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Basketball: Gladiators Trier verlieren beim Spitzenreiter Rasta Vechta

Niederlage beim Spitzenreiter : Gladiators: Gründe für die Niederlage in Vechta (Update)

Da war mehr drin - die Gladiators hatten am Mittwochabend in Vechta den Tabellenführer am Rande der Niederlage. Die Gründe für die Niederlage - und was Mut macht.

Spielerisch über weite Strecken auf Augenhöhe mit dem Topteam der Liga, kämpferisch auch - aber am Ende haben die Römerstrom Gladiators Trier beim 71:83 (33:38) am Mittwochabend im Rasta Dome Vechta dann eben doch die sechste Niederlage im siebten Saisonspiel kassiert.  Es war knapper, als es das Ergebnis vermuten ließe – zweistellig wurde es erstmalig in der letzten Minute, zuvor hatte die Führung immer wieder gewechselt. Was das Spiel beweist: Die Unterschiede zwischen oben und unten sind in der Liga gering. So gewann am Mittwoch auch Leverkusen - bis dahin wie Trier erst einmal erfolgreich - das Heimspiel gegen das Spitzenteam Jena.

Zwei Gründe für die Niederlage:

Zu viel gewollt: „Wir haben am Ende zu viele Offensiv-Rebounds abgegeben und uns nicht mehr an den Gameplan gehalten“, sagt Gladiators-Cheftrainer Pascal Heinrichs. Dabei hatte das vorher gut funktioniert. „Als es am Ende noch so eng war, haben wir Muffensausen bekommen, wir haben es zu sehr forciert.“ Vechta habe das ausgenutzt. 

Zu wenig gelungen: Beim Trierer Sieg in Paderborn war Flügelspieler Parker van Dyke noch der überragende Mann – mit 27 Punkten, sieben verwandelten Dreiern. Der US-Amerikaner spielt im Normalfall auf hohem Niveau – aber am Mittwoch klappte bei van Dyke gar nichts: Nur einer von zehn Würfen passte, drei Punkte, sechs Ballverluste, ein Effektivitätswert von minus 10 – auch Leistungsträger erwischen mal einen schlechten Tag, er wurde aber auch gut von seinen Gegenspielern aus der Partie genommen. Mit einem besser aufgelegten van Dyke hätten die Trierer wohl gewonnen.

Was Mut macht:

Aus Niederlagen Erkenntnisse ziehen? Davon mag man nach bereits sechs Pleite eher nicht reden. Erkennbar ist aber, dass die Gladiators nun unter dem Korb besser zum Zug kommen als noch vor einigen Wochen - Dylan Painter (nach seiner Verletzung) und der nachverpflichtete Travis Daniels kommen allmählich in Schwung. Painter gelang in Vechta ein Double-Double mit 13 Punkten und elf Rebounds. Bester Schütze war Dan Monteroso (15 Punkte).

Auch Guard Nico Wenzl hat an Selbstvertrauen gewonnen - der 21-Jährige war auch der einzige Trierer, dem in Vechta zwei Dreier gelangen. Aus der Distanz lief es bei beiden Teams nicht so wirklich rund. Auffällig ist bei den Gladiators, dass sie in dieser Saison vor allem in der ersten Halbzeit noch wenig von außen treffen. Vielleicht sieht das am Sonntag anders aus - dann steht in der Arena das wegweisende Duell gegen die ebenfalls schwach gestarteten Eisbären Bremerhaven an (17 Uhr).  Eine positive Tendenz gibt es  beim am Knie verletzten Marco Hollersbacher – wenn der Heilprozess so weitergeht, kann er vielleicht schon im Dezember seine Rückkehr aufs Feld feiern.

Zum Spielverlauf: Der Tabellenführer führte zwar schnell 4:0, dann gelangen den Gladiators aber durch Center Dylan Painter sechs Punkte in Folge (4:6). Das erste Viertel war ausgeglichen – die Trierer suchten mehr als zuletzt die Punkte unter dem Korb, was auch daran lag, dass wie schon öfter in dieser Saison die Dreier zu Beginn noch so gar nicht reinfielen. Im ersten Abschnitt passte keiner von fünf Versuchen. Offensiv war das Viertel aus der Trierer Sicht mit 14 Punkten zwar dürftig, aber dafür stimmte es in der Defensive – mit einem 14:18 ging es ins zweite Viertel.

Da sorgte Dan Monteroso offensiv für Akzente, die Gladiators blieben dran, glichen auch durch Travis Daniels aus (24:24), Monteroso traf danach auch Mitte des zweiten Viertels den ersten Dreier für die Gladiators zur 27:26-Führung. Der Tabellenführer hatte sich gut auf Parker van Dyke eingestellt, der beim Trierer Sieg zuletzt in Paderborn mit 27 Punkten der Matchwinner war, in der ersten Halbzeit aber ohne Punkte blieb – aber die Trierer glichen das im Kollektiv sehr gut aus. Es war bis dahin ein engagierter, ein sehr ordentlicher Auftritt der Gladiators. Der ungeschlagene Spitzenreiter ging mit einem 38:33 in die Pause.

Die Trierer hielten auch nach der Pause dagegen. Van Dyke verkürzte mit seinen ersten Punkten auf 36:40. Danach hatte Nico Wenzl einen Lauf, er hatte auch schon in der Startformation der Gladiators gestanden. Er sorgte für die erste Trierer Vier-Punkte-Führung. Die Gastgeber gingen mit einer knappen Führung ins Schlussviertel (55:52), in das Vechta besser reinkam und mit neun Punkten vorne lag.

Aus der Distanz ging bei beiden Teams weiterhin sehr wenig, das Spiel wurde zunehmend zerfahren - aber wenn der Tabellen-16. den Tabellenführer in dessen eigener Halle aus der Spur bringt, dann ist das auch kein schlechtes Zeichen. Painter, der sein bisher bestes Spiel für die Trierer machte, verkürzte auf 60:61, da hatte er schon ein Double-Double in der Statistik stehen.

Zweieinhalb Minuten vor dem Ende traf Ryan Schwieger per Dreier zum 70:64, die Gladiators waren unter Druck. Kurz darauf war mit Ferners Dreier zum 73:64 das Spiel vorentschieden.

Beste Schützen bei den Trierern waren Dan Monteroso (15), Dylan Painter (13), Travis Daniels (12) und Garai Zeeb (11).