| 16:01 Uhr

Sport
Basketball: Das Schwerste kommt zum Schluss

Johannes Joos trifft Mittwochabend mit den Gladiators auf Tabellenführer Crailsheim.
Johannes Joos trifft Mittwochabend mit den Gladiators auf Tabellenführer Crailsheim. FOTO: Willy Speicher / TV
Trier. Zum letzten Spiel des Jahres empfangen die Gladiators Trier am Mittwoch Tabellenführer Crailsheim mit einem alten Bekannten. Von Marek Fritzen
Marek Fritzen

Der schwäbische Weihnachts-Express ist wieder wohlbehalten in Trier eingetroffen. „War ein bisschen viel Hin- und Hergefahre“, gesteht Johannes Joos, „aber es ging halt nicht anders“. Nachdem Gladiators-Trainer Marco van den Berg am Morgen des 24. Dezembers noch zum Training geladen hatte, setzten sich die beiden Gladiatoren Joos und Stefan Ilzhöfer gemeinsam ins Auto – Fahrtziel Baden-Württemberg. Während es für Joos zur Familie nach Bietigheim-Bissingen ging, führte die Reise für Ilzhöfer zu den Verwandten ins gut 40 Kilometer entfernte Kirchheim. „Aber am ersten Weihnachtstag sind wir dann schon wieder zurück nach Trier gefahren, abends stand die nächste Trainingseinheit an“, erzählt Joos.

Trainingsfrei über Weihnachten? In diesem Jahr unmöglich für Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier. Der Grund: Am Mittwochabend steht das vielleicht schwerste Heimspiel der Hauptrunde an. Im letzten Spiel des Jahres 2017 ist Spitzenreiter Crailsheim Merlins zu Gast in der Arena Trier (20 Uhr). Die beeindruckende Bilanz der Gäste: Zwölf Siege in Serie, beste Offensive und einziges Team der Liga, das es bisher geschafft hat, Bundesliga-Absteiger Rasta Vechta zu besiegen. „Für mich ist Crailsheim momentan die beste Mannschaft der Pro A. Sie haben mit Frank Turner einen ganz erfahrenen Aufbauspieler“, sagt Johannes Joos. „Ihn müssen wir in den Griff bekommen – das haben wir im Hinspiel nicht geschafft.“

Mitte Oktober kassierten die Gladiators eine deutliche 82:101-Packung in der Arena Hohenlohe. Stärkster Crailsheimer damals: Sebastian Herrera. 21 Punkte, 3 Assists und 3 Rebounds steuerte der Ex-Trierer zum Heimsieg gegen seinen früheren Club bei. Der 20-Jährige spielte zwischen 2014 und 2017 für Trier. Frank Baum, der ehemalige sportliche Leiter der TBB Trier, hatte den Deutsch-Chilenen einst von Südamerika an die Mosel gelotst. Baum entdeckte Herrera 2014 beim sogenannten Albert-Schweitzer-Turnier, der inoffiziellen U-18-Weltmeisterschaft in Mannheim.

Nach dem Abitur am Trierer Max-Planck-Gymnasium in diesem Jahr entschied sich der Flügelspieler im Sommer zum Wechsel nach Crailsheim. „Ich bin so gespannt auf das Spiel“, verrät Herrera am Dienstag. „Ich kann es kaum erwarten, dass es 20 Uhr ist und die Partie angepfiffen wird.“ Es sei sehr seltsam, erstmals nicht für die Gladiators in der Arena aufzulaufen und die Gästekabine zu nutzen. „Und wie komisch das erst sein wird, bei einem Spiel in Trier nicht zu Hause, sondern im Hotel zu übernachten“, sagt Herrera lachend.

Bei den Merlins zählt der Mann mit der Trikotnummer 7 zu den Stammspielern, steht durchschnittlich 23 Minuten auf dem Feld, erzielt im Schnitt sieben Punkte. „Wir haben uns als Team gefunden, leben von unserer Mischung aus sehr erfahrenen Spielern und jüngeren Leuten. Es passt sehr gut.“

Auch bei den Gladiatoren passt es momentan sehr gut. Nach drei Siegen in Serie ist das Selbstvertrauen im Team von Coach Marco van den Berg zuletzt stark angewachsen. „Wir haben Respekt vor Crailsheim, keine Frage“, betont Johannes Joos, „aber wir sind guter Dinge, dass wir ein starkes Spiel abliefern werden – und wer weiß, vielleicht ist ja dann auch eine Überraschung möglich“.

Sebastian Herrera jedenfalls hat sein neues Team gewarnt vor den Gladiators, wie er am Dienstag verrät: „Ich habe den Jungs gesagt, wie es in der Arena abgeht. Wir wissen, dass es nicht einfach wird, aber wir werden gut vorbereitet sein.

Gladiators-Center Johannes Joos steht wie viele im Trierer Kader noch in regelmäßigem Kontakt mit Herrera. Er betont: „Seba ist ein guter Junge, wir mögen ihn alle sehr. Er kann auch gerne gegen uns ein gutes Spiel machen – solange wir am Ende gewinnen, ist mir das egal.“