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Familiensache unter Eifeler Körben

Familiensache unter Eifeler Körben

Nach dem Oberliga-Aufstieg schlagen sich die jungen Basketballerinnen des TV Bitburg in der neuen Saison bisher beachtlich.

Bitburg Verloren und doch gewonnen. Dass der Gegner aus Linz, verlustpunktfreier Tabellenführer und als Favorit angereist, am Ende mit 63:54 (36:24) die Oberhand behielt, war aus Sicht der Bitburger Basketballerinnen an diesem Abend eher zweitrangig. Die jungen Korbjägerinnen aus der Eifel, zur neuen Saison erst in die Oberliga Rheinland-Pfalz-Saar aufgestiegen, taten das, was sie sollten: lernen, Erfahrungen sammeln, sich mit neuen Gegnern auf hohem Niveau messen. Und da lesen sich die gerade mal neun Punkte Unterschied zwischen Neuling und Titelaspirant doch schon verheißungsvoll.
"Der Großteil des Teams setzt sich aus "U-18"-Spielerinnen zusammen. Eigengewächse, wie man so schön sagt. Im Verein ausgebildet, aus Bitburg und Umgebung", erläutert Yvonne Roller.
Sie, deren Tochter Gina sowie ihre Mitspielerin Nina Gerten noch zusätzlich zum Team des WNBL-Erstligisten Saarlouis Royals gehören, ist Schiedsrichterin, Co-Trainerin im Jugendbereich und hilft in der Abteilungsleitung. Kurzum: Sie ist so eine Art Mädchen für alles.
Als Landesliga-Meister gehen die Bitburgerinnen mit der gleichen Formation das Abenteuer Oberliga an. Es beinhaltet weitere Fahrten, anspruchsvollere Begegnungen und das Gefühl, öfter zu verlieren als zu gewinnen. Das Ziel könne nur heißen "drinbleiben und sportlich weiterkommen", sagt Roller. Die bisherige Bilanz von zwei Siegen und fünf Niederlagen überrascht sie positiv: "Wenn wir am Ende Drittletzter werden und die Klasse halten, haben wir unser Ziel erreicht."
Vieles geht bei den TVB-Basketballerinnen über die viel beschworene ,Vereinsfamilie'. So wie etwa bei Trainer Johannes Pütz. Ein Quereinsteiger als Coach, der erst damit konfrontiert wurde, als seine Tochter die Lust am Basketball fand. "Ich bin dann öfter zu Michael Edringer nach Trier gefahren, und habe mir dort das Training angesehen, um zu lernen", berichtet er. Inzwischen ist er nicht nur Trainer, sondern auch Abteilungsleiter.
Zweimal pro Woche bittet Pütz seine Akteurinnen in die Halle. "Mehr lässt die Hallensituation im Moment in Bitburg nicht zu." Darüber hinaus holen sich die Oberliga-Akteurinnen noch Spielpraxis bei der männlichen U 16 und in der Schulmannschaft des St. Willibrord-Gymnasiums, mit der sie das Finale von "Jugend trainiert für Olympia" erreicht haben.
Für Gina Roller und Nina Gerten bleibt es nicht bei diesem Aufwand. An den meisten Tagen bis 16 oder 16.30 Uhr Schule, dann bis zu viermal pro Woche Training in Bitburg oder Saarlouis. Für sie sei das eher Ansporn als Belastung. In der nächsten Saison, glauben beide, "können wir dort den Sprung zu Führungsspielerinnen schaffen. In der Oberliga sind wir das trotz unseres jungen Alters jetzt schon".
Den Fahrdienst zu den weiten Spielen übernehmen die Eltern der Mädchen. Wechselweise. "Das war vorher ausgemacht. Ohne gegenseitige Hilfe geht es nicht", sagen Roller und Pütz.
Ein oder zwei Jahre könne das erfolgreiche Team in dieser Besetzung wohl noch so weiterspielen. Dann wird die eine oder andere Spielerin nach der Schule sicherlich einen anderen Weg einschlagen.
Und was kommt dann? "Wir haben eine U 14, da wird gute Arbeit geleistet. Leider keine U 16", sagt Yvonne Roller. Für Nachwuchs unter den Körben ist also gesorgt. Der Aufstieg der "Großen" in die Oberliga bringt dem Verein auch in Zukunft sicher neue Talente.