Die Römerstrom Gladiators Trier haben in Bremerhaven verloren

Kostenpflichtiger Inhalt: Basketball : Gladiators verlieren an der Nordsee

Mit 84:104 (38:55) hat Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier am Mittwochabend bei Bundesliga-Absteiger Eisbären Bremerhaven verloren. Der Grund für die Pleite lag dabei im ersten Viertel.

Von Marek Fritzen

An der Nordseeküste … gibt’s nichts zu holen für die Römerstrom Gladiators Trier: Nach dem berauschenden Heimsieg vom vergangenen Sonntag gegen Top-Team Niners Chemnitz setzt es am Mittwochabend bei Bundesliga-Absteiger Eisbären Bremerhaven eine 84:104-Niederlage für die Gladiatoren.

Der Grund für die Pleite liegt dabei im ersten Viertel: Das Spiel in der Bremerhavener Stadthalle beginnt mit viel Tempo: Beide Teams punkten, punkten, punkten. Als Triers Cheftrainer Christian Held 4:17 Minuten vor Ende des ersten Viertels die erste Auszeit nimmt, steht es bereits 16:21. Was in den Anfangsminuten auf beiden Seiten hingegen fehlt, ist Defensivarbeit.

Während sich die Eisbären im weiteren Verlauf der ersten zehn Minuten defensiv stabilisieren, sieht’s bei Trier anders aus. Viel zu langsam, viel zu pomadig, viel zu wenig Hilfe. Zwar trifft Bremerhaven auch die unmöglichen Würfe, dennoch ist das von Trier defensiv zu schwach. Hinzukommen unnötige Aktionen – beispielhaft: Zwei Fouls von Kyle Dranginis und Jordan Geist innerhalb weniger Augenblicke, die jeweils ein And-One zur Folge haben (Zusatzfreiwurf, nachdem der Ball beim Foul im Korb versenkt wurde).

Bis zum Viertelende legt Bremerhaven den Gladiatoren satte 37 Punkte in den Korb – viel zu viel. In der Viertelpause (23:37) platzt Christian Held der Kragen, der 31-Jährige faltet sein Team lautstark zusammen.

Bis zur Pause (38:55) stabilisieren sich die Gäste von der Mosel zwar ein wenig, ansprechend ist das allerdings immer noch nicht. Wenig Teambasketball – sechs Assists bis zur Halbzeit sind ein Beleg dafür. Auch die Würfe von außen sind nur selten ein Faktor, die Trefferquote ist schlecht. Hinzu kommen acht Ballverluste in den ersten 20 Minuten. Unterm Strich bleibt es eine Gladiators-Halbzeit zum Vergessen. Ein Lichtblick ist Till Gloger. Der Center setzt sich immer wieder sehenswert unterm Korb durch, sammelt bis zur Pause immerhin zehn Punkte und drei Rebounds.

Und in Halbzeit zwei? Wird Trier plötzlich wach. Wie schon gegen Chemnitz kommen die Gäste mit viel Schwung aus der Kabine, agieren defensiv deutlich aggressiver und treffen vorne ihre Würfe. Innerhalb von nur zwei Minuten schrumpft der Trierer Rückstand auf zehn Zähler (46:56). Nach zwei schnellen Dreiern von Jermaine Bucknor und Simon Schmitz nimmt Bremerhavens Trainer Michael Mai die Auszeit.

Doch auch davon lassen sich die Moselaner nicht beeindrucken: Nach einem sehenswerten Assist von Jordan Geist auf Till Gloger und einem folgenden Dreier des US-Neuzugangs ist Trier endgültig im Spiel (53:58) – aber nur kurz. Denn in den folgenden Minuten zeigt sich einmal mehr, dass Basketball – Vorsicht, jetzt floskelt’s – ein Spiel der Läufe ist. Innerhalb weniger Minuten verliert Trier wieder den Anschluss. Bremerhaven trifft ein, zwei unmögliche Würfe, die Gäste leisten sich im Gegenzug Ballverluste und schon ist der Rückstand wieder deftig (53:68, 3:30 Minuten vor Ende des dritten Viertels).

Auch wenn Trier es defensiv phasenweise wacher spielt als zu Beginn des Spiels, bleibt es unterm Strich kein gutes Spiel der Gäste. Mit einem 57:75-Rückstand geht’s in den letzten Spielabschnitt.

Hier trifft Bremerhaven in Person von Josh Braun gefühlt auch von vor der Halle. Positiv: Trier gibt sich nicht auf, presst auch in den Schlussminuten immer noch mal übers ganze Feld, kommt auch offensiv zu gelungenen Aktionen.

Dass es am Ende dennoch eine deftige 84:104-Packung an der Nordsee setzt, liegt vor allen Dingen am ersten Viertel, an zu vielen zugelassenen Offensivrebounds und insgesamt zu vielen Ballverlusten.

Am Sonntag geht’s weiter, dann ist Phoenix Hagen in der Arena zu Gast (17 Uhr).

Statistik

Punkte Trier: Dranginis 5, Smit 10, Bucknor 6, Hennen 10, Schmikale 0, Schmitz 7, Grün 4, Ilzhöfer 5, Geist 14, Gloger 23 – Beste Schützen BHV: Breitlauch 18, Braun 15, Goodwin 14, Theis 14 – Viertelstände: 23:37/38:55/57:75/84:104

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