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Flieg nicht zu hoch, großer Freund!

Flieg nicht zu hoch, großer Freund!

Das dicke "B" ist zu Gast: Alba Berlin präsentiert sich in der Liga seit Wochen in bestechender Form. Basketball-Bundesligist TBB Trier ist auf praktisch allen Positionen unterlegen. Keine Chance also vor dem großen Duell am Samstag in der Arena Trier (20 Uhr)? Abwarten, findet TBB-Trainer Henrik Rödl.

Trier. Eine volle Trierer Arena. Ein Duell, das viele Erinnerungen weckt. Ein Treffen langjähriger Weggefährten. Die alte Geschichte Underdog gegen Überflieger. Das alles ist gesetzt, wenn Alba Berlin zu Gast bei der TBB ist. Seit vergangenem Jahr ist ein Familientreffen daraus geworden: Joshiko Saibou, Oskar Faßler, Philip Zwiener, Dragan Dojcin, Andreas Seiferth - die TBB hat theoretisch eine ganze Start-Formation an Berlinern auf Lager, dazu kommt das Trainergespann Henrik Rödl und Thomas Päch. Saibou und Seiferth werden sich zwar hinter Dru Joyce und Maik Zirbes einreihen müssen. Aber in puncto Berlin-Dienstjahren kann Trier mit den Hauptstädtern mithalten. Auch auf dem Parkett?
Der Trend spricht für die Gäste. Die Saison war gerade eine Woche alt, da kassierte Alba im dritten Spiel die zweite Niederlage. Danach legte das Team von Cheftrainer Gordon Herbert den Schalter um: In der Liga gab es zuletzt sechs Siege in Folge, kein anderes BBL-Team hat derzeit einen solchen Lauf. Die TBB hat mit der Auswärtsniederlage in Ludwigsburg eine bessere Ausgangsposition vor dem schweren Programm der nächsten Wochen verpasst. Nach dem Berlin-Spiel geht es zum FC Bayern München, dann gegen den Meister Bamberg. Die TBB muss laut Rödl "einen Sahnetag erwischen", wenn man das "besondere Spiel für alle" mit einem Sieg beenden will.
Die Historie: Lässt man die Sternstunde des Trierer Publikumslieblings Charly Brown aus dem Jahr 1998 mal außen vor - mit der damaligen TVG verwandelte er einen 25-Punkte-Rückstand gegen Rödl & Co. noch in einen Sieg - gab es gegen den achtmaligen Meister wenig zu reißen. Der einzige Sieg in der Arena liegt siebeneinhalb Jahre zurück.
Eng war es danach öfter mal (nicht nur bezogen auf den gegen Berlin aufgestellten Zuschauerrekord von 6189), aber auch bei den knappen Spielen lachte am Ende der Albatros. Ein kleines Überraschungsmoment liegt auf Seiten der TBB: Der gerade mit einem Vier-Wochen-Vertrag ausgestattete James Washington (Point Guard, 23 Jahre) macht sein erstes Spiel in Europa. Wunderdinge darf man sicher nicht erwarten - aber wenn er überraschen kann, dann positiv. Alba ist auf allen Positionen stark besetzt - aber es ist kein Zufall, dass bei der derzeit laufenden Wahl des Allstar-Teams zwei Berliner Guards in der Abstimmung vorn liegen: Bei den internationalen Spielern liegt Da Shaun Wood ganz vorn, bei den deutschen Spielern Heiko Schaffartzik. Letzterer könnte beim Allstar-Tag im Januar in Ludwigsburg mit drei Trierern im Team stehen: Philip Zwiener (5.) und Maik Zirbes (7.) haben Chancen auf einen Platz bei den deutschen Allstars. Als Trainer hat Henrik Rödl derzeit die besten Karten - auch wenn die Ligaspiele zurzeit eindeutig Priorität für alle Kandidaten haben.