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Gladiators-Cheftrainer Pascal Heinrichs über personelle Veränderungen

Interview mit Pascal Heinrichs : Angebote gibt‘s reichlich – aber nicht immer passt es - Gladiators-Cheftrainer Pascal Heinrichs über personelle Veränderungen

Basketball: Gladiators-Cheftrainer Pascal Heinrichs über begehrte Spieler, neue Prioritäten und eine Deadline bis Ende Mai.

Die großen sportlichen Entscheidungen sind in der zweiten Bundesliga gefallen – auch wenn das Playoff-Finale noch aussteht. Am Donnerstagabend haben sich die Rostock Seawolves dank des 77:76-Erfolgs in Jena im vierten Playoff-Duell sportlich für die Basketball-Bundesliga qualifiziert – zur Freude des Sohn-und-Vater-Trainergespanns Christian und Ralph Held, beide hatten auch lange in Trier gearbeitet. Einen zweiten sportlichen Aufsteiger gibt es aus der Pro A nicht – Rostocks Finalgegner Tübingen hatte keine BBL-Lizenz beantragt.

Gladiators-Cheftrainer Pascal Heinrichs hat die Halbfinal-Duelle verfolgt, das sei ja klar, „aber die Partien live zu schauen – das fiel mir schon schwer“: Und zwar nicht nur, weil sein Team nicht mehr dabei war. „Normalerweise lade ich mir die Spiele runter, schaue sie ohne Ton – ich will mich nicht beeinflussen lassen – und in zweifacher Geschwindigkeit. Dann kann ich immer bei Bedarf stoppen und Szenen wiederholen.“ Das gehe immer nur mit dem Trainerblick – zur Entspannung schaut er sich dann eher mal Fußballspiele an, da hat er vor ein paar Jahren besonderen Gefallen an Atlético Madrid gefunden. Für Cheftrainer Pascal Heinrichs geht es im nächsten Jahr bei den Gladiators weiter – mit welchem Kader ist aber noch offen. Der Trainer im Kurzinterview:

Als Sie zum Rückrundenstart Marco van den Berg als Cheftrainer ablösten, lag Ihr Team jenseits der Playoff-Plätze. Am Ende der Hauptrunde waren sie Vierter – aber in den Playoffs war nach vier Spielen Feierabend. Was davon bleibt eher hängen? 

Pascal Heinrichs: „Wir haben das beste Hauptrunden-Ergebnis erreicht, das für uns möglich war. Platz vier war am Ende sicher ein bisschen glücklich – aber dennoch ist das etwas, auf das man stolz sein kann. In den Playoffs waren wir in jedem Spiel bis 30 Sekunden vor dem Schluss noch im Spiel. Dann ärgert man sich natürlich – klar war da viel mehr drin. Wir hatten in jedem Spiel Phasen, in denen wir deutlich vorne waren. Das haben wir dann nicht zu Ende gespielt.“

Bleibt Jermaine Bucknor Ihr Assistent?

Heinrichs: „Andre Ewertz und Achim Schmitz (Anm. die Gladiators-Geschäftsführer) haben mich gefragt.  Ich sagte ihnen, dass ich von meiner Seite aus gerne mit Jermaine Bucknor weitermachen würde. Jetzt müssen die das klären. Unsere Rückrunde hat auf allen Ebenen Aufmerksamkeit auf sich gezogen – und auch Begehrlichkeiten geweckt, damit meine ich aber nicht „Buck“ im Speziellen.“

Fest steht, dass Kapitän Thomas Grün, Derrick Gordon und Radoslav Pekovic den Club verlassen werden. Optionen gibt es bei Jonas Niedermanner und Enosch Wolf. Wie ist der Stand der Dinge bei den anderen Spielern? 

Heinrichs: „Ich habe mit allen Spielern Abschlussgespräche geführt und habe die Richtung vorgegeben, wie es von meiner Seite aussehen wird – dabei ging es aber nicht um das Finanzielle. Die Saison war abrupt zu Ende. Manche Spieler wollen auch Bedenkzeit, das kann ich verstehen. Von den Spielern aus dem aktuellen Kader brauche ich bis Ende Mai eine definitive Zu- oder Absage. Es ist auch schwierig, Spieler zu halten – viele haben auf sich aufmerksam gemacht.“

Wo liegen die Prioritäten?

Heinrichs: „Wenn ich eine Position neu besetzen will, schaue ich zuerst, ob ein deutscher Spieler in Frage kommt – das können Spieler aus der Pro B sein, die den nächsten Schritt machen müssen oder auch Spieler aus der BBL, die wenig zum Einsatz kamen. Aber der Markt ist klein. Wenn es nicht passt, greifen wir auf einen ‚Import‘ zurück. Wir wollen auch auf den großen Positionen etwas umstellen, beweglicher in der Defense werden . Wir brauchen zudem noch einen guten Ballhandler und  Pick-and-Roll-Spieler – da hatten wir neben Garai Zeeb niemanden. Mal schauen, ob wir unseren Wunschkandidaten bekommen.“

Wie läuft das mit den Verpflichtungen – wer sucht, wer entscheidet?

Heinrichs: „Es kommen sehr viele Angebote, man wird überflutet. Da muss ich schauen, dass mir keiner durchrutscht – Andre und Achim würden keinen Spieler verpflichten, den ich nicht will. Aber ob eine Verpflichtung finanziell passt, müssen die beiden entscheiden. Es ist schade im Basketball, dass die Gehälter so schnell hochgehen. Aber ich verstehe jeden Spieler, der zu einem anderen Verein geht – weil er dort das Dreifache verdienen kann.“

Was ändert sich in der Vorbereitung? 

Heinrichs: „Nicht so viel. Ich fand es gut, dass wir Pro-A-Gegner vermieden haben. Von der Lage her ist es gut, gegen belgische Clubs zu testen – das ist eine starke Liga. Ich will auch wieder ein Trainingslager machen, mal schauen, wo. Von Turnieren mit zwei Spielen an einem Wochenende bin ich aber kein Fan. Das ist in der Preseason, in der du viel härter trainierst, zu viel.“