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Flug-Eisbär, Feuervögel und ein Mini-Drache

Flug-Eisbär, Feuervögel und ein Mini-Drache

Vor dem Start in die Basketball-Bundesliga am Mittwoch und Donnerstag stellt der TV die Liga-Konkurrenten der TBB Trier vor. Der zweite Teil dreht sich um die Mannschaften, die um die Playoffs spielen wollen - oder die zumindest keine Abstiegssorgen bekommen sollten.

Trier. Samstagmittag bei der Präsentation der BBL-Teams in der Berliner O2-Arena: Ein beliebtes Diskussionsthema unter den Managern und Medienvertretern ist die Saison-Prognose von Ademola Okulaja in der Sport-Bild zu jedem Club. Mit ein bis fünf Bällen bewertete der 172-fache Nationalspieler die Teams - vom Abstiegskandidaten bis zum absoluten Titelanwärter. Die TBB Trier, die am Donnerstag mit dem Heimspiel gegen Rasta Vechta (20 Uhr) in die Saison startet, kommt mit drei Bällen gut weg. Dass aber etwa Braunschweig neben dem MBC der heißeste Abstiegsanwärter der Liga sein soll (je ein Ball), diese Meinung teilte nicht jeder Manager. Nach den Titelkandidaten geht es in der Vorschau nun mit dem breiten Mittelfeld der Liga weiter - dazu lässt sich auch die TBB zählen, wenn das bisherige Verletzungspech der Vorbereitung kein Dauerzustand wird (die TBB-Saisonvorschau erscheint in der Mittwochsausgabe).Artland Dragons: Platz sechs nach der Hauptrunde, zudem die Qualifikation für das Top-4-Turnier geschafft: "Wir haben eigentlich alle unsere Ziele erreicht", sagt Artland-Manager Alexander Meilwes. "Trotzdem blieb nach der Saison das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre." Vielleicht in der kommenden Saison? Die Drachen haben mit einer Rückholaktion ein Zeichen gesetzt. Der kleine Gigant David Holston (1,68 Meter!) kehrt nach einem Jahr in der Türkei in die kleinste Bundesliga-Stadt Quakenbrück (13 000 Einwohner) zurück." Meilwes: "Holston hat noch mal richtig das Drachenfeuer entfacht." Wenn Holston mal nicht den Ball nach vorne bringt, stehen im stark veränderten Dragons-Kader zwei Ex-Trierer parat: Basti Doreth und Christian Hoffmann.medi Bayreuth: Die Oberfranken wurden in der vergangenen Saison gern mit Trier verglichen - beide starteten sehr stark in die Saison, ließen dann aber deutlich nach. Die Bayreuther gehen dank des neuen Namenssponsors mit großem Schub in die vierte BBL-Saison in Folge. Nicht nur der Name hat sich geändert, sondern auch die Clubfarbe (jetzt: blau/schwarz/weiß). Die meisten Leistungsträger wurden gehalten. Aus Bonn kam Flügelspieler Kyle Weems, aus seiner alten Heimat Oldenburg holte Trainer Predrag Krunic Ronald Burrell. Manager Martin Piotrowski hat dank der forcierten Nachwuchsarbeit in der Region Oberfranken um Bayreuth und Bamberg große Pläne: "Was der Ruhrpott im Fußball ist, soll Franken im Basketball sein." Eisbären Bremerhaven: Die Ära Douglas Spradley ist in Bremerhaven vorbei, dafür kehrt ein alter Bekannter in die Liga zurück: Calvin Oldham - früher in Bayreuth, Leverkusen und Alba Berlin - zieht es nach sechs Jahren in Südkorea zurück in die BBL. Oldham peilt mit seinem auf vielen Positionen neu formierten Team einen Platz zwischen sieben und zwölf an. Zudem geht der rege Austausch mit der TBB weiter: Tony Canty wechselte von den Eisbären nach Trier, den umgekehrten Weg nahm Power Forward Brian Harper, der nun die Nordlichter mit spektakulären Aktionen überraschen dürfte. Telekom Baskets Bonn: Die Vorfreude auf die neue Saison wurde für die Bonner Fans vor ein paar Tagen etwas getrübt: Die Rückholaktion von Tony Gaffney hat sich kurzfristig zerschlagen, dafür wurde aber bereits mit dem erfahrenen Litauer Donatas Zavackas Ersatz auf der Power-Foward-Position besorgt. Star des Teams ist Jared Jordan, einer der besten Aufbauspieler der Liga. Neu auf der Trainerbank ist der gebürtige Bonner Mathias Fischer, der Mike Koch abgelöst hat. "Ansonsten gibt es bei uns nur wenige Veränderungen", sagt der neue Sportliche Leiter Michael Wichterich, der die Playoff-Teilnahme als Ziel nennt.Phoenix Hagen: Die "Feuervögel" gehören zu den vielen Teams, die zwischen Platz sieben und 14 zu erwarten sind. Im letzten Jahr gelang den Hagenern mit ihrem Kamikaze-Basketball - wild und zumeist effektiv - der Einzug in die Playoffs. Topscorer Davin White ist zwar weg, Coach Ingo Freyer kann aber auf ein eingespieltes und wenig verändertes Team um das starke Guard-Duo David Bell und Mark Dorris setzen. Zu den Abstiegskandidaten zählen die Westfalen daher nicht. Walter Tigers Tübingen: Die Vorbereitungsspiele liefen teilweise nicht überragend - aber davon abgesehen zieht Tigers-Manager Robert Wintermantel eine positive Bilanz: "Wir halten uns seit zehn Jahren in der Liga, das ist ein Riesen-Erfolg für uns. Wir haben auch eine sehr erfolgreiche Saison hinter uns." Interessante Personalie im Team von Cheftrainer Igor Perovic: Routinier Aleksandar Nadjfeji (36) ist zugleich als Spieler und als Assistenztrainer eingeplant. Zudem wechselte Bayern-Talent Bogdan Radosavlejic nach Tübingen. s. Oliver Baskets Würzburg: Die Würzburger beendeten die Saison auf dem undankbaren neunten Platz - trotz der stärksten Defensive der Liga fehlte am Ende ein Sieg zum Erreichen der Playoffs. Das Team von Cheftrainer Marcel Schröder zählt in diesem Jahr wieder zum Kreis der Playoff-Anwärter. Leistungsträger wie Jimmy McKinney und Center Jason Boone wurden gehalten, Ricky Harris kehrte nach einem Jahr in Italien zurück an den Main. Der Europa-erfahrene Lamont Mack soll Topscorer Dwayne Anderson ersetzen. Morgen im dritten Teil: Für diese Teams kann es eng werden: Vechta, MBC, Ludwigsburg, Frankfurt und - wenn es unrund läuft - Braunschweig.