Gladiators Trier: Basketball: Mit Klassik und Dietz nach Sachsen

Gladiators Trier : Basketball: Mit Klassik und Dietz nach Sachsen

Basketball: Bei den Römerstrom Gladiators Trier gibt’s vor dem Spiel bei den Chemnitz Niners eine Rückkehr und einen bitteren Ausfall zu vermelden. Zudem muss Co-Trainer Christian Held wohl passen. Der Grund ist allerdings ein schöner.

Trier Das wollte sich Kilian Dietz dann doch nicht geben. Ist ja auch nicht jedermanns Sache, muss man schon mögen, so eine fünf- bis sechsstündige Klassik-Beschallung. "Nee", sagt der Center der Römerstrom Gladiators Trier lachend, "ich fahre nicht beim Trainer mit, lieber nicht". Immerhin hatte Marco van den Berg zuvor mit offenen Karten gespielt. Niemand konnte sagen, er hätte ihn nicht gewarnt: "Bei mir läuft Klassik im Radio, das steht fest", erklärte der Trainer des Basketball-Zweitligisten, als der TV ihn am Freitagmittag telefonisch erreicht.

Der Niederländer kommt mit seinem Wagen gerade vom Tanken, ist auf dem Weg zur Arena Trier. Von dort geht's gegen 13 Uhr knapp 600 Kilometer über die Autobahn in Richtung Osten nach Chemnitz, wo nach einer Übernachtung im Hotel am heutigen Samstag das Auswärtsspiel beim Tabellen-Neunten Chemnitz Niners (Samstag, 19 Uhr) ansteht.
Mit Kleinbussen und dem Auto des Trainers treten die Gladiatoren die Reise gen Sachsen an. "In meinem Auto", so betont der Mann aus Groningen, "starten wir auf jeden Fall mit SWR 2". Kilian Dietz nicht. Der sitzt in einem der Kleinbusse, als sich der Tross schließlich in Bewegung setzt.

Für den Mann aus Bernkastel-Kues ist die Reise nach Chemnitz eine besondere: Zum einen, weil er gegen die Niners nach überstandener Knieverletzung sein erstes Pflichtspiel in dieser Saison absolvieren wird. Zum anderen, weil er sein letztes Spiel für die Gladiators am 17. April gegen die Sachsen absolviert hat. "Ich bin so froh, dass ich endlich wieder spielen kann", betont der 26-Jährige. "Die letzten Monate waren echt hart für mich. Man sieht die Jungs auf dem Feld, will eingreifen, es geht aber nicht - ich kann es kaum erwarten, wieder dabei zu sein." Auch sein Trainer ist die Freude über Dietz' Rückkehr anzumerken: "Mit seiner Physis und seiner Mentalität ist Kilian sehr wichtig fürs Team. Es ist gut, dass er wieder dabei ist", findet van den Berg.

Ganz besonders freut sich Dietz in seinem ersten Saisonspiel nach eigener Aussage auf die Duelle mit Chemnitz' Top-Star Joe Lawson (2,01 Meter, 108 Kilogramm). Der US-Amerikaner hatte in der vergangenen Saison wesentlichen Anteil daran, dass sich die Niners im Playoff-Viertelfinale nach fünf packenden Duellen letztlich gegen die Gladiatoren durchsetzten. "Er ist einer der Top-Big-Men der Liga, ist sehr schwer zu verteidigen, aber ich spiele gerne gegen ihn", verrät der Trie rer Center. Während Dietz wieder fit ist, muss Trier in Sachsen auf einen anderen wichtigen Spieler verzichten: Kapitän Simon Schmitz fällt aufgrund einer Rückenverletzung für das Duell in Chemnitz genauso aus wie Luka Buntic (Erkältung). "Simon ist unser bester Organisator auf dem Feld, sein Ausfall schmerzt sehr", gesteht Triers Trainer. "Aber wir fahren dort natürlich trotzdem hin, um zu gewinnen." Daher erwarte er nun umso mehr von seinen anderen deutschen Jungs - insbesondere von Stefan Ilzhöfer, mit dem van den Berg beim Heimsieg gegen Nürnberg vergangenen Samstag trotz lediglich 1:50 Minuten Einsatzzeit nach eigener Aussage nicht zufrieden gewesen war.

Übrigens: An der Seitenlinie steht der Trierer Trainer in Chemnitz mit großer Wahrscheinlichkeit alleine. Co-Trainer Christian Held ist nicht mit zum Auswärtsspiel gereist. Der Grund: seine Frau erwartet das zweite Kind. "Die Geburt ist für Samstag errechnet", berichtet van den Berg, "wenn die Wehen am Samstag doch noch nicht einsetzen, kommt er vielleicht noch nach".

Das Spiel in Chemnitz ist nicht live im Internet zu sehen. Das nächste Heimspiel der Gladiators steht derweil bereits am Dienstag, 31. Oktober, an. Dann geht's um 20 Uhr gegen Hanau.