Filiale spielt gegen Zentrale

Filiale spielt gegen Zentrale

Die Trierer Basketball AG als Filiale des achtmaligen deutschen Meisters Alba Berlin zu bezeichnen, ist durchaus berechtigt. Fünf Spieler, Trainer und Co-Trainer waren zuvor bei den Albatrossen aktiv, dem nächsten Gegner der TBB (Samstag, 20 Uhr, Arena).

Trier. Mehr als die Hälfte des aktuellen Trierer Teams kommt aus der Hauptstadt. Was geht in den Spielern vor, die das Duell mit ihrem alten Club vor sich haben, der in der Bundesliga immer noch den zugkräftigsten Namen hat?
Nach außen sind sie die Ruhe selbst. Die sichtbar größte Freude und "positive Nervosität" ist Youngster Joshiko Saibou anzumerken, "weil ich außer in Trier nur in Berlin gespielt habe". Mit acht Jahren ist er zum Farmteam von Alba, zum TuS Lichterfelde gekommen, und sieht für sich selbst durchaus die Gefahr einer emotionalen Überreaktion.
Andreas Seiferth kann und will keinen Vergleich ziehen, "weil in Berlin alles anders ist". Die engste Bindung hat er zu Co-Trainer Alan Ibrahimagic, aber auch zu einigen Spieler, "vor allem den deutschen Spielern im Kader", und glaubt: "Dieses Spiel wird intensiver und emotionaler als viele andere."
Der Routinier und Trierer Kapitän Dragan Dojcin hat einen niedrigen Ruhepuls. Er denkt weniger an das Spiel am Samstag als an den sportlichen Wert seiner drei Jahre in Berlin: "Das war der größte Club, bei dem ich je gespielt habe." Dass das Duell mit Alba besonders wird, sieht er für sich selbst weniger ("Spiel ist Spiel"), ist sich aber sicher: "Die Jungs werden noch motivierter sein als sonst. Und wenn alles zusammenpasst, können wir sie schlagen."
Oskar Faßler, der derzeit etwas mit sich selbst hadert, "weil ich nach meiner Erkrankung noch nicht zu der Form gefunden habe, die ich mir wünsche", sieht vor der Partie gegen seinen alten Club noch nicht so richtig klar: "Im Moment denke ich noch gar nicht so sehr daran. Aber je näher der Spieltermin rückt, desto mehr rücken auch die Erinnerungen ins Bewusstsein." Er glaubt, dass sich im unmittelbaren Vorfeld der Partie eine Mischung aus "Nervosität und positiver Anspannung" einstellen wird. Eine emotionale Bindung zur Stadt hat er nach wie vor, "weil meine Mutter dort lebt und ich nach wie vor viele Freunde dort habe. Im Team verbindet mich am meisten mit Lucca Staiger."
Fünf Jahre lang spielte Philip Zwiener in der Hauptstadt und denkt, dass es für jeden einzelnen Spieler etwas Besonderes ist, gegen Alba zu spielen. "Aber auch, wenn das nach den zurückliegenden Resultaten vielleicht unrealistisch oder überheblich klingt, sage ich, dass wir auch Berlin schlagen können." Am meisten freut er sich auf Heiko Schaffartzik, Lucca Staiger und Sven Schultze, rechnet mit Marko Simonovic, Bryce Taylor und Derrick Allen als Gegenspieler und versichert: "Wenn der Ball im Spiel ist, werden alle eventuell vorhandenen Sentimentalitäten ausgeblendet sein."Extra

Kurz-Vertrag: Die TBB Trier geht mit personeller Verstärkung ins Hammerprogramm der nächsten Wochen (Berlin, Bayern, Bamberg): Der 23-jährige Aufbauspieler James Washington wechselt vom amerikanischen College-Team Middle Tennessee Blue Raiders an die Mosel. Das teilte die TBB mit. Washington erhält einen Tryout-Vertrag, der vorläufig auf vier Wochen befristet ist. Er kann laut TBB auf beiden Guard-Positionen eingesetzt werden. Bereits am Samstag dürfte der Amerikaner im Heimspiel gegen Alba Berlin (20 Uhr) zum Einsatz kommen. In der vergangenen Woche hatte E.J. Gallup die Trierer Basketballer verlassen. AF

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