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Gestern Girona, heute Trier

Gestern Girona, heute Trier

Basketball: Wieso eine 25-jährige spanische Erstliga-Meisterin bei der MJC Trier in der Regionalliga gelandet ist.

Gestern Girona, heute Trier
Foto: PGA Catalunya Resort (g_sport

Trier Und das auch noch an Sant Jordi, dem großen Feiertag in Katalonien: "Da kam wirklich alles zusammen, das war ein ganz besonderer Tag", erinnert sich Elia Ros. Wenn die 25-Jährige von jenem 23. April im Jahr 2015 erzählt, gerät sie ins Schwärmen. "Ein unbeschreibliches Erlebnis, ich werde das mit Sicherheit niemals vergessen", betont die junge Spanierin. Elia Ros steht damals im Profikader des spanischen Damen-Basketball-Erstligisten Uni Girona CB, ist eine der Jüngsten im Team. Die Saison läuft sehr gut für Ros und ihre Mannschaftskolleginnen aus den USA, Spanien und Litauen - so gut, dass sie es bis ins Finale der Meisterschaft packen. Dort wartet Perfumerías Avenida Baloncesto aus Salamanca. Girona gewinnt Spiel eins in der Best-of-three-Serie und tütet den Titel am 23. April - dem Festtag, der in Katalonien zu Ehren des Schutzpatrons des heiligen Georgs groß gefeiert wird - in eigener Halle im zweiten Spiel vorzeitig ein. "Die Arena war voll, die Stimmung super, es konnte einfach nicht besser sein", erinnert sich Ros. Vor zwei Wochen hat Elia Ros ihre Heimatstadt Girona unweit der Costa Brava verlassen, ist umgezogen in eine Stadt knapp 1100 Kilometer weiter nördlich - nach Trier. Der Grund: die Liebe. "Mein Freund studiert in Trier", erzählt Ros, als der TV sie am Montagnachmittag telefonisch erreicht. Sie selbst hat ihr Grundstudium in Psychologie in Spanien abgeschlossen, will nun von Trier aus ihren Online-Master machen - und dabei nicht auf Basketball verzichten. "Ich habe im Netz geschaut, welche Damenteams es in Trier so gibt und bin da auf die MJC Trier gestoßen", erzählt die Spanierin. Sie nahm Kontakt auf und landete so im Regionalliga-Team von Michael Edringer, mit dem sie am Wochenende direkt mal einen souveränen 72:60-Heimsieg zum Saisonauftakt gegen 2. Liga-Absteiger ASC Theresianum Mainz gefeiert hat. "Da wir ein Team mit vielen kleinen Spielerinnen sind, agieren wir mit sehr viel Tempo, daran muss ich mich noch ein wenig gewöhnen", gesteht Ros, die zum Auftakt in Trier vier Punkte erzielte und zuletzt in Spaniens dritter Liga aktiv war. "Mein Plan ist es, jetzt erst mal für ein Jahr in Trier zu bleiben, mein Deutsch zu verbessern und mit dem Team Erfolg zu haben." Ein Satz, den ihr Trainer Michael Edringer gerne hört: "Elia ist eine wesentliche Verstärkung für uns, ich bin mir sicher, dass sie hervorragend in unsere eingespielte Mannschaft passt."Nach dem überzeugenden Auftaktsieg gegen Theresianum Mainz - das mit zahlreichen früheren Zweitligaspielern angetreten war und deutliche Größenvorteile gegenüber den Trierern aufzuweisen hatte - betont der MJC-Trainer: "Wir haben Mainz dominiert, sie haben nicht mit unserem hohen Tempo gerechnet." Edringers Team ist im Vergleich zu den meisten anderen Regionalligateams sehr klein aufgestellt, wird größenmäßig immer wieder Nachteile in dieser Saison haben. Daher lautet die Devise: Tempo, Tempo, Tempo. "Wir spielen absoluten Tempo-Basketball", verspricht Trainer Michael Edringer. Gegen die ambitionierten Mainzer hat das schon bestens funktioniert. "Das Spiel hat gezeigt, dass unsere Zielsetzung, oben mitspielen zu wollen, nicht utopisch ist", findet Edringer. Und wer weiß, wenn alles rund läuft, dann steht Elia Ros mit der MJC Trier nach dem letzten Spieltag vielleicht wieder solch ein "unbeschreibliches Erlebnis" bevor wie damals mit Girona an Sant Jordi im Jahr 2015.MJC Trier - ASC Theresianum Mainz 72:60Punkte: Jana Basten 22, Helena Edringer 9, Maja Ensch 2, Nikolina Friedrich 0, Jana Genttner 19, Denise Kirsch e 8, Elia Ros Cutrinas 4, Denise Thieltges 3, Franziska Wagner 5