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Basketball: 84:83 - Trierer Gladiators drehen in letzter Sekunde irres Spiel gegen Hamburg

FOTO: Willy Speicher / TV
Trier. Ganz wichtiger Sieg im Kampf um die Playoff-Plätze – und das nach einem Spiel, das schon verloren schien: Die Römerstrom Gladiators haben am Samstagabend ihr Heimspiel gegen die Hamburg Towers mit 84:83 (44:40) gewonnen. Von Andreas Feichtner
Andreas Feichtner

Die Hamburger hatten zuletzt nur eines der letzten zehn Spiele gewonnen – in Trier präsentierte sich das Team um Trainer Benka Barloschky stark, die Towers führten wenige Minuten vor Schluss noch mit 13 Punkten! Aber am Ende jubeln wieder die 3000 Zuschauer in der Arena Trier. Wieder nach einem ganz verrückten Ding in letzter Sekunde. Dank Simon Schmitz. Und vor allem dank Thomas Grün. Aber dazu gleich mehr.

Einen Dämpfer hatten die Gladiators vor Spielbeginn hinnehmen müssen: Johannes Joos, zuletzt in herausragender Form, musste passen. Der 23-Jährige hatte sich im Abschlusstraining eine Knieverletzung zugezogen. Mit einer genauen Diagnose ist am Montag oder Dienstag zu rechnen.

Die Römerstrom Gladiators kamen besser in die Partie, führten schnell 12:5 – aber als bei den Hamburgern dann gleich drei Ex-Trierer auf dem Feld standen (Stefan Schmidt, Adin Vrabac und Tony Canty), lief es besser für die Gäste: vor allem Canty hatte sich viel vorgenommen. Er erzielte im ersten Viertel in fünf Minuten Einsatzzeit sieben Punkte. Die Towers glichen zum 12:12 aus, eine Sekunde vor dem Viertelende gingen sie zum ersten Mal in Führung.

Die Hamburger starteten wacher ins zweite Viertel - und erhöhten auf 20:26. Nach dem 23:28 brachte Geburtstagskind Simon Schmitz - zwei Tage zuvor Vater geworden - sein Team mit zwei Dreiern in Folge wieder auf 29:31 ran. Er traf bereits in der ersten Halbzeit fünf Dreier bei sechs Versuchen. Die Trierer waren vor allem aus der Distanz erfolgreich. Nach Drei-Punkte-Würfen von Bucknor (zwei Mal) und Stefan Ilzhöfer lagen die Gladiators 39:36 vorn. Mit 44:40 ging es in die Pause – nach einer starken Halbzeit von beiden Teams.

Mitte des dritten Viertels wurden die Trierer unkonzentriert. Die Gäste nutzten das aus: Mit fünf Punkten Vorsprung gingen die Towers ins Schlussviertel – und das fing aus Gladiators-Sicht unbefriedigend an. Die Dreier fielen nicht mehr so wie zu Beginn – und die Quote aus Nah- und Mitteldistanz war ohnehin schwach. Die Towers erhöhten auf 61:74, die Gladiators waren zu diesem Zeitpunkt von der Rolle – aber es gab, wie so oft in den Heimspielen, noch ein echtes Aufbäumen bei den Gladiators. Und was für eines: Gut drei Minuten vor Schluss waren die Trierer bis auf sieben Punkte dran.

Als Kevin Smit dann zum 73:77 traf, war wieder alles drin. Justin Alston verkürzte auf 78:79 – nun sah vieles nach einem Trierer Sieg aus. Es wurde wieder ein Wahnsinns-Krimi. Beim Stand von 80:81 bekommt Jermaine Bucknor drei Freiwürfe – 15 Sekunden vor Schluss. Zwei davon sitzen, 82:81 für Trier. Auszeit, das Foul 8.8 Sekunden vor Schluss, zwei Freiwürfe für Hamburg – 82:83. Und dann in letzter Sekunde: Simon Schmitz nimmt den Dreier, verwirft – aber Thomas Grün schnappt sich den Offensivrebound und macht per Tip-in das 84:83! Der Matchwinner war Schmitz also trotz seiner 27 Punkte und seiner starken Leistung nicht. Aber das dürfte ihm herzlich egal sein.

Basketball: Gladiators Trier gegen Hamburg FOTO: TV