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Faßlers Film heißt Trier Calling

Faßlers Film heißt Trier Calling

Der "nächste Schritt" für einen talentierten Jung-Profi: TBB-Neuzugang Oskar Faßler (22) kennt die Basketball-Bundesliga seit Jahren - aber richtig viel Spielzeit gibt es für den aus Berlin stammenden Flügelspieler womöglich erst in Trier.

Trier. Berlin Calling. So heißt ein Film über das Nachtleben in der Hauptstadt. Elektronisch, exzessiv, wild. Mit DJ Paul Kalkbrenner in der Hauptrolle. "Kalkbrenner kommt nach Luxemburg, oder?", sagt Oskar Faßler. "Den mag ich ganz gerne." Eine Randbemerkung. Für den 22-jährigen Berliner ist Musik ein Hobby. Er mag Hip Hop, Elektro oder Indie, greift selbst gelegentlich zur Gitarre ("Mein Bruder ist richtig gut."). Aber die Abendplanung jenseits des Basketballs ist derzeit zweitrangig. Entscheidend ist das Hobby, das er - Phrase hin oder her - vor Jahren zum Beruf gemacht hat: Profi-Basketballer. Das brauche Talent, Disziplin, Durchsetzungsvermögen. Aber auch den Willen, Verantwortung zu übernehmen. Lange überlegen musste er nicht, als Trainer Henrik Rödl ihn nach Trier lotsen wollte. Rödl hat die Laufbahn des früheren Junioren-Nationalspielers immer verfolgt. Beide kennen sich seit sechs Jahren. "Er ist eine ganz wichtige Person in meinem Leben", sagt Faßler.

Berlin ruft nicht mehr. Faßlers persönlicher Film heißt Trier Calling, Einsatz für die TBB. Das bedeutet auch: ein weiterer Schritt für Faßler, der als Neunjähriger über seinen Vater - einen Sportlehrer - zum Basketball kam und den Fußball dafür in die Ecke trat.

Bisher stimme in Trier alles. Die Teamchemie? "Die ist super", sagt Faßler. Ob es Gruppenbildung gebe - schließlich kennen sich viele Neu-Trierer aus Berlin? "Absolut nicht. Bei uns hilft jeder jedem." Wenn er nach seinem persönlichen Ziel gefragt wird, gibt sich der flexible Spieler, der sowohl auf dem Flügel als auch im Aufbau eingesetzt werden kann, diplomatisch: "Wir müssen uns als Mannschaft weiterentwickeln und Erfolg haben. Davon profitiert dann jeder Spieler."

Wenn man ihn fragt, was ihm noch fehle, sagt er, dass man sich stets verbessern kann. Immer. Überall. "Ein bisschen BBL-Erfahrung fehlt mir zudem." Im starken Alba-Kader sprang wenig Spielzeit für den 1,98-Meter-Mann heraus. Mehr Zeit gab es beim Mitteldeutschen BC. Seine Stärken? "Ich bin flexibel, treffe ganz gut draußen und gehe aber auch zum Korb."

Bisher standen die Vorbereitung unter dem Stichwort "Schwitzen". Hartes Training. Viele Reisen. Ein strammes Programm. "Ich war zwischendurch ziemlich kaputt. Aber das ist kein schlechtes Zeichen", sagt Faßler. Absolute Fitness sei die Grundlage für eine gute Saison. Gerade bei der Spielweise, auf die Rödl setzt: auf sehr aggressive Defensive, schnelles Umschalten. Bisher gab es in den vier Testspielen noch keinen Sieg. Das soll sichnun ändern: Am Freitag und Samstag stehen beim IT-Haus-Cup die ersten Tests in der Arena Trier an. Am Freitag geht es gegen die Eiffel Towers Den Bosch (Freitag, 20.30 Uhr). Zuvor trifft Frankfurt auf Mons (18 Uhr).

HINTERGRUND

TBB-Flügelspieler Oskar Faßler (Trikotnummer 11) wurde am 8. Juli 1988 in Berlin geboren. Er ist 1,98 Meter groß, wiegt 90 Kilo. Von 2005 bis 2010 stand er im Kader von Alba. In der Rückrunde 2010 spielte Faßler für den MBC und Jena. Manchmal braucht er Abwechslung zum orangenen Ball - beim Beachvolleyball oder Wellenreiten. (AF)