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Gladiator Kevin Smit: Der Ruhige aus dem Norden - Spiel am Sonntag ab 17 Uhr

Kevin Smit (weißes Trikot) im ersten Saisonspiel gegen Baunachs Leon Kratzer. TV-Foto: Willi speicher
Kevin Smit (weißes Trikot) im ersten Saisonspiel gegen Baunachs Leon Kratzer. TV-Foto: Willi speicher FOTO: willy speicher (wsp) ("TV-Upload speicher"
Trier. Kevin Smit kommt aus Oldenburg, dort hat er die meiste Zeit seines Lebens verbracht. Der 24-Jährige ist ein echter Norddeutscher: Er ist ruhig, zurückhaltend und Tee trinkt er auch gerne. Der TV hat sich mit ihm getroffen. Am Sonntag geht es ab 17 Uhr gegen die finke Baskets Paderborn. Marek Fritzen

Trier. Kevin Smit könnte so manches erzählen, schließlich hat er so einiges erlebt. Er ist bei großen Spielen dabei gewesen, so wie damals 2013, als er mit den EWE Baskets Oldenburg im Playoff-Halbfinale im entscheidenden fünften Spiel gegen Ulm auf dem Parkett stand. Oder ebenfalls 2013, als er mit den Oldenburgern beim Finalturnier des internationalen Wettbewerbs "Euro-Challenge" im türkischen Izmir in der picke-packe vollen Karsiyaka Arena angetreten ist. Smit könnte prahlen mit seinen Erlebnissen, schließlich hat er für die Norddeutschen auch schon über 50 Mal in der ersten Basketball-Bundesliga gespielt - aber Smit prahlt nicht, das entspricht nicht seinem Naturell.Die neuen Gladiatoren Teil IV Kevin Smit



Als der TV ihn zum Gespräch trifft, bestellt er erst einmal einen Tee - Earl Grey. "Trinke ich lieber als Kaffee", sagt der 24-Jährige. Irgendwie passend: Abwarten und Tee trinken, kommt einem in den Sinn, wenn man dem zurückhaltenden Aufbauspieler der Gladiators Trier so gegenübersitzt. Smit stammt aus Oldenburg in Niedersachsen - das Meer ist da nicht weit, Ostfriesland auch nicht. Smit besitzt die ruhige Art, die den Norddeutschen oft nachgesagt wird. "Ja, irgendwie trifft das auf mich zu, wenn ich so darüber nachdenke", sagt er.

Seit August ist der 1,83 Meter große Spielmacher in Trier. Als klar wird, dass die beiden etatmäßigen Gladiators-Aufbauspieler Alexander Engel und Simon Schmitz verletzungsbedingt über den Saisonstart hinaus ausfallen werden, holt der Verein Smit, um die Vakanz auf der Spielmacher-Position zu schließen.
Er erhält zunächst nur einen Vertrag bis Ende Oktober. Doch Smit spielt stark, ist mehr als ein Übergangsspieler und gehört in den ersten drei Partien der Saison zu den bedeutendsten Akteuren im Team von Trainer Marco van den Berg. Der Linkshänder spielt jedes Mal knapp 30 Minuten und punktet beim starken Aufsteiger in Köln zweistellig (12) - zudem setzt er seine Mitspieler immer wieder stark in Szene, verbucht im Schnitt knapp fünf Assists pro Spiel. Die fast schon logische Folge: Der Verein hat Smits Vertrag in dieser Woche verlängert, er bleibt mindestens bis Ende 2015, und das obwohl Aufbauspieler Alexander Engel mittlerweile wieder fit ist.

Smit ist Oldenburger durch und durch. Hat bei den EWE Baskets Oldenburg viele Jugendteams durchlaufen. In der Saison 2013/2014 führt der Spielmacher sein Team der Baskets Akademie Weser-Ems/Oldenburger TB (Ausbildungsteam der EWE Baskets Oldenburg) zur Meisterschaft in der dritten Liga. "Das war ein toller Erfolg, so etwas vergisst man nicht", sagt Smit. Mit einer Doppel-Lizenz ausgestattet, spielt Smit in den letzten Jahren sowohl für die Baskets Akademie als auch für die Profis der Oldenburger in der Bundesliga - den endgültigen Sprung ins Profiteam schafft er allerdings nicht.

Nach einer starken Zweitliga-Saison bei Rasta Vechta im letzten Jahr (6,1 Punkte und 1,6 Assists durchschnittlich pro Spiel) spült der dortige Umbruch ihn aus dem Team - jetzt also Trier. "Es macht Spaß mit den Jungs hier zu spielen, wir sind ein junges Team, bei dem der eine für den anderen kämpft", sagt das Nordlicht, das mit 24 Jahren der Viertälteste unter den Gladiatoren ist. "Durch die knappe Niederlage gegen das Topteam aus Vechta haben wir gesehen, dass wir mit allen Mannschaften in der Liga mithalten können - wenn unsere Verletzten wieder mit an Bord sind, werden wir noch stärker sein. Die Playoffs müssen das Ziel sein."

Neben dem Basketball studiert Smit an der Fern-Uni Oldenburg Betriebswirtschaftslehre. Anfang dieser Woche musste er für eine Klausur in die Heimat - Projektmanagement war das Thema: "Lief ganz gut", sagt er, "ich bin das entspannt angegangen, bin keiner der sich vor so etwas verrückt macht." Verständlich für einen, der schon im Playoff-Halbfinale der Basketball-Bundesliga auf dem Parkett gestanden hat.Extra

Die Gladiators Trier treten am Sonntag (17 Uhr) bei den finke Baskets Paderborn an. Die Ostwestfalen haben bisher zwei Spiele gewonnen und belegen Tabellenplatz sechs. "Ich sehe Paderborn in der Favoritenrolle", sagt Gladiators-Trainer Marco van den Berg. "Paderborn ist nach Vechta das zweitstärkste Reboundteam der ProA", weiß der Niederländer. "Sie sind offensiv sehr gut organisiert, haben viele junge deutsche Spieler, die Verantwortung übernehmen und zudem mit Chase Adams einen ausgezeichneten Amerikaner." Trier kann in Ostwestfalen erstmals in dieser Saison auf Aufbauspieler Alexander Engel zurückgreifen. "Er wird spielen", sagt van den Berg. mfr