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Feiernde Rastafari und ein Ende zum Vergessen

Feiernde Rastafari und ein Ende zum Vergessen

Auftakt verpatzt: Die TBB Trier hat sich beim 84:87 (38:36) im Bundesliga-Heimspiel gegen Aufsteiger Rasta Vechta in den Schlussminuten selbst um den Sieg gebracht. Bereits heute macht sich das Team von Cheftrainer Henrik Rödl auf den Weg nach Braunschweig.

Trier. Für die Fatalisten ist Murphys Gesetz immer noch brandaktuell. Das besagt: Alles, was irgendwie schiefgehen kann, wird auch schiefgehen. Das ist natürlich empirisch nicht zu belegen. Aber manchmal huscht das Unglück selbst dann noch um die Ecke, wenn man es schon fast aus den Augenwinkeln verloren hatte.
Zumindest aus TBB-Sicht. Am Donnerstagabend, beim Trierer Bundesliga-Auftakt gegen den Aufsteiger Rasta Vechta. Da hatte Murphy knapp fünf Minuten vor Schluss eigentlich schon die Koffer gepackt, war schon praktisch raus aus der Arena. Mit 14 Punkten führte die TBB, die nach nervöser Anfangsphase die Partie zumeist im Griff hatte - trotz der Ausfälle von Warren Ward (er kam wegen einer Schulterverletzung nicht zum Einsatz) und auch von Tony Canty, der sich im Training beim Hinterherspringen nach einem Ball eine Schulterverletzung zugezogen hat. "Ich weiß noch nicht, wie lange ich ausfallen werde", sagt der Aufbauspieler. Wenn es schlecht läuft, könnte der A2-Nationalspieler wochenlang fehlen.
Was danach kam, nach dem 80:66, war zumindest für die rund 100 mitgereisten Fans von Rasta Vechta ein Traum beim Premieren-Auftritt in der Bundesliga: Bei Trier ging nichts mehr. Auch, weil Laurynas Samenas, Andy Seiferth, Trevon Hughes und vor Spielende auch Mathis Mönninghoff mit dem jeweils fünften Foul vom Platz mussten. Die TBB wurde nervöser, fahriger, produzierte in den Schlussminuten reihenweise Fehler, auch die Schiedsrichter passten sich dem an - und Rasta sagte Dankeschön. Die letzten Minuten gingen mit 21:4 an die Gäste, die den Auswärtssieg ausgiebig feierten.
"Ich bin etwas verärgert, dass wir am Ende die hohe Führung liegen ließen. Man hat gesehen, dass die Kraft und die Konzentration nachgelassen haben - das darf nicht passieren", kommentierte TBB-Trainer Henrik Rödl. Er hatte nach der schwierigen Vorbereitungsphase mit vielen Ausfällen und reihenweise Testspiel-Niederlagen aber auch Positives gesehen. "Ich bin trotzdem stolz auf mein Team." Vom Kämpferischen her konnte er seinen Jungs keinen Vorwurf machen. Es war aber auch deutlich, dass die Mannschaft noch einige Zeit brauchen wird, bis die Systeme alle nach Wunsch laufen können.Extra

Gut gefüllte Arena: Die gute Zuschauerresonanz bei der TBB geht auch in der neuen Saison weiter. Die Besucherzahl gegen den Aufsteiger Vechta (4324) lag überraschend sogar knapp über dem Schnitt des Vorjahres. Zum Vergleich: Im Vorjahr kamen zu den ersten beiden Heimspielen nur etwas mehr als 3000 Zuschauer. Schwere Aufgabe: Die TBB macht sich am Samstagmittag auf den Weg nach Braunschweig. Dort müssen die Trierer am Sonntag bei den Phantoms ran (17 Uhr). Die Gastgeber sind bestens in die neue Saison gestartet - sie gewannen gegen den Playoff-Anwärter Ulm mit 94:85. In der spannenden Schlussphase behielt der frühere Ulmer Isaiah Swann die Nerven - er war gemeinsam mit James Florence Topscorer seines Teams (je 20 Punkte). Damit feierte der neue Braunschweiger Trainer, der Österreicher Raoul Korner, einen gelungenen Start in der BBL. Bereits am Mittwoch steht für die TBB das nächste Heimspiel an. Gegner ist der Mitteldeutsche BC, der wie Vechta zu den Abstiegskandidaten gezählt wird. AF