Die Römerstrom Gladiators Trier haben die Niners Chemnitz besiegt

Kostenpflichtiger Inhalt: Basketball-Archiv : Was für ein Spiel, was für ein Ende: Gladiators schlagen Chemnitz

Dieses Spiel hatte es in sich: Die Römerstrom Gladiators Trier haben den bisherigen ProA-Spitzenreiter Niners Chemnitz am Sonntag mit 97:92 (46:43) besiegt. Warum viele der gut 2000 Zuschauer das dritte Viertel und die Schlusssekunden so schnell wohl nicht vergessen werden.

Vorsicht, es wird laut: 5.25 Minuten stehen noch auf der Uhr im dritten Viertel am Sonntagabend in der Arena Trier, als Rodrigo Pastore der Kragen platzt. Die Römerstrom Gladiators Trier sind mit einem Wahnsinns-Lauf aus der Halbzeit gekommen. Gerade hat Till Gloger zwei weitere Punkte im Duell mit dem Aufstiegsfavoriten Niners Chemnitz im Korb versenkt - 63:49. Dann nimmt der Cheftrainer der Sachsen die Auszeit – und was für eine! In aller Seelenruhe platziert sich der Argentinier vor seinem Team, dann geht’s ab. Mit einer Lautstärke, dass seinen staunenden Jungs die Ohren davonfliegen, verdeutlicht der 47-Jährige seinen Spielern mal, was er von deren Leistung hält.

Trier ist zuvor mit so viel Schwung aus der Kabine gekommen, dass es kracht. Das ist richtig starker Teambasketball, was die Trierer da zeigen. Vorne geht das fix. Die Wurfauswahl ist top, gefühlt sitzt jeder Dreier – und auch die Defensivarbeit ist exzellent! Das dritte Viertel, es ist eins der besten, das die Gladiatoren in der Arena je gespielt haben und es bildet den Grundstein für den am Ende berauschenden 97:92 (46:43)-Heimsieg mit einem unfassbaren Ende.

Schon von der ersten Minute an sieht das richtig schick aus, was Trier zeigt. Der Ball läuft gut. Ein Pass, noch ein Pass, Jermaine Bucknor sieht Kyle Dranginis an der Dreilinie, der drückt ab und trifft: 3:0 nach 25 Sekunden. Auch, wenn der Tabellenführer aus Sachsen in den folgenden Minuten durch Aktionen der starken Ivan Elliott und Terell Harris auf vier Zähler davonzieht (5:9), lässt sich Trier nicht beeindrucken. Die Fans in der Arena sehen einen engagierten Auftritt ihres Teams. Das geht schnell, das ist Teambasketball. Ein Beispiel: Rupert Hennen mit dem Ballvortrag. Er sieht den zum Korb ziehenden Thomas Grün, Hennen steckt durch, Grün setzt den Korbleger rein (20:17). Mit einem knappen Rückstand geht’s dann in die zweiten zehn Minuten (20:22).

Auch hier bleibt das eine starke Trierer Vorstellung. Bemerkenswert: die Reboundstärke der Gladiatoren. Immer wieder angelt sich das Team von Trainer Christian Held Offensiv-Rebounds gegen die physisch starken Chemnitzer. Allein bis zur Pause pflückt Trier zehn Rebounds mehr als die Gäste.

Auch defensiv hält Trier gut dagegen gegen den Aufstiegsfavoriten aus Sachsen. Als Kapitän Simon Schmitz sein Team mit einem verwandelten Dreier 4.25 Minuten vor der Pause seit längerem mal wieder in Führung bringt (36:35) wird’s so richtig laut in der Halle. Weil der überzeugende Kyle Dranginis 35 Sekunden vor der Halbzeit noch einen weiteren Dreier versenkt, geht Trier mit einer verdienten 46:43-Führung in die Kabine.

Es folgt die eingangs beschriebene Trierer Vollgas-Phase, die Gladiatoren ziehen auf 17 Punkte davon – Sieg schon eingetütet? Von wegen: In den Schlussminuten folgt das: Chemnitz dreht auf, ist nicht zu stoppen und gleicht 47 Sekunden durch Harris tatsächlich noch aus (90:90) – unfassbar, Schweigen in der Halle. Dann allerdings zeigt Simon Schmitz, warum er der Kapitän ist: Kalt wie ein Eisschrank versenkt der 29-Jährige zwei Freiwürfe – 96:92, das war’s. Nicht zu vergessen zudem: Der überzeugende Jordan Geist, der wenige Augenblicke zuvor einen ganz wichtigen Dreier zum 93:90 versenkte, und der Aufholjagd der Gäste somit ein Ende setzte. Trier schlägt den Tabellenführer in einem Wahnsinns-Spiel und tritt schon am Mittwoch (20 Uhr) in Bremerhaven an.


Punkte Trier:
Dranginis 17, Smit 2, Bucknor 14, R. Hennen 2, Schmikale 4, Schmitz 10, Grün 5, Ilzhöfer 7, Geist 24, Gloger 12 – Beste Werfer Chemnitz: Harris 23, Elliott 16 – Viertelstände: 20:22/46:33/72:62/97:92 – ZS: 2137

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