| 17:15 Uhr

Euroleague
Die Bayern starten in die Königsklasse des Basketballs

Bayerns Center Devin Booker im Anflug auf den Korb.
Bayerns Center Devin Booker im Anflug auf den Korb. FOTO: dpa / Andreas Gebert
Die Basketballer des FC Bayern München spielen in dieser Saison in der Euroleague, der Königsklasse in Europa. Eine Herausforderung sind die vielen Spiele. Deswegen gibt es aus München auch keine großen Töne.

Die Rückkehr in die EuroLeague wird für Bayern München zu einer Reise ins Ungewisse. "Ich bin sehr gespannt, wie unsere Mannschaft die neue Belastung verkraften wird", sagte Klubpräsident Uli Hoeneß. Erstmals tritt der deutsche Basketballmeister im veränderten Modus gegen die Besten an, es warten mindestens 30 Spiele und reichlich Flugkilometer.

Zuletzt war der Double-Gewinner 2015/16 in der Königsklasse dabei, jetzt mischt der Bundesligist wieder mit, und das bis mindestens 2021. Diesmal gelang die Qualifikation durch den Meistertitel, für die nächste und die übernächste Saison haben die Bayern bereits Wildcards erhalten. Das ist gerade für die langfristige Planung enorm wichtig.

Hoeneß zweifelt nicht daran, dass die derzeitige deutsche Nummer eins auch darüber hinaus dabei sein wird. "Aber wir dürfen nicht so arrogant sein zu glauben, dass der FC Bayern mal eben die Euroleague aufmischt", sagte der 66-Jährige. Zunächst einmal müsse sich die Mannschaft an die ungewohnte Anstrengung "gewöhnen und in den Rhythmus kommen".

Bei allem Respekt vor der großen Aufgabe ist auch eine Menge Vorfreude dabei. "Manchmal kommt mir die Grundstimmung gerade bei Medien so vor, als sei die Euroleague eine Bestrafung. Dabei wollten wir ja genau dorthin, denn das ist eine Herausforderung für uns", meinte Geschäftsführer Marko Pesic. Klar ist aber auch, dass nun eine Dreifachbelastung beginnt, die Bayern haben noch ein Minimum von 63 Saisonspielen vor der Brust. Es werden aber sicher über 70.

Trainer Dejan Radonjic kann das nicht schrecken. "In meiner letzten Saison bei Roter Stern hatten wir 84 Spiele. Ich weiß also, was für eine Herausforderung da auf uns zukommt", sagte der Montenegriner. Radonjic saß beim Gegner auf der Bank, als die Bayern in ihrem bislang letzten Euroleague-Spiel in Belgrad an der Qualifikation für die Top-16-Runde scheiterten.

Diese zweite Gruppenphase gibt es nicht mehr. Insgesamt sind nur noch 16 Teams dabei, die sich untereinander in einer Liga mit Hin- und Rückspiel messen. Acht Klubs kommen ins Viertelfinale, das logische Ziel der Bayern. Brose Bamberg hatte es in den vergangenen beiden Jahren verfehlt.

Los geht es am Donnerstag (20.30 Uhr/Telekom Sport) gegen Anadolu Istanbul. Der 13-malige türkische Meister und aktuelle Pokalsieger hat interessante Spieler dabei. Shane Larkin und Rodrigue Beaubois waren bei den Dallas Mavericks einst Teamkollegen von NBA-Superstar Dirk Nowitzki, auch der deutsche Nationalspieler Tibor Pleiß spielt für Anadolu.

Die Bayern haben den Gästen unter anderem Neuzugang Derrick Williams entgegenzusetzen, der in der NBA 428-mal aufgelaufen ist und 2017 an der Seite von LeBron James mit den Cleveland Cavaliers im Finale stand. Bei seiner Entscheidung für München hat die EuroLeague "eine große Rolle gespielt, das ist einer der besten Wettbewerbe der Welt", sagte der Amerikaner.

Ein erfolgreicher Start wäre wichtig, Hoeneß bleibt aber vorsichtig. "Wir müssen aus meiner Sicht etwas demütig an die Sache herangehen", sagte der Klubboss: "Immerhin haben wir es mit großen Basketball-Vereinen zu tun, die auch alles auf die EuroLeague setzen."

Laut Pesic werden die Bayern "wettbewerbsfähig sein, da bin ich mir sicher. Ob das heißt, dass wir 15 Spiele gewinnen oder acht, das kann ich nicht sagen."

(sef)