1. Sport
  2. Basketball
  3. Gladiators Trier

Auftaktsieg vor Absperrband: Gladiators triumphieren in Quakenbrück

Basketball : Auftaktsieg vor Absperrband: Wie die Gladiators die Artland Dragons besiegt haben

Die Römerstrom Gladiators besiegen die Artland Dragons nach einer starken zweiten Halbzeit mit 87:71. An das Jubeln vor leeren Rängen muss das Team sich jedoch vorerst gewöhnen.

Corona hier, Corona da. Nicht zuletzt das Steigen der Fallzahlen sorgt dafür, dass es immer schwerer wird, nicht an das Virus zu denken. Umso schöner sind die kleinen Momente. Wie der am Sonntagmorgen im Hause van den Berg. „Es ist herrlich, dass ich mit meiner Frau (Katarina Barley, Anm. d. Red.) und meiner Mutter am Frühstückstisch sitze“, sagt der Headcoach des Basketball-Zweitligisten Römerstrom Gladiators zufrieden. Was dafür auch ein Faktor sein könnte: der 87:71-Auftaktsieg am Samstagabend in Quakenbrück gegen die Artland Dragons.

Und doch sind auch die Gladiators-Köpfe nicht frei von Gedanken an das Coronavirus. Statt mit Zuschauern waren die Tribünen in der Quakenbrücker Arena mit Absperrband geschmückt: „Es war kein Basketballspiel wie jedes andere“, sagt van den Berg im Frühstücks-Gespräch mit dem TV. Und das zum Start in die Saison gegen einen Gegner, der bereits einen Sieg (gegen die Karlsruhe Lions) auf dem Konto hat. Das Trierer Auftaktspiel gegen Heidelberg fiel wegen der Heidelberger Quarantäne aus.

Umso wichtiger, dass die Gladiators mit einem effektiven, wenn auch kurzen Lauf in das Spiel starteten und früh mit 9:2 führten. Doch zum Ende des ersten Viertels fanden die Artland Dragons zurück in die Partie und schlossen diesen Abschnitt mit einer 22:18-Führung aus ihrer Sicht ab. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, das auf Trierer Seite von einem stark aufgelegten Dan Monteroso (am Ende zwölf Punkte) profitierte. Zur Pause lagen die Gladiators allerdings hinten (45:51).

Was in der Kabine geschah, bleibt wohl das Geheimnis des Teams. Glauben wir Marco van den Berg, wenn er sagt „nicht viel“. Wenn’s so einfach ist: Das Team verbesserte sich vor allem beim Rebounding. Standen zur Halbzeit ausgeglichene Werte (19:19 erfolgreiche Rebounds), hatte Trier am Spielende mit 48:28 Erfolgen klar die Nase vorn. „Und das gegen eine starke Mannschaft beim Rebound“, so Marco van den Berg. Offensiv half den Gladiators unter anderem die Hereinnahme von Rupert Hennen, der nach Aussage seines Trainers „viel, viel Tempo reinbrachte“. Der junge Hennen (22 Jahre alt) und der erfahrene Jermaine Bucknor (36) sorgten mit dafür, dass die Gladiators den Dragons davonliefen und das Ergebnis am Ende nicht unbedingt nach einem ausgeglichenen Spiel aussieht. Auch wenn es ihm um den Prozess zum Korb gehe und nicht darum, wer ihn erziele, bekommt Bucknor ein Sonderlob vom Coach ab: „Mit Jermaine sind wir so viel besser. Man muss das Schicksal des Teams auf seine Schultern nehmen – da ist Jermaine hervorragend.“ Für den Routinier standen am Ende 18 Punkte.

Und doch wird es auch den Gladiators schwerfallen sich dran zu gewöhnen, dass sie nach dem Sieg nicht mit den Fans feiern können, weil statt diesen Absperrband die leere Tribüne schmückt. Doch sie werden sich mit diesem Anblick anfreunden müssen. Wie die Stadt Trier am Freitag aufgrund der steigenden Corona-Zahlen bekanntgab, sind bei den Heimspielen in der Arena Trier vorerst keine Zuschauer zugelassen. Mindestens bei der nächsten Partie gegen das Team Ehingen Urspring (Sonntag, 1. November, 17 Uhr), bleiben die Ränge leer. „Geisterspiele können nur eine kurzfristige Lösung sein“, sagt Gladiators-Geschäftsführer Achim Schmitz, „Das verschärft die ohnehin schwierige wirtschaftliche Situation nochmal.“ Das ursprüngliche Hygienekonzept hatte besagt, dass 1200 Zuschauer in die Arena dürften.

Umso wichtiger, sich auf die Momente zu konzentrieren, in denen man nicht an das Virus denkt. Am Frühstückstisch mit Katarina Barley – oder an anderen Orten.

Punkte Trier: Adams 6, Monteroso 12, Smit 9, Hennen 7, Grof 5, Grün 7, Diouf 5, Nortmann 6, Bucknor 18, Dubas 12.

Beste Werfer Artland: Simmons 20, Breitlauch 16

Viertelstände: 22:18/51:45/59:68/71:87

Zuschauer: 0