Die Gladiators Trier treffen am Mittwoch auf Science City Jena

Kostenpflichtiger Inhalt: Basketball : Da werden Erinnerungen wach: Gladiators Trier empfangen Tabellendritten Jena

Die Gladiators empfangen am Mittwochabend Bundesligaabsteiger Science City Jena (19.30 Uhr/Arena Trier): Was die Thüringer so stark macht, wie Trier sie schlagen will und warum ein Blick zurück in den April 2016 lohnt.

Dwayne Evans war dabei, genau wie Justin Raffington. Auf der Eins spielte ein Mann namens Kwadzo – Vorsicht, jetzt wird’s interessant für die Zunge – Ahelegbe. Und im Trikot mit der Nummer 23 steckte ein gewisser Jack Eggleston. Klingt alles wie von vorvorgestern, ist aber erst dreieinhalb Jahre her, das letzte Heimspiel gegen Science City Jena am 23. April 2016. Im Playoff-Halbfinale Nummer zwei musste sich Trier damals mit 59:69 gegen den späteren Aufsteiger aus Thüringen geschlagen geben. Damals wie heute im Gladiatoren-Kader: Kilian Dietz, Rupert Hennen und Kevin Smit. Unter den 3800 Zuschauern in der Arena an jenem Abend: Christian Held. „Echt?“, fragt Gladiator Kevin Smit am Dienstag im Gespräch mit dem Volksfreund, „Trainer war er aber damals noch nicht“.

Nein, nein, denn an der Seitenlinie standen zu dieser Zeit noch Marco van den Berg und Assistent Simon Frey. Christian Held, der heutige Gladiators-Cheftrainer, war zu Vertragsgesprächen in Trier und nutzte die Zeit, um sich die Gladiatoren mal in Aktion anzusehen. „Jena war damals schon sehr stark, hat die Partie dominiert und ist auch zurecht aufgestiegen“, erinnert sich Held. „Aber bis auf Julius Wolf und Ermen Reyes Napoles ist das mittlerweile ein ganz anderes Team.“ Wenn die Gladiatoren am heutigen Mittwochabend in der Arena Trier erneut auf Science City Jena treffen (19.30 Uhr) ist jedoch eines noch genau so wie im April 2016: Jena reist als Aufstiegskandidat an die Mosel. Auch wenn die Mannschaft des früheren Nationaltrainers Frank Menz am vergangenen Sonntag mit dem 78:90 bei Tabellenführer Chemnitz die dritte Saisonniederlage einstecken musste, weiß Gladiator Kevin Smit: „Jena ist richtig stark, sie werden versuchen, uns von Beginn an unter Druck zu setzen.“

Doch Smit und die Gladiatoren wissen, wie man Aufstiegsanwärter bezwingt: Anfang Oktober fügten sie Spitzenreiter Chemnitz die bisher einzige Saisonniederlage zu. Smit: „Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass wir die großen Teams schlagen können.“

Science City Jena, das im Frühjahr nach drei Jahren in der 1. Bundesliga wieder den Gang in die ProA antreten musste, hat jede Menge Bundesligaerfahrung im Kader. Neben Center Oliver Mackeldanz und Shooting Guard Dennis Nawrocki gehört Brad Loesnig zu den Erfahrensten bei den Thüringern. Der 30-Jährige war in der BBL bereits für Ludwigsburg, Oldenburg und Würzburg aktiv und kommt in dieser Saison auf knapp 14 Punkte und fünf Assists pro Spiel. „Jena hat viel Qualität“, betont Triers Trainer. „Sie verteidigen extrem physisch und wollen den Ball gezielt zu ihren Großen bringen. Wenn das nicht klappt, laufen sie viele Pick-and-Rolls mit Brad Loesing.“

Nach dem Trierer Erfolg in Quakenbrück – dem zweiten in Serie – ist das Selbstvertrauen beim Held-Team nach zuvor schwierigen Wochen merklich gewachsen. Speziell die Defensivarbeit in der zweiten Hälfte bei den Niedersachsen konnte sich sehen lassen. Mit dem enormen Trierer Druck – an dem der defensiv überzeugende Neuzugang Chase Adams wesentlichen Anteil hatte – war Quakenbrück sichtlich überfordert. Das wünscht sich Held auch gegen Jena. Zudem fordert der 31-Jährige: „Wir brauchen noch mehr Wurfglück. Gegen Artland hatten wir sehr gute Würfe, die aber nicht gefallen sind. Wenn man ein Top-Team wie Jena schlagen will, muss das anders aussehen.“

Gute Nachricht schon vorab: Alle Gladiatoren – bis auf Kapitän Simon Schmitz – sind einsatzbereit.