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Für den Serienmeister wird's wohl eng

Für den Serienmeister wird's wohl eng

Endlich geht es wieder los: Am Mittwoch und Donnerstag wird der erste Spieltag in der Basketball-Bundesliga ausgetragen. Vor dem Ligastart hat Pokalsieger Alba Berlin dem Meister Bamberg mit dem 79:78-(38:37)-Sieg im Champions-Cup einen kleinen Dämpfer verpasst.

Berlin. Wer jagt hier eigentlich wen? Bamberg ist der Serienmeister, will die fünfte Meisterschaft in Folge. Aber viele Experten sehen den FC Bayern vorne. Der hat sich mit seiner Einkaufspolitik nicht nur Freunde gemacht. Oder lacht am Ende Vizemeister Oldenburg? Die komplett neue Alba-Truppe? Vielleicht sogar Ulm, der krasse Außenseiter? Die Top fünf der Liga in der Übersicht:
Alba Berlin:
Der 16. nationale Titel für Alba - und das noch vor dem ersten Ligaspiel! Am Samstag hat der Pokalsieger Alba Berlin in eigener Halle den Meister Bamberg besiegt (79:78) und damit zum zweiten Mal nach 2008 den Champions-Cup gewonnen. Der Wettbewerb mag nicht den allerhöchsten Stellenwert haben, aber gut fürs Berliner Selbstbewusstsein war der Sieg allemal. Denn das hatte in der spielfreien Zeit gelitten. Mit Heiko Schaffartzik, Deon Thompson (derzeit verletzt), Nihad Djedovic und Yassin Idbihi wechselten allein vier Berliner zu Bayern München. "Wir hätten manchen Spieler gerne gehalten", sagt Alba-Manager Marco Baldi.
Andererseits war nun der Weg frei für einen kompletten Neuanfang im Team von Sasa Obradovic - mit einem Dutzend neuer Profis. Gegen Bamberg präsentierte sich die Mannschaft schon in guter Frühform.
Brose Baskets Bamberg: "Wenn es sonst keiner sagt, dann sagen wir es eben”, verkündet Bambergs Manager Wolfgang Heyder bei der BBL-Saison-Präsentation in Berlin: "Wir wollen Deutscher Meister werden." Viermal in Folge ist das den Oberfranken gelungen. Zu den heißesten Favoriten zählt das Team von Cheftrainer Chris Fleming auch dieses Mal. Die Bamberger setzen auf ein deutsches Center-Duo mit Ex-TBB-Spieler Maik Zirbes (acht Punkte gegen Alba) in der Startformation und Philipp Neumann als Backup. Star-Spieler Anton Gavel blieb den Bambergern erhalten. Im Champions-Cup hinterließ auch Neuzugang Rakim Sanders einen starken Eindruck.
FC Bayern München: Der Junge im Bayern-Trikot konnte einem fast leidtun: Vor dem Champions-Cup-Spiel zwischen Berlin und Bamberg repräsentierten 18 Jungs jeweils einen BBL-Verein, alle bekamen höflichen Applaus. Nur der junge Bayern-Vertreter musste sich vor knapp 10 000 Zuschauern jede Menge Buhrufe anhören. Der Grund: Bayern-Trainer Svetislav Pesic hatte ein ganzes Alba-Quartett aus Berlin an die Isar gelockt - der Liga-Krösus FC Bayern hat dem früheren Überflieger den Rang abgelaufen. Wer soll den FC Bayern stoppen? Was im Fußball gilt, wiederholt sich langsam im Basketball, auch wenn in puncto Erfolge aktuell weiterhin Bamberg das Maß der Liga ist.
Pesic gibt nicht den Titel als Ziel aus, aber die Meisterschaft dürften einige im Umfeld erwarten. Die Bayern haben eine auf vielen Positionen veränderte Mannschaft. Die Neuzugänge wie John Bryant, Bryce Taylor und Lucca Staiger sowie das Alba-Quartett kennen die Liga aber bestens.
EWE Baskets Oldenburg: Im vergangenen Jahr präsentierte sich der Vizemeister (fast) auf Augenhöhe mit Bamberg. Auch in der kommenden Saison wird mit den Niedersachsen zu rechnen sein. Nur ein Leistungsträger verließ den Club: Ronnie Burrell wechselte nach Bayreuth, für ihn kam Nemanja Aleksandrov. Das von Sebastian Machowski gecoachte Team um Ex-TBBler Dru Joyce ist sehr routiniert und bestens eingespielt. Seit diesem Jahr haben die Oldenburger auch eine für einen Top-BBL-Club angemessene Halle mit 6000 Plätzen.
Ratiopharm Ulm: Vor drei, vier Jahren noch war Ulm noch etwa auf Augenhöhe mit der TBB Trier - sportlich, finanziell, vom Umfeld her. Inzwischen ist bei den Spatzen viel passiert. Die ratiopharm-Arena (6000 Plätze) ist immer ausverkauft, der Etat ist auf 5,15 Millionen Euro angewachsen (zum Vergleich: der TBB-Etat liegt bei 2,3 Millionen). Als Glücksfall gilt Trainer Thorsten Leibenath. Und Ulm hatte mit Center John Bryant über Jahre hinweg den besten Spieler der Liga. Der wird in der neuen Saison bei den Bayern spielen. Die Ulmer haben auch weitere wichtige Spieler verloren. Zudem wird Tommy Mason-Griffin über die komplette Saison ausfallen (Achillessehne). Die Qualität des Top-Quartetts dürfte Ulm daher wohl nicht ganz erreichen.