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Gladiators drehen sensationell Spiel gegen Bayer Giants Leverkusen

Nach 20 Punkten Rückstand im Schlussviertel : Das war riesig, Gladiators!

Sensationelle Rückkehr: Wie die Trierer ein längst verloren geglaubtes Spiel drehen. 84:80 gegen nach Giants Leverkusen.

Was geht denn hier ab? Vor ein paar Minuten noch war es in der Arena still. Das Spiel war verloren, die Gladiators geschlagen. Nichts, aber auch gar nichts sah hier nach einem engen Spiel aus. Die Bayer Giants hatten alles im Griff, führten mit 20 Punkten. Und nun, 40 Sekunden vor Schluss? Steht es 80:77. Austin Wiley hat gerade zwei Freiwürfe getroffen. Die Dreier fallen plötzlich. Und Leverkusen? Perplex. 83:80, zehn Sekunden noch, die nächste Auszeit. Leverkusen trifft den Dreier nicht, Foul an Wiley: 84:80! Und damit feiern die Gladiators einen der spektaktulärsten Heimsiege in der Clubgeschichte. Wenn man die Invictus-Philosophie noch mal ordentlich bebildern möchte, reicht dafür ein Highlight-Video des letzten Viertels. Samt einen wahnsinnigen 17:0-Lauf der Gladiators.

Die Aufgabe war besonders schwer, das war schon vor dem Tip-off klar – das zeigten schon die letzten Ergebnisse in der englischen Woche. Während die Trierer bei der Niederlage in Bochum enttäuschten, gewannen die Giants beim Spitzenteam Rostock.  Dieses Selbstbewusstsein demonstrierten die Rheinländer vom Start weg in der mit 1000 zugelassenen Zuschauern ausverkaufte Arena. Abgeklärt und treffsicher, so starteten die Gäste. Für die Gladiators begann es holprig, da war einiges an Nervosität drin – etwa bei zwei Ballverlusten innerhalb von wenigen Sekunden, die zu leichten Fastbreak-Punkten für die Giants führten (2:6).  So führten die Gäste schnell zweistellig –  nach einem schönen Alley-oop-Anspiel besorgte Dennis Heinzmann das 9:19. Mit zwölf Punkten Rückstand gingen die Trierer ins zweite Viertel. Und das sah aus Gladiators-Sicht viel erfreulicher aus. Das lag weniger an der Offense – die Dreierquote war bei beiden Teams in der ersten Halbzeit sehr schwach – sondern an der bissigeren Defense. So hielten die Gladiators die Giants im zweiten Viertel bei zehn Punkten. Die Gladiatoren dominierten nun unter den Körben und stellten auch die Vielzahl an Ballverlusten ab. So gewannen die Trierer in dieser Phase Kontrolle über das Spiel, sie verringerten auch den Rückstand Punkt um Punkt. Mit einem 37:41 ging es in die Halbzeitpause. Beste Punktesammler der Gladiators waren bis dahin Austin Wiley (8 Punkte) und Brody Clarke (7).

Auch nach der Pause machten die Trierer wieder viele Punkte nach Offensiv-Rebounds. Die offenen Dreier fielen zu selten, dann kam auch mal wieder ein schlampiges Anspiel hinzu – und schon führten die Giants wieder komfortabel (46:59). In der Arena

Kurz vor dem Viertelende war aber praktisch schon ein Haken hinter dem Spiel – mit dem nächsten getroffenen Dreier der Giants (50:67) und zwei verwandelten Freiwürfen von Luca Kahl (50:69). Das dritte Viertel ging mit 13:28 an das Team von Hansi Gnad. Die große Gladiators-Schwäche in einem Satz: Von der ersten 20 Dreier-Versuchen passten nur drei.

Was man den Gladiators aber wirklich nicht vorwerfen kann: Da lässt sich keiner hängen. Zumal die Dreierversuche 21 bis 23 alle drin waren, Grof traf zum 62:72. Und die Trierer fünf Minuten vor Schluss wieder im Geschäft waren. Pekovic brachte sein Team bis auf sechs Punkte ran, Zeeb per Dreier dann sogar bis auf drei (69:72) und zwei  (72:74). Danach ging der Wahnsinn erst richtig los.

Am kommenden Sonntag geht es für die Gladiators wieder mit einem Heimspiel weiter. Dann geht es gegen Kirchheim (17 Uhr).

Gladiators: Zeeb 12, van Dyke 15, Demmer 0, Wolf 5, Grof 9, Niedermanner 2, Almstedt 0, Clarke 16, Pekovic 8, Wiley 17

Viertelstände: 19:31, 37:41, 50:69, 84:80