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Ein paar Fehler zu viel vor den Augen von Schweinsteiger & Co.

Ein paar Fehler zu viel vor den Augen von Schweinsteiger & Co.

Am Ende hat es nicht ganz gereicht: Die Trierer Basketballer haben ohne den erkrankten Brian Harper gegen den FC Bayern eine 66:72 (29:34)-Niederlage einstecken müssen.

München. Da stand jetzt also dieser blonde Mann im Trikot der Münchner Basketballer am Rande des Spielfelds, sichtlich glücklich und erleichtert. Und wer sah, wie viele Fans von den Rängen auf ihn zustürmten, um ein Autogramm zu ergattern, der konnte nur zu einem Schluss kommen: dass dieser blonde Mann beim gerade errungenen 72:66-Sieg des FC Bayern gegen die TBB Trier eine zentrale Rolle gespielt haben musste.
Nun ja, in Wahrheit hatte dieser blonde Mann nicht einen einzigen Punkt zum Erfolg beigesteuert. Fußball-Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger war gemeinsam mit seinen kickenden Kollegen Claudio Pizarro und Javier Martinez zu Besuch gekommen - wohl in der Erwartung, nach dem eigenen 2:0 gegen Frankfurt am Nachmittag nun einen weiteren souveränen Sieg zu erleben.
Doch das, was er dabei sah, konnte den bekennenden Basketball-Fan nicht nur begeistern. Denn die favorisierten Münchner taten sich gegen eine vor allem defensiv gute Trierer Mannschaft in vielen Phasen schwer. "Insgesamt ein großes Lob für meine Mannschaft, wie sie hier aufgetreten ist", sagte Triers Trainer Henrik Rödl. "Wir hatten unsere Chancen heute und wir waren sehr nah dran, aber München hat in den entscheidenden Momenten gut getroffen."
Dabei hatte das Spiel für die TBB, für die Brian Harper krankheitsbedingt nicht auflaufen konnte, gut begonnen. Nach einer Serie führten sie schnell 11:3. Dann arbeiteten sich die Münchner peu à peu zwar erst heran und dann vorbei, doch zu keinem Zeitpunkt gelang es ihnen, eine deutliche Differenz zwischen sich und den Gegner zu legen. Mal waren es nur zwei Zähler, mal acht - und als die Trierer dank Vitalis Chikokos Korb zum 52:51 in der 32. Minute erstmals seit Beginn des zweiten Viertels wieder in Führung gingen, sah es endgültig so aus, als sei eine Überraschung möglich.
Qualitätsunterschiede


Aber ein Motto des Abends war: Wann immer sich ein kritischer Moment für den Spielverlauf andeutete, zeigte sich dann doch ein Qualitätsunterschied zwischen den Teams. Die Spieler der TBB vergaben oftmals leichte Versuche, vor allem die Quote bei den Zwei-Punkte-Würfen (zur Halbzeit lediglich 22 Prozent, insgesamt immerhin 37 Prozent) war schwach. "Wir hatten da zwei, drei Szenen", war Trainer Rödl nach dem Spiel leicht ratlos. "Fast jeder der jungen Spieler hatte heute eine starke und eine schwache Halbzeit." Bastian Doreth, vom FCB nach Trier verliehener Aufbauspieler, sagte: "In Drucksituationen gegen bessere Mannschaften haben wir eben noch Probleme."
Die Münchner wiederum konnten froh sein, Aufbauspieler Tyrese Rice in ihren Reihen zu haben. 16 Punkte warf der US-Amerikaner insgesamt, viele davon in entscheidenden Momenten - und die wohl wichtigsten davon 95 Sekunden vor Schluss. Rice nahm aus einer schwierigen Position einen Dreier, die Sirene für den Ablauf der Angriffszeit erklang, doch der Ball landete im Korb. 67:62, das war die Vorentscheidung. Auch eine letzte Auszeit von Trainer Rödl half nichts mehr.
FC Bayern: Rice 16, Troutman 7, Hamann 0, Thomas 12, Halperin 10, Roberts 5, Benzing 0, Greene 3, Jagla 7, Homan 12
TBB Trier: Linhart 13, Saibou 3, Doreth 2, Howell 7, Seiferth 5, Mönninghoff 0, Stewart 14, Chikoko 8, Bucknor 14
Viertelstände: 18:15, 34:29 (Halbzeit), 51:47, 72:66
Zuschauer: 5397