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Gladiators verkleinern Finanzloch - Manager und Geschäftsführer zuversichtlich - Neuer Förderverein

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Trier. Die Nachricht hat die Trierer Basketballfans schockiert: Ende Oktober vermeldete Gladiators-Manager Michael Lang ein großes Loch in der Kasse des Clubs. Jetzt meldet sich Lang wieder zu Wort - mit einer guten Nachricht. Marek Fritzen

Sechs Wochen sind vergangen seit den alarmierenden Aussagen von Gladiators-Manager Michael Lang. Im Interview mit dem Trierischen Volksfreund (Ausgabe 31. Oktober) hatte der 49-Jährige erklärt: Von geplanten Sponsoringeinnahmen in Höhe von 850 000 Euro fehlen noch 150 000 Euro. "Diese 150 000 Euro lasten schwer", gestand der Manager und fügte an: "Es gibt allerdings noch eine weitere Summe, die uns Probleme macht: Es existieren Altlasten in Höhe von 80 000 Euro." Diese, so Lang, setzten sich wie folgt zusammen: "40 000 Euro mussten wir zahlen, um dem Insolvenzverwalter die alte TBB-Lizenz für die Pro A abzukaufen. Weitere 40 000 Euro mussten an die Liga gezahlt werden, um die Spielberechtigung für die Zweite Liga zu erhalten." Macht unterm Strich ein Finanzloch in Höhe von 230 000 Euro.
Grund genug, mal wieder nachzuhören. Wie hat sich die Lage seit Ende Oktober verändert? Beim Treffen mit Manager Michael Lang und Geschäftsführer Achim Schmitz in dieser Woche überwiegt Optimismus. "Seit dem Interview hat sich einiges getan", sagt Lang, "wir haben seitdem 80 000 Euro an zusätzlichen Sponsoringeinahmen zu verzeichnen - diese Summe ist wasserdicht, das sind unterschriebene Verträge". Dies lasse ihn nun erstmal entspannter in die kommenden Monate blicken. Er sei zuversichtlich, dass auch die fehlenden 150 000 Euro bis zum Ende der Saison zu stemmen seien.Austausch mit der Liga


Dass wir bis jetzt schon 80 000 Euro reinholen konnten, ist ein enorm wichtiger Schritt." Das Geld stamme zum einen von Sponsoren, die bereits länger mit dem Club zusammenarbeiteten und zum anderen von neuen Partnern. "Es haben sich mehrere neue Sponsoren an uns gewandt, das ist schön zu sehen." Die Liga-Verwaltung in Köln sei derweil über die genauen Entwicklungen bei den Gladiators informiert. "Wir stehen in engem Austausch", sagt Lang.
Auch bei Geschäftsführer Achim Schmitz überwiegt die Zuversicht. "Die Entwicklung der letzten Wochen ist beruhigend, wir sind auf einem guten Weg." Und der Geschäftsführer betont: "Wenn bei irgendjemandem einmal Zweifel daran bestanden haben sollten, ob wir die Saison zu Ende spielen könnten, dann waren diese völlig unbegründet - natürlich spielen wir die Saison zu Ende."Extra

Zum Heimspiel gegen die Kirchheim Knights am kommenden Samstag (20 Uhr/Arena Trier) haben sich die Gladiators Trier etwas Besonderes einfallen lassen: Gemeinsam mit dem Radiosender RPR1 veranstaltet der Club eine Spendenaktion. Das Heimspiel steht unter dem Motto "RPR1.-Charity-Spieltag". Kommen am Samstag 3000 Zuschauer oder mehr in die Arena, spendet der Club in Kooperation mit der Lotto Rheinland-Pfalz Stiftung 5000 Euro an die Lebenshilfe Trier, den Villa Kunterbunt e.V. und den nestwärme e.V. Deutschland. Die Gladiators wollen damit "die große Bedeutung schwer kranker oder behinderter Menschen in der Gesellschaft hervorheben und die Arbeit der Vereine würdigen". mfrExtra

Den Trierer Basketball fördern und dafür sorgen, dass so schnell wie möglich wieder ein Trierer Basketballclub in der ersten Bundesliga spielt - so lautet das Ziel der neuen Initiative, die sich vor wenigen Tagen gegründet hat. Sie trägt den Namen: Förderverein des Trierer Basketballs e.V.. Erster Vorsitzender ist Rainer Zahnhausen. Der Trierer Anwalt verfolgt die Entwicklung des Basketballs in Trier seit Jahren: Sein Sohn Maik Zirbes entwickelte sich an der Mosel zum internationalen Topspieler. Zahnhausen sagt dem TV: "Um den Trierer Basketball wieder nach oben zu bringen, müssen wir in der Stadt die Kräfte bündeln - das wollen wir mit dem Förderverein erreichen." Ein Hauptaugenmerk soll auch der Förderung der Jugendarbeit gelten. "Man sieht an Maiks Entwicklung, was möglich ist, wenn junge Talente in Trier frühzeitig gefördert werden." Wie Zahnhausen betont, soll der Verein neben den Gladiators und deren Jugendabteilung in Zukunft auch deren Kooperation mit anderen Vereinen in der Stadt unterstützen. "Wir konzentrieren uns nicht auf einen Verein, es geht um den gesamten Trierer Basketball." Wie die genaue Förderung aussehen wird, soll noch geklärt werden. Es soll sich allerdings nicht ausschließlich um finanzielle Unterstützung handeln. Fest steht: "Jeder kann Mitglied werden, der Jahresbeitrag beträgt 60 Euro - aktuell haben wir elf Mitglieder, Maik gehört auch dazu, er unterstützt das Projekt." Außerdem will der Förderverein ab sofort Aktionen auf die Beine stellen, deren Erlös dem Trierer Basketball zugutekommen. Als Premieren-Aktion organisiert der Verein zum Heimspiel der Gladiators Trier gegen Kirchheim (Samstag, 20 Uhr) einen Glühweinverkauf vor der Arena. Mit dem Verein "Treveri Basketball e. V.", der in den zurückliegenden Jahren die TBB Trier unter anderem finanziell unterstützt hatte, hat der neue Förderverein nichts zu tun. "Unser Projekt ist ein kompletter Neuanfang, mit neuen Gesichtern", betont Zahnhausen. Gladiators-Geschäftsführer Achim Schmitz ist Beisitzer im neuen Förderverein. Er kündigt an: "Mitglieder werden in Zukunft auch ein Mitspracherecht bei Vereinsentscheidungen der Gladiators haben." Genaueres soll dann auf Mitgliederversammlungen im kommenden Jahr festgelegt werden. mfr

Rainer Zahnhausen. Foto: Privat
Rainer Zahnhausen. Foto: Privat FOTO: (g_sport