuhlbasketballer der Doneck Dolphins Trier beim zweiten Heimspiel des Jahres: Nach der schmerzhaften Auswärtsniederlage am vergangenen Sonntag in Hamburg müssen die Delfine sich für den Kampf gegen den Abstieg wieder sammeln. Ausgerechnet oder vielleicht auch glücklicherweise kommt das in den vergangenen Jahren erfolgreichste deutsche Team am heutigen Samstag, 16 Uhr, an die Mosel: der RSB Thuringia Bulls aus Elxleben bei Erfurt.

Ein Glücksfall ist das Duell insofern, weil Punkte gegen den amtierenden Deutschen Meister nicht eingeplant sind. Nach der krachenden 30:136-Niederlage im Hinspiel wäre alles andere als ein (klarer) Sieg der Bullen eine Riesenüberraschung. „Wir müssen uns trotzdem gut verkaufen“, appelliert Dolphins-Spielertrainer Dirk Passiwan  an den Kampfgeist der Mannschaft. Nachdem die Delfine auf den letzten Platz in der Bundesliga abgerutscht sind, gilt es, mit einem beherzten Auftritt wieder Selbstvertrauen aufzubauen.

Gegenüber dem Hinspiel ist die Ausgangslage bei den Dolphins personell besser. Im Oktober fehlten Nathalie und Dirk Passiwan wegen der anstehenden Geburt ihres Sohnes. Das Ehepaar ist heute ebenso wieder mit dabei wie Neuzugang Annabel Breuer. „Annabel ist am Mittwoch ins Training eingestiegen. Es läuft sehr gut“, sagt Passiwan über die erfahrene Nationalspielerin, die gegen Hamburg erstmals das Dolphins-Trikot trug. Illusionen gibt sich der 45-Jährige aber nicht hin: „Es wird extrem schwer, zumal bei Elxleben zwei Leistungsträger wieder mit dabei sind.“

 Selten kamen die Spieler der Doneck Dolphins Trier wie hier Correy Rossi beim ersten Playoff-Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft im Rollstuhlbasketball gegen die Thuringia Bulls aus Elxleben so frei zum Wurf.
Selten kamen die Spieler der Doneck Dolphins Trier wie hier Correy Rossi beim ersten Playoff-Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft im Rollstuhlbasketball gegen die Thuringia Bulls aus Elxleben so frei zum Wurf. Foto: Holger Teusch

Passiwan meint damit die Rückkehr von Dylan Fischbach und Kapitän André Bienek nach Verletzungen. Nur der österreichische Nationalspieler Hubert Hager fällt bei den Thuringia Bulls mit Grippe aus. Bei den Dolphins kehrt Valeska Finger zurück. Wegen der angespannten Corona-Lage will die Nationalspielerin momentan keine Reisen zu Auswärtsspielen machen. Verzichten muss Passiwan auf Kim Zettlitz, Corin Depping und Miljan Grujic.

„Wir versuchen, weiter an der Defense zu arbeiten“, sagt Passiwan. Gegen die beste Offensive der Liga (die Bulls werden in Trier den 1000. Korb in der aktuellen Saison werfen) wird sich da genügend Gelegenheit ergeben. Die Statistik zeigt: Gelingt es den Trierern, ihre Abwehrarbeit zu verbessern, kann der Bundesliga-Abstieg trotz des zurzeit letzten Tabellenplatzes noch verhindert werden. „Es ist noch nicht unmöglich“, sagt Passiwan, betont aber auch: „Dass sich die Situation für uns nach der Niederlage gegen direkten Konkurrenten Hamburg (Anmerkung: momentan vorletzter Platz) extrem verschlechtert hat, ist aber allen klar. Das merkt man auch im Training. Die Lockerheit ist weg.“

 Der Spielertrainer der Doneck Dolphins Trier Dirk Passiwan (hinten) und der Kapitän des RSB Thuringia Bulls André Bienek (im blauen Trikot) treffen erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder in Trier aufeinander.
Der Spielertrainer der Doneck Dolphins Trier Dirk Passiwan (hinten) und der Kapitän des RSB Thuringia Bulls André Bienek (im blauen Trikot) treffen erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder in Trier aufeinander. Foto: Holger Teusch

Hinter Rekordmeister RSV Lahn-Dill belegen die Thuringia Bulls derzeit den zweiten Platz. Äußerst knapp (69:71) ging das Hinrundenspiel beim Titelrivalen verloren. Dass das Team von Coach Michael Engel den Tabellenletzten unterschätzen wird, darauf dürfen die Trierer aber wohl auch nicht spekulieren.  „Es ist immer etwas Besonderes, gegen den ehemaligen Team-Deutschland-Mitspieler Dirk Passiwan zu spielen. Dirk ist immer in der Lage, an einem großen Tag ein Spiel alleine zu entscheiden“, wird Bullenkapitän Bienek in einer Pressemitteilung der Thüringer zitiert.

Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Clubs in Trier liegt coronabedingt allerdings schon mehr als zwei Jahre zurück. Am 16. Dezember 2019 gewannen die Bulls das Pokal-Viertelfinale mit 92:56. Vier Wochen zuvor brachten sie den Trierern in der Liga mit 100:64 eine hohe Heimniederlage bei. Alles geschah jedoch in der Universitätssporthalle, in die die Dolphins während der Sperrung der alten Mäusheckerweghalle und während des Neubaus ausweichen mussten. Am Mäusheckerweg war der Deutsche Meister noch nie unter der jetzigen Vereinsbezeichnung zu Gast. Erst 2016 nannte sich das RSB Team Thüringen in RSB Thuringia Bulls um. 

Zuschauer sind beim Heimspiel der Doneck Dolphins Trier gegen die Thuringia Bulls nicht zugelassen. Der Verein überträgt die Partie aber mit Hilfe des Offenen Kanals OK54 im Livestream: https://www.youtube.com/c/OK54B%C3%BCrgerrundfunkTrier