Basketball: Eine Frage des Systems – Gladiators Trier vor dem letzten Spiel des Jahres

Kostenpflichtiger Inhalt: Basketball : Eine Frage des Systems – Gladiators Trier vor dem letzten Spiel des Jahres

Zum Jahresabschluss empfängt Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier am Samstag den Tabellenachten Paderborn (19.30 Uhr/Arena Trier). Gewinnt Trier, wäre das der sechste Erfolg in Serie. Was den Trainer der Ostwestfalen mit der Stadt an der Mosel verbindet, auf welchen Paderborner man besonders achten sollte und wer auf Trierer Seite für längere Zeit ausfallen wird.

Der Mann hat gute Erinnerungen an Trier: Es ist der 3. Februar 2013, die TBB Trier empfängt am 21. Bundesliga-Spieltag ratiopharm Ulm in der Arena. 4054 Zuschauer sind da – und auch Steven Esterkamp. Ulms Flügelspieler mit der Nummer 25 erwischt einen Sahnetag, ist von Andi Seiferth, Vitah Chikoko, Nate Linhart und den anderen Trierern nur selten zu bremsen. Am Ende steuert der US-Amerikaner zehn Punkte, sechs Rebounds, einen Assist und einen Ballgewinn zum knappen 86:82-Auswärtserfolg der Schwaben bei. Jetzt, knapp sieben Jahre später, kommt Steven Esterkamp mal wieder nach Trier: Als Trainer der Uni Baskets Paderborn gastiert der mittlerweile 38-Jährige am Samstagabend bei den Römerstrom Gladiators Trier (19.30 Uhr/Arena Trier).

In seinem ersten Jahr als Coach der Ostwestfalen hat der frühere Bundesligaprofi den Ex-Club von Chase Adams und Till Gloger, der im Vorjahr nur hauchdünn dem Abstieg entging, zu einem Playoffkandidaten gemacht. „Paderborn ist nach Chemnitz das zweitstärkste Offensivteam der ProA“, weiß Triers Trainer Christian Held. „Daran hat Steven Esterkamp großen Anteil, seine Handschrift ist klar zu erkennen.“

In der Spielvorbereitung, so Held, habe er bereits scherzhaft vom „Kampf zweier Systeme“ gesprochen angesichts der Paderborner Offensivpower – zuletzt gab’s einen beeindruckenden 112:97-Heimerfolg gegen Karlsruhe – und der Abwehrstärke der Trierer, die sich mittlerweile zum drittbesten Defensivteam der Liga gemausert haben.

Die Hauptaufgabe der Gladiators-Defensive wird dabei wohl darin liegen, Kendale McCullum zu stoppen. Der 23-Jährige gehört zu den besten Aufbauspielern, die in diesem Jahr in der 2. Bundesliga unterwegs sind. Seine Statistiken sind nicht von schlechten Eltern: Pro Partie kommt der US-Amerikaner auf 17,5 Punkte, 6,9 Assists und 5,6 Rebounds.

Doch zur Paderborner Wahrheit gehört auch, dass die Baskets defensiv sehr anfällig sind. Nur zwei ProA-Teams haben aktuell mehr Punkte kassiert.

Die Ostwestfalen werden trainiert von Steven Esterkamp (kleines Bild), der früher unter anderem für Ulm in der Bundesliga aktiv war. Foto: picture alliance / dpa/Jan-Philipp Strobel

Agiert Trier gegen die Baskets offensiv konsequent und defensiv mit derselben Intensität wie in den vergangenen fünf Partien, in denen das Held-Team nur einmal mehr als 70 Punkte zuließ, stehen die Chancen gut für den sechsten Erfolg in Serie – ein Kunststück übrigens, das den Gladiatoren in ihrer Historie bisher nur einmal in der Saison 2017/18 gelungen ist.

Kevin Smit wird derweil am Samstagabend nicht mit dabei sein. Die Schulterverletzung des 28-Jährigen hat sich nach einer Untersuchung zu Beginn der Woche als langwierig herausgestellt. „Kevin wird uns zwei, drei Wochen fehlen“, informiert Christian Held am Freitag. „Zum ersten Mal in seiner Karriere fällt er verletzungsbedingt aus, das ist für ihn eine neue und schwierige Situation.“