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Basketball: Trierer Gladiators gewinnen durch Dreier in letzter Sekunde

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Trier. Die Römerstrom Gladiators Trier haben am Sonntag mit 89:88 (43:49) gegen Tabellenführer Vechta gewonnen. Das Spiel entschied Jermaine Bucknor mit einem sensationellen Dreier in allerletzter Sekunde. Von Marek Fritzen
Marek Fritzen

Wie hatte Jermaine Bucknor noch gesagt nach der bitteren Pleite beim Drittletzten Ulm vergangene Woche? „We have to take it like a man“. Wie das aussieht? So: Es laufen die wirklich allerletzten Sekunden im Heimspiel gegen Spitzenreiter Rasta Vechta am Sonntagabend in der Arena. 1:42 Minuten vor Schluss hat der große Favorit aus Niedersachsen doch eigentlich schon den Deckel draufgemacht, als Josh Young seinen Dreier zum 75:82 im Trierer Korb versenkt.

Heimniederlage? Von wegen, nicht mit Jermaine Bucknor und den Gladiatoren. Aufopferungsvoll bleiben sie dran, kämpfen sich zurück, und dann kommt der letzte Angriff. Es steht 86:88 aus Trierer Sicht. Die allerletzten Sekunden laufen runter, als Rupert Hennen den Ball bringt. Er dribbelt über die Mittellinie, schaut, sieht Jermaine Bucknor und passt den Ball auf den Kanadier. Ohne zu zögern geht er hoch, nimmt den Dreier – der Ball fliegt eine Ewigkeit … und landet im Korb. 89:88 – Wahnsinn, ohne Worte, die knapp 3000 Zuschauer rasten aus, auf dem Feld bildet sich eine riesige Jubeltraube.

Trier feiert nach dem Heimsieg gegen Crailsheim tatsächlich den nächsten Erfolg in eigener Halle, stürzt wieder einen Spitzenreiter und beendet schon wieder die Serie eines Topteams (Vechta hatte zuletzt achtmal in Serie gewonnen).

Von vorne: Gegen den Tabellenführer aus Niedersachsen präsentiert sich Trier vor 2768 Zuschauern in der Arena Trier deutlich engagierter als noch bei der unterirdischen Vorstellung in Ulm. Auch wenn nicht alles funktioniert und Vechta den besseren Start erwischt (0:5) - der Einsatz stimmt. Und das, obwohl mit Robert Nortmann ein Defense-Spezialist aufgrund einer Blessur am Fuß fehlt.

Beispielhaft für den Einsatz der Gladiatoren ist eine Szene von Thomas Grün. Mitte des zweiten Viertels steht der Luxemburger an der Freiwurflinie, verwirft beide. Danach allerdings geht er zum Rebound, angelt sich den Ball und versenkt direkt im Anschluss zwei Punkte im Rasta-Korb.

Es ist ebenfalls Triers Nummer 10, der die Halle mit der Schlusssirene des ersten Viertels zum Beben bringt. 0,9 Sekunden vor Ende des Spielabschnitts steht Aufbauspieler Rupert Hennen beim Einwurf. 0,9 Sekunden – zu wenig? Von wegen. Hennen bringt den Ball auf Grün, der drückt direkt ab und trifft für 3 – die Halle tobt (24:19).

Trier macht es gut, zeigt offensiv immer wieder gute Ballbewegungen und hält den Druck in der Defensive über weite Strecken sehr hoch – und vor allen Dingen: die Moral stimmt. Denn als das Topteam aus Niedersachsen Mitte des zweiten Viertels davonzuziehen droht – nach einem Dreier von Vechtas Robin Christen wächst der Vorsprung der Gäste auf zehn Punkte an (28:38) – bleibt Trier im Spiel. Wesentlichen Anteil daran hat der wie schon in den vergangenen Heimspielen starke Anton Shoutvin. Mit seiner ruhigen und geschmeidigen Art setzt er offensiv immer wieder Akzente. Dabei sind nicht nur seine Dreier eine echte Waffe, auch seine Szenen unterm Korb können sich sehen lassen. Shoutvin erzielt allein der ersten Halbzeit 12 Punkte.

Weil Vechta allerdings in Jeremy Dunbar, Adam Young und Seth Hinrichs eine enorme Qualität besitzt und offensiv in einigen Szenen nur sehr schwer zu verteidigen ist, geht das Team von Trainer Doug Spradley mit einem leichten Vorsprung in die Pause (43:49 aus Trierer Sicht).

Doch auch nach der Pause präsentiert sich das Team von Trainer Marco van den Berg in richtig guter Verfassung. Die Gladiatoren zeigen eine überzeugende Teamleistung. Egal ob Simon Schmitz, Anton Shoutvin, Jermaine Bucknor oder auch Lucien Schmikale, der in den vergangenen Wochen nur wenig Spielzeit erhält, sich allerdings in jeden Ball haut und wichtige Ballgewinne erkämpft. Die Folge: Trier hat die Partie Mitte des dritten Viertels gedreht (58:57). Mit einem Unentschieden geht’s dann ins verrückte letzte Viertel (65:65).

Schon am Samstag (20 Uhr) reist das nächste Topteam an die Mosel: Dann sind die Rheinstars Köln zu Gast.