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Gladiators Trier am Samstag in Rhöndorf - Dort, wo einst "der Alte" wohnte

Gladiators Trier am Samstag in Rhöndorf - Dort, wo einst "der Alte" wohnte

Mit dem zuletzt verletzten Aufbauspieler Kwadzo Ahelegbe treten die Gladiators Trier am Samstag bei Schlusslicht Rhöndorf an (19 Uhr/live auf sportdeutschland.tv). Vor dem Duell warnt Trainer Marco van den Berg sein Team und spricht von Konrad Adenauer.

Trier. Rhöndorf? Moment mal, da war doch was, irgendwas, das nichts mit Basketball zu tun hat. "Stimmt", sagt Marco van den Berg, "Konrad Adenauer hat dort gelebt", weiß der Gladiators-Trainer.

Von Ende der 1930er Jahre bis zu seinem Tod im Jahr 1967 wohnte der erste deutsche Bundeskanzler, den sie während seiner Dienstjahre in Bonn mehr oder weniger liebevoll "den Alten" nannten, dort mit seiner Familie in einem Haus am Westhang des Siebengebirges. Gut drei Kilometer von Adenauers früherem Wohnhaus entfernt, in der Sporthalle Menzenberg, treten die Gladiators Trier am Samstagabend beim Tabellenletzten Dragons Rhöndorf an (19 Uhr).Star verlässt Rhöndorf



Die Rheinländer stehen abgeschlagen am Tabellenende. Lediglich zwei Spiele hat das Team von Trainer Christian Mehrens gewonnen und jetzt hat auch noch der stärkste Spieler des Teams, US-Amerikaner Sterling Carter, die Dragons aus "privaten Gründen" verlassen. Klingt also alles nach einem lockeren Auswärtssieg am Rhein, oder? "Nein, nein gar nicht", betont Gladiator Jack Eggleston. "Das wird nicht einfach, denn was hat Rhöndorf denn noch zu verlieren? Sie werden locker aufspielen und versuchen, uns zu ärgern." Eggleston hat ohnehin schlechte Erinnerungen an die kleine Rhöndorfer Halle. "Ich habe dort mit Leverkusen in der Pro B schon mal ganz bitter verloren, das war eine ziemlich hitzige Atmosphäre dort", erinnert sich der US-Amerikaner. Er sei sich allerdings sicher, "dass wenn wir unsere Leistung aus dem Köln-Spiel wiederholen, werden wir das Spiel gewinnen".

Trainer van den Berg kann gegen den Tabellenletzten wieder auf Aufbauspieler Kwadzo "Joe" Ahelegbe zurückgreifen. "Er ist fit, hat seine Achillessehnen-Probleme auskuriert, Joe wird spielen", sagt der Niederländer. Auch Center Kilian Dietz hat unter der Woche wieder mit dem Team trainiert. Die Entzündung im Rücken ist abgeklungen. "Kilian fährt auf jeden Fall mit, ob er dann spielen wird, entscheiden wir spontan", so van den Berg. Doch auch der Trainer warnt davor, das Schlusslicht zu unterschätzen: "Sie haben nichts zu verlieren, wir alles. Außerdem ist das Team für mich nach dem Abgang von Carter nicht schwächer als vorher, denn nun werden die jungen deutschen Spieler ihre Chancen nutzen." Einer dieser Jungen ist Aufbauspieler Viktor Frankl-Maus, er schenkte Trier bei der Rhöndorfer 57:93-Hinspielniederlage neun Punkte ein und gehörte zu den stärksten Spielern des Aufsteigers.

Mit einem Auswärtssieg würde Trier einen gewaltigen Schritt in Richtung Play-offs machen. "Wenn wir das gewinnen, sollten uns die Play-offs nicht mehr zu nehmen sein, davon gehe ich mal ganz fest aus", prophezeit der Coach. Auch Center Justin Raffington denkt schon an die Zeit nach dem Ende der Hauptrunde. "Natürlich sprechen wir im Team schon mal über die Play-offs. Nach den Leistungen der letzten Wochen hätten wir eine Teilnahme definitiv verdient, außerdem haben wir noch zwei Heimspiele, und zu Hause sind wir in dieser Saison richtig stark."

Schon seit Wochen läuft es für Raffington ziemlich rund. Nach seiner langwierigen Knieverletzung aus dem Oktober 2015 ist der 2,07-Meter-Mann aktuell wieder gut in Form. "Man sagt ja immer, dass Ausfallzeit und die Zeit, die man braucht, um wieder voll fit zu sein, ungefähr gleich sind - das kann ich bestätigen. Jetzt bin ich wieder 100-prozentig fit, mein Knie macht keine Probleme mehr."
Wer heute nicht mit nach Bad Honnef-Rhöndorf reisen kann, hat die Möglichkeit, sich das Spiel live im Internet unter folgender Adresse anzuschauen:

sportdeutschland.tv