Basketball: Blau-Weiß, Grün und nicht zu stoppen: Gladiator Till Gloger vor dem Rostock-Heimspiel

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Gladiator Till Gloger spielt eine Topsaison: Vor dem Heimspiel gegen die Rostock Seawolves am Samstagabend (19.30 Uhr/Arena Trier) verrät er, warum es bei ihm so gut läuft – ja, und dann wäre da noch dieser Fußballclub.

Es ist jetzt nicht so, als würden sich die Teamkollegen darum reißen, Till Gloger bei seinem Hobby jede Woche Gesellschaft zu leisten. Gut, Spiele des VfL Bochum in der 2. Fußball-Bundesliga gegen Clubs wie Sandhausen, Heidenheim oder Wehen – joa, so was muss man echt wollen. Und Gloger will: Schon als Kind hat sich der gebürtige Bochumer mit seinem Vater und den beiden älteren Brüdern regelmäßig aufgemacht ins Ruhrstadion „anne Castroper“, um seinen VfL und seinen Liebling Dariusz Wosz, alias die Zaubermaus, spielen zu sehen. Heute, rund 20 Jahre später, sitzt Gloger in Trier vor dem Bildschirm, wenn seine Blau-Weißen kicken. Meistens sitzt er dort allein, denn wie gesagt: Sandhausen, Heidenheim, Wehen ...

Nur vor zehn Tagen wurde es eng vorm Fernseher: Da hatte der kleine VfL seinen großen Auftritt im DFB-Pokal. Zu Gast: der FC Bayern. „Das Spiel haben wir uns zusammen mit ein paar Jungs aus der Mannschaft angeschaut“, erzählt Gloger. „War schon schade, dass es nicht gereicht hat für die Überraschung.“ 1:2 hieß es am Ende aus Sicht der Bochumer. Doch das, was der VfL gegen Neuer, Müller, Coutinho & Co. präsentierte, das war vom Feinsten, ach was, vom Allerfeinsten – womit wir dann bei dem wären, was Till Gloger da aktuell in der ProA für die Römerstrom Gladiators Trier aufs Parkett legt. Peter Neururer, seines Zeichens Bochumer Trainerlegende, würde sagen: „Der Mann ist heiß wie Frittenfett.“ Nach acht Saisonspielen und vor dem Heimspiel der Gladiatoren gegen den Tabellen-13. Rostock Seawolves am Samstag (19.30 Uhr/Arena Trier) steht fest: Till Gloger spielt eine Sahne-Saison, ist neben Neuzugang Jordan Geist der Leistungsträger im Team von Cheftrainer Christian Held: 25 Punkte, 6 Rebounds gegen Heidelberg. 32 Punkte, 9 Rebounds gegen Schalke. 23 Punkte, 4 Rebounds gegen Bremerhaven – und so weiter und so weiter. Der Mann mit der Trikotnummer 18 ist nicht zu stoppen. Landet der Ball unterm Korb bei ihm, wird’s düster für die Gegenspieler. Gloger setzt sich immer wieder sehenswert in Szene, erarbeitet sich seine Gelegenheiten.

Keine Frage, auch in der vergangenen Saison, seiner ersten an der Mosel, brachte der frühere Bundesligaspieler konstante Leistungen. Doch das, was er in diesem Jahr  zeigt, ist eine andere Liga. Was ist da los, Herr Gloger? „Ach, ich würde einfach sagen, meine Mitspieler setzen mich gut ein, so dass ich den Ball häufig nur reinlegen muss. Durch Jay-Jays (Johannes Joos, Anm. d. Red.) Wechsel zu Schalke 04 bekomme ich zudem mehr Spielzeit. Aber, dass es so gut läuft für mich, hätte ich im Sommer nicht gedacht, das muss ich schon zugeben.“

Ruhig und überlegt wählt Gloger seine Worte. Nicht zu lange reden, lieber machen – so ist Gloger unterwegs, ein Junge aus dem Ruhrpott eben.

Während ihn zu Beginn der vergangenen Saison noch eine Ellbogenverletzung am Wurfarm behinderte, sei er momentan beschwerdefrei. „Im Sommer vor der Saison“, so erzählt der frühere Leichtathlet des TV Wattenscheid, „habe ich hart an mir gearbeitet, auch viel gemeinsam mit Christian Held“. Sein Coach war es auch, der den 2,04-Meter-Center nach dessen Gala-Auftritt beim Heimsieg gegen Schalke am 31. Oktober (32 Punkte/9 Rebounds) gebührend lobte, dann angesichts von Glogers 44 Prozent Freiwurf-Trefferquote augenzwinkernd krittelte: „Für Till heißt’s nun: Freiwürfe, Freiwürfe, Freiwürfe trainieren.“ Und was macht Gloger? Trifft im darauffolgenden Spiel in Heidelberg einfach mal 13 von 13 Versuchen von der Freiwurflinie – kann man mal so machen! Insgesamt, so sagt Gloger, erlebe er die Saison nach vier Siegen aus acht Spielen „als ein Hoch und Runter“. Er findet: „Wir können auf jeden Fall noch besser spielen, da ist noch mehr drin.“

Und für seinen VfL, was ist da noch drin in dieser Saison? „Erst mal geht’s nur um den Klassenerhalt, dann schauen wir weiter.“

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