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Basketball
Gladiatoren verlieren drittes Halbfinale in Crailsheim - Trainer mit Ansage nach dem Spiel

Es hat nicht für einen Sieg gereicht für die Gladiators und Justin Alston in Halbfinale Nummer drei.
Es hat nicht für einen Sieg gereicht für die Gladiators und Justin Alston in Halbfinale Nummer drei. FOTO: sjs / Sebastian J. Schwarz / Sebastian J. Schwarz
Crailsheim. Es hat heute nicht gereicht, aber schon am Sonntag geht’s weiter: Die Römerstrom Gladiators Trier haben das dritte Playoff-Halbfinale bei den Crailsheim Merlins am Freitagabend mit 67:82 (30:42) verloren. Schon die Auswärtsreise begann für die Gladiators am Freitagmittag denkbar schlecht. Von Marek Fritzen
Marek Fritzen

Nein, die Erlebnisse von der Autobahn 6 am Freitagmittag, die will Marco van den Berg am Freitagabend nicht als Ausrede gelten lassen. Das, so findet der Coach, das sei nicht der Grund für die Niederlage in Halbfinal-Duell Nummer drei bei den Crailsheim Merlins. 67:82 (30:42) heißt es am Ende, und somit 1:2 in der Halbfinal-Serie. Auf der Anreise nach Ilshofen - wo die Merlins in der Arena Hohenlohe ihre Heimspiele austragen - müssen sich van den Berg und sein Team am Freitagmittag mit dem Mannschaftsbus auf der A6 in Baden-Württemberg durch einen Stau nach dem anderen kämpfen. Sie stecken mitten im Reiseverkehr fürs lange Wochenende, brauchen ewig für die gut 300 Kilometer weite Fahrt.

„Klar, die Jungs haben die Reise in den Beinen gehabt heute – und wir können es uns nicht leisten wie Crailsheim, einen Tag vorher anzureisen, im Hotel zu übernachten - aber das ist keine Entschuldigung, definitiv nicht“, sagt der 52-Jährige. „Wir hatten heute einfach nicht genug Offensiv-Kraft, das war zu wenig.“ Zudem hätten die Führungsspieler nicht ihr gewohntes Niveau erreicht. „Das muss am Dienstag besser werden“, sagt van den Berg und grinst. Dann fügt er an: „Klar können wir am Sonntag in Spiel vier vor unseren Fans in Trier – hoffentlich 5000 plus X – den Ausgleich schaffen und ein fünftes Spiel in Crailsheim erzwingen - und das wird dann richtig spannend.“

Was ganz sicher Mut macht am Freitagabend, sind zwei Dinge. Zum einen: Es ist noch nichts verloren, im vierten Halbfinal-Duell in der Arena Trier am Sonntag (17 Uhr) haben die Gladiatoren die Chance, den Ausgleich zu schaffen. Zum anderen: Das Team von Coach Marco hat am Freitagabend vor rund 2000 Zuschauern in Ilshofen einmal mehr seine starke Moral bewiesen, nie aufgegeben, auch als die Merlins im dritten Viertel bereits mit 21 Punkten vorne liegen. Trier kämpft sich stets zurück, kommt in den letzten zehn Minuten wieder auf zehn Zähler heran. Aber mal von vorne.

Es ist ein ausgeglichener Beginn mit leichten Vorteilen für das Heimteam. Die Merlins haben von außen ein gutes Händchen, treffen hochprozentig (2:7). Doch Trier zeigt sich nicht beeindruckt und gleicht durch einen Dreier von Kyle Dranginis und Fastbreak-Punkte von Lucien Schmikale nach drei Minuten aus (7:7). Trier setzt in der Verteidigung wieder auf eine Ball-Raum-Verteidigung, steht gut - auch wenn es Crailsheims früherem Nationalspieler Konrad Wysocki im Laufe des Spiels mehr und mehr gelingt, die Trierer Zone zu knacken. Mit zwei Punkten von Kevin Smit endet das erste Viertel (17:23). Trier ist im Spiel.

In der Folge kippt das Spiel zugunsten Crailsheims. Die Gründe: Das Team von Trainer Marco van den Berg leistet sich zu Beginn von Viertel Nummer zwei gleich mehrere Ballverluste und auch wichtige Offensiv-Rebounds geben die Jungs ab. Weil die Merlins es offensiv gut machen, wächst der Rückstand gut sechs Minuten vor der Pause nach einem Dreier von Frank Turner auf zwölf Punkte an (22:34). Crailsheim ist das bessere Team. Die Merlins spielen es offensiv immer wieder über den erfahrenen Chase Griffin, der wie schon im zweiten Halbfinale am Dienstag früh heiß läuft. Vier Minuten vor der Pause verwandelt er auch seinen dritten Dreierversuch (25:39).

Mit einem Zwölf-Punkte-Rückstand (30:42) gehen die Gladiatoren in die Pause. Das liegt zum einen daran, dass die Merlins im Gegensatz zum ersten Halbfinale am vergangenen Samstag in eigener Halle deutlich dominanter agieren, ihre enorme Qualität offensiv wie defensiv in vielen Situationen ausspielen und deutlich besser von außen treffen. Trier dagegen leistet sich immer wieder Unaufmerksamkeiten. Zwar ist das Reboundduell – anders als in Spiel zwei – bis zum Ende annähernd ausgeglichen (38:42), dafür geben die Trierer den Ball in vielen Aktionen viel zu einfach her, werfen ihn ins Aus oder zum Gegner. Zudem fallen die Würfe nicht so wie beim 87:83-Sensationssieg vergangene Woche. Ungewohnt zudem: die Freiwurfschwäche. Nur vier von elf Freiwürfen landen bis zur Pause im Korb (bis zum Ende sind es 10 von 20).

„Das war wirklich ungewöhnlich“, gibt Triers Trainer nach Spielende zu. „Das sind Unaufmerksamkeiten, die wir uns in einem solchen Spiel nicht leisten dürfen.“

In der zweiten Hälfte geht’s zunächst nicht gut weiter für Trier. Das Heimteam von Trainer Tuomas Iisalo kommt mit viel Tempo aus der Kabine, baut den Vorsprung nach einem Dreier von Sebastian Herrera auf 17 Zähler aus (35:52). Marco van den Berg reagiert und nimmt die Auszeit. Doch auch danach wird’s zunächst nicht besser, Konrad Wysocki schraubt den Vorsprung mit einem Dreier für die Merlins weiter nach oben (37:58) – eine Vorentscheidung? Nein, weil Trier wie eingangs beschrieben nie aufgibt, sich durch Simon Schmitz und Johannes Joos nochmal auf zehn Zähler herankämpft.

Doch am Ende reicht es nicht, das Spiel zu drehen. Crailsheim ist unterm Strich einfach besser und gewinnt verdient.

Spiel Nummer vier steigt am Sonntagnachmittag in der Arena Trier (17 Uhr). Gewinnt Trier, gibt’s am 1. Mai ein entscheidendes fünftes Spiel in Crailsheim. Gewinnt Crailsheim, sind sie aufgestiegen.

Triers Coach sagt nach dem Spiel bevor er sich wieder in Richtung Mannschaftsbus begibt: „Jetzt wird die Serie erst so richtig interessant. Gerade wenn man bedenkt, dass Spieler wie Simon Schmitz, Justin Alston, Jermaine Bucknor oder Thomas Grün sich noch deutlich steigern können.“, findet Marco van den Berg. „Und mit unseren Fans im Rücken – das weiß jeder in der ProA – ist am Sonntag ohnehin alles möglich.“

Statistik

Punkte Trier: Alston 8, Dranginis 10, Smit 8, Bucknor 5, Hennen 2, Schmikale 4, Schmitz 10, Grün 0, Buntic 0, Joos 8, Nortmann 2, Shoutvin 10 - VS: 17:23/30:42/49:64/67:82 – ZS: 2000