FC Bayern: Der etwas andere Aufsteiger

FC Bayern: Der etwas andere Aufsteiger

Die Bayern kommen - und das mit aller Macht! Neben ihrer Dominanz im Fußball wollen die Münchner nun auch unter den Basketballkörben hoch hinaus.

„Mittelfristig wollen wir deutscher Meister werden“, sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß vor dem Saisonauftakt in der Basketball Bundesliga am 3. Oktober bei den Telekom Baskets Bonn. Mit dem früheren Bundestrainer Dirk Bauermann an der Seitenlinie und einem Starensemble auf dem Parkett sind die Bayern alles andere als ein normaler Aufsteiger. „Wir werden von Anfang an gejagt werden, das ist uns bewusst“, sagte Bauermann der Nachrichtenagentur dpa.

Der 53-Jährige ist seit einem Jahr an der Säbener Straße tätig und begeistert davon, was seitdem in der bayerischen Landeshauptstadt entstanden ist. „Das ist das interessanteste Basketball-Projekt in Europa. Überall werde ich darauf angesprochen, was gerade in München passiert“, erzählte Bauermann voller Begeisterung.

Dass er nach dem bitteren Zwischenrunden-Aus bei der Europameisterschaft in Litauen, wo er letztmals als Bundestrainer fungierte, nur eineinhalb Tage Pause hatte - kein Problem. „Natürlich ist das hart und bei einem normalen Job wäre es mir sicher schwerer gefallen. Aber das hier ist der FC Bayern“, sagte Bauermann.

Bei der Generalprobe gegen den türkischen Spitzenclub Fenerbahçe Istanbul gelang ihm mit seinem neu formierten Team am Donnerstagabend ein 78:73-Sieg. Mehr als 6000 Zuschauer waren in den schmucken Audi Dome gekommen, der für das Basketball-Projekt des großen FC Bayern runderneuert wurde. Auch Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger mit Freundin Sarah Brandner und Fußball-Weltmeister Paul Breitner ließen sich die Eröffnung nicht entgehen.

„Mit der Allianz Arena haben wir den Fußballfans ihre Heimat gegeben. Die Basketballer haben jetzt mit dem Audi Dome ihre eigene Heimat“, sagte Hoeneß bei der Einweihung der ehemaligen Rudi-Sedlmayer-Halle, in der 1972 das Olympia-Finale im Basketball stattgefunden hatte. „Das ist eine der schönsten Hallen in Deutschland“, schwärmte Bauermann.

In ihrem neuen Zuhause fühlen sich die Bayern also bereits wohl, in der Fremde wird ihnen wie den Fußballern aber auch Abneigung entgegenschlagen. „Wir haben die Spieler darauf vorbereitet“, sagte Bauermann, der schon zu seiner Zeit als Serienmeister bei Bayer Leverkusen in den 90er Jahren eine Reizfigur war.

Mit einem Etat von rund sieben Millionen Euro zählen die Münchner zusammen mit Titelverteidiger Bamberg und ALBA Berlin sofort zu den Branchengrößen. Doch auch wenn mit den Bayern ein „weiterer Konkurrent um die Playoff-Plätze“ (Frankfurts Trainer Muli Katzurin) hinzugekommen ist, freut sich die Liga auf das Engagement des Fußball-Rekordmeisters im Basketball.

„Basketball in Deutschland ist trotz neuer Hallen und vieler Zuschauer weiterhin eine Randsportart, darum müssen wir immer wieder in den Medien stehen. Da ist ein Name wie der des FC Bayern natürlich sehr hilfreich“, sagte Michael Koch, Trainer des Münchner Premierengegners Bonn, in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

„Bayern München ist der Sport-Name schlechthin, auch in Europa“, sagte Gießens Coach Björn Harmsen. Braunschweigs Sportdirektor Oliver Braun ist ebenfalls begeistert, will sich aber noch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. „Das Projekt muss auf lange Sicht geplant sein, damit es auch wirklich für den Basketball Früchte trägt“, sagte Braun. Bayern-Präsident Uli Hoeneß kann ihm diese Sorge nehmen. „Wenn ich etwas mache, dann auch richtig“, sagte Hoeneß.