Basketball-Profi Wird Ex-Trierer syrischer Nationalspieler?

Trier/Damaskus · Vor 15 Monaten spielte Radoslav Pekovic noch in Trier bei den Gladiators. Nun wurde dem Serben angeboten, in der WM-Qualifikation zu spielen – für Syrien!

 Radoslav Pekovic in Syriens Hauptstadt Damaskus.

Radoslav Pekovic in Syriens Hauptstadt Damaskus.

Foto: Radoslav Pekovic

Bis vor gut einem Jahr spielte er noch als Basketball-Profi in Trier. An die Zeit bei den Gladiators erinnert sich Radoslav Pekovic gerne, sagt er. Er war zwar nur eine Saison hier, der Center, landete mit dem Team am Ende der Normalrunde auf Platz vier. Aber nicht nur wegen seiner Statur ist der 2,15-Meter-Hüne aus Serbien vielen Fans in Erinnerung geblieben. Eine echte Kante unter dem Korb. Aber auch einer, der Finesse ins Spiel brachte. Und der schon nach kurzer Zeit recht viel über Trier wusste, keine Selbstverständlichkeit bei „Imports“. Er war ein wichtiger Faktor dafür, dass Trier – noch unter Trainer Marco van den Berg – mit vier Siegen in Saison 2021/22 gestartet war.

Vor seiner Zeit an der Mosel spielte der Sohn eines Serben und einer Australierin in Serbien, in Russland, wechselte von den Gladiators in die Türkei. Aus der Arena, aus dem Sinn, ließe sich sagen – wenn da nicht über die Social-Media-Kanäle doch mal was ins Auge springen würde. Vor ein paar Tagen postete Pekovic ein Bild in Jubelpose, großer Pokal in der Hand, Ort: Damaskus, Hauptstadt von Syrien.  

Was war da los, „Peko“? „Ich bekam ein Angebot von meinem Berater rein“, schreibt Pekovic dem TV: „Er sagte, er hätte da was Exotisches für mich – drei Wochen Syrien, Playoff-Spiele und Pokal. Ich hatte keine konkrete Vorstellungen, hatte natürlich aber einiges gehört über die Situation in Syrien. Meine Erfahrungen vor Ort waren sehr positiv – auf dem Parkett und jenseits davon.“ Er sei in Syrien persönlich nie in eine gefährliche Situation geraten, er war als Profi-Basketballer aber auch in einer vergleichsweise komfortablen Situation: „Ich habe mich sicher gefühlt“.

Pekovics Club war Al-Jaish, „das ist der Armee-Club“, wie er sagt. Sportlich sei es bestens gelaufen: „Der Club hat nach fünf Jahren wieder den Pokal gewonnen, mein letztes Spiel dort hatte ich vor 15.000 Zuschauern – da herrscht schon eine große Basketball-Begeisterung.“ Syrien – das sei eine Erfahrung gewesen, die er in seinem Leben nicht mehr vergessen werde.

Sportlich hat der 29-jährige Center wohl ebenfalls überzeugt. „Ich hatte in der kurzen Zeit wohl Eindruck hinterlassen – der Basketballverband hat mir sogar angeboten, in der WM-Qualifikation zu spielen.“  Als Serbe – für Syrien? Das ginge auch ohne syrische Staatsbürgerschaft, das nenne sich „sportsman citizenship“: „Aber ich habe mich noch nicht entschieden.“

Aktuell ist Pekovic erst mal zu Hause in Serbien – vor wenigen Tagen heiratete er in Belgrad seine Freundin.