Erstklassig!

Das Zittern ist vorbei: Basketball-Bundesligist TBB Trier kann nach dem 78:70-Sieg in Frankfurt entspannt ins Saisonfinale gehen. Vor allem der Ex-Frankfurter Jermaine Bucknor hatte richtig Spaß. Er wurde gemeinsam mit Andi Seiferth Topscorer.

Trier/Frankfurt. Cheftrainer Henrik Rödl fiel ein Stein vom Herzen: "Ich bin überglücklich und stolz auf mein Team, das nur wenige Fehler gemacht hat." Die Erleichterung war riesig, die ganze Anspannung der letzten sieglosen Wochen perlte ab. Aber eine Party im Teambus auf dem Weg zurück von Frankfurt nach Trier? Die gab es nicht, auf Weisung von Henrik Rödl - schließlich muss sein Team am Mittwoch schon wieder in Berlin ran.
Der große Druck ist vor dem Hauptstadt-Trip weg. Offen ist nach dem überzeugenden 78:70 (34:35) beim Mitkonkurrenten Frankreich zwar noch, auf welchem Platz die TBB die Saison beendet. Aber es wird kein Abstiegsplatz sein. Den machen Frankfurt und Ludwigsburg im Abstiegsendspiel gegeneinander unter sich aus, im Fernduell mit Braunschweig.
Puh, erst mal durchatmen - dann feiern! Das dürften sich am Samstagabend die über 100 TBB-Fans gedacht haben, nachdem ihr Team dank einer sehr starken zweiten Halbzeit in Frankfurt den Grundstein für die nächste BBL-Saison gelegt hatte.
Denn der Sieg war nicht nur verdient, sondern auch bitter nötig: Gleichzeitig hatten zumindest zwei Abstiegskonkurrenten vorgelegt. Für die Trierer begann die Partie bei den zuletzt erfolgreicheren Frankfurtern nicht optinal. Offensiv lief anfangs fast alles über Andreas Seiferth, der bereits zehn Punkte im ersten Viertel machte.
Die Gastgeber setzten sich aber auf 28:18 ab. Flügelspieler Barry Stewart verkürzte in seinem 100. BBL-Spiel unmittelbar vor der Halbzeitpause auf 34:35 - und ab diesem Zeitpunkt war die TBB so richtig im Spiel.
Ganz stark präsentierten sich die Trierer im dritten Viertel, in dem sie die Kontrolle übernahmen. Die TBB war nun heiß, wollte unbedingt den ersten Sieg nach zuletzt fünf Niederlagen. Jermaine Bucknor legte zum 71:60 vor. Er war vor allem in der zweiten Halbzeit ein ganz wichtiger Faktor für den TBB-Sieg gegen am Ende nervöse Frankfurter. Die TBB hat damit nach der zuschauerstärksten Saison aller Zeiten Planungssicherheit für die nächste Saison - die Lizenz hatte der Club am Mittwoch bereits ohne Auflagen erhalten.
Frankfurt - TBB 70:78 (34:35)
TBB Trier: Bucknor 14, Seiferth 14, Stewart 13, Linhart 12, Doreth 8, Harper 6, Chikoko 5, Mönninghoff 3, Saibou 3
Frankfurt: Robertson 14, Brooks 13, Klein 11, Prowell 8, Peacock 8, Barthel 6, Merz 6, Vogtmann 4
Viertelstände: 22:18, 35:34, 51:56, 78:70
Zuschauer: 4450 (ausverkauft)
Meinung

Richtige Antwort
Was irgendwie schiefgehen kann, wird auch schiefgehen. Das besagt Murphys Gesetz - und oft genug hat sich das Pessimisten-Credo auch erfüllt. Bei der TBB Trier wurde das nach fünf Niederlagen in Folge immer mehr zum Thema: Kann eine Saison, die aus Fansicht viel besser lief als erwartet - mit der überraschenden Pokalteilnahme, mit 20 Prozent Steigerung beim Zuschauerschnitt, mit dem langfristigen Engagement von Henrik Rödl - noch in der Katastrophe enden, mit dem Abstieg? Die Mannschaft hat am Samstag mit einem kollektiven Kraftakt beim Sieg in Frankfurt die richtige Antwort gegeben. Devise: Wir stoßen nicht um, was wir uns mit viel Arbeit und Einsatz aufgebaut haben. Der Klassenerhalt ist damit für die TBB perfekt. Das sind angenehme Aussichten vor den abschließenden Auswärtsspielen und der Abschlussparty am Sonntag in Trier auf dem Petrisberg. Da kann Murphy allenfalls noch Regen auf Lager haben. Aber das wäre definitiv das kleinere Übel. a.feichtner@volksfreund.de