Ein Team, das Lust auf mehr macht

Ein Team, das Lust auf mehr macht

Mit dem 73:71 (35:40)-Erfolg beim Mitteldeutschen BC haben die Trierer Bundesliga-Basketballer dokumentiert, dass sie im Kampf um die Playoff-Plätze ein Wort mitreden wollen.

(wir) Trainer Henrik Rödl, der bisher in Sachen Playoffs so zurückhaltend war wie sein Fußballkollege Jürgen Klopp von Borussia Dortmund in punkto Meisterschaft, will zwar weiter "von Spiel zu Spiel denken", sagt aber auch: "Wenn du die Chance hast, die Playoffs zu packen, dann willst du sie auch nutzen."

Eine Vorgabe hat sein Team bisher glänzend umgesetzt. Als Rödl vor zwei Wochen von "richtungweisenden Spielen gegen Teams auf Augenhöhe" sprach, "weil es gegen Teams geht, die wir zu Hause nur knapp geschlagen haben", kann er nun zufrieden konstatieren: "Wir haben sie auch auswärts gepackt."

Wie erwartet entwickelte sich in der Saale-Stadt eine von Anfang bis Ende offene und spannende Partie. Die Entscheidung fiel erst mit der Schluss-Sirene, als George Evans beim Stand von 72:71 einen Dreier von Ronald Ross vom Ring pflückte und dann noch einen von zwei Freiwürfen verwandelte. Kurz zuvor schien die Vorentscheidung schon nahe, als die TBB beim Stand von 68:66 (38.) nach einem technischen Foul gegen den MBC die Chance hatte, auf sechs oder sieben Punkte davonzuziehen. Aber ausgerechnet der beste Freiwerfer, Barry Stewart, verfehlte zweimal, und auch der folgende Angriff verpuffte. So blieb bis in die letzte Sekunde vor 2400 frenetisch mitgehenden Zuschauern alles offen. Mit der Basketballweisheit konfrontiert, dass Trainer knappe Spiele gewinnen, lacht Rödl: "Ich habe sicher einen Anteil daran, aber die Spiele gewinnen und verlieren wir zusammen." Er lobt sein Team "für den Willen, den Einsatz und die Konzentration" und bezieht das nicht nur auf die Spiele: "Sie sind mit ganzem Herzen dabei und bleiben immer auf dem Teppich." Diese Eigenschaften, die wieder gewonnene Auswärtsstärke - mit fünf Siegen in fremden Hallen zählt die TBB zu den Topteams der Liga - und die jederzeit an den Tag gelegte Stärke des Kollektivs, erlaubt den Trierer Fans, nach einer langen Durststrecke davon zu träumen, unter die ersten Acht zu kommen. Aber dazu muss das Team weiterhin die Spiele gegen die Kontrahenten gewinnen, die sich auf Augenhöhe befinden.

Am Wochenende wartet mit Phoenix Hagen (Sonntag, 17 Uhr, Arena Trier) ein solcher Gegner. Dann soll auch Oskar Faßler nach überstandener Achillessehnenverletzung wieder dabei sein. In Weißenfels überzeugten die Rödl-Schützlinge trotz eines sehr gut aufgelegten Dru Joyce erneut mit ihren größten Qualität - der Teamarbeit.

TBB Trier: Stewart (10), Joyce (16), Zwiener (16), Dojcin (5), Faßler (n.e.), Karamatskos (n.e.), Bynum (7), Evans (9), Picard (0), Clay (2), Zirbes (8)