Fußball, Golf und die Jagd nach Körben

Fußball, Golf und die Jagd nach Körben

Moritz Tieleman ist noch keine 18 Jahre alt und hat sich dennoch schon in vielen Sportarten versucht. Dass er sich seit einigen Jahren ganz auf Basketball konzentriert, liegt am Geschenk, das er, ohne es sich gewünscht zu haben, zum achten Geburtstag bekam. Es war ein Basketballkorb.

Trier. "Ich glaube, es war meine Mutter, die diese Idee hatte", sagt der 196 Zentimeter große Basketballer Moritz Tieleman, der nach der mittleren Reife von der Ludwig-Simon-Realschule zum Max-Planck-Gymnasium gewechselt ist und dort zurzeit5 die elfte Klasse besucht.
Dieser geschenkte Korb löste eine Initialzündung aus. Der schlaksige Flügelspieler, dessen basketballerische Anfänge in Bitburg liegen, hatte sich zuvor als Schwimmer, beim Judo, beim Golf ("sogar sehr intensiv") und im Fußball versucht. Spätestens beim ersten Besuch im Training des TV Bitburg ("Ich habe nur zugesehen") wusste er: "Das ist der richtige Sport für mich."
Inzwischen spielt Tieleman ("Mein Vater ist Holländer, deshalb nur ein ,n\' im Namen") in der NBBL und für die DJK/MJC Trier. Und das so gut, dass sogar Trainer Josip Bosnjak ihn in seiner Regionalliga-Mannschaft haben wollte. "Wegen der Umstellung in der Schule ist mir in dieser Liga aber der zeitliche Aufwand zu hoch", begründet Tieleman seine Absage und ist aber auch mit seinen Einsätzen in der NBBL und der zweiten Mannschaft der MJC glücklich.
Sein Trainer Adam Radomirovic bescheinigt ihm "wirklich gute Anlagen" und sieht "im Zug zum Korb" seine größte Stärke. Wo noch Nachholbedarf besteht, weiß der junge Mann natürlich auch. Er muss dasselbe Problem bewältigen wie schon viele Spielergenerationen vor ihm. Weil er in den ersten Jahren als Aktiver immer der größte Spieler der Mannschaft war, wurde er ans Brett beordert. Mit 196 Zentimetern Größe ("Viel wachsen werde ich nicht mehr") ist er aber jetzt und in der Zukunft auf hohem Niveau nur als Flügel einsetzbar. "Die Mitteldistanzwürfe sind schon ganz gut, aber wenn ich meine Ziele verwirklichen will, dann muss ich natürlich auch aus der Ferndistanz zulegen." Daran arbeitet er derzeit auch in fünf bis sechs Trainingseinheiten pro Woche.
Nach dem Abi will er Betriebswirtschaftslehre (BWL) studieren "und vielleicht bei einer Zweitliga-Mannschaft spielen oder ans College gehen." Eine Alternative wäre natürlich auch die TBB Trier, "weil junge Spieler hier wirklich eine Chance bekommen. Wenn ich mit dem Bundesligakader trainieren und dort vielleicht auch mal spielen könnte, wäre das optimal. Schließlich kann man auch in Trier BWL studieren."

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